Ludwig-Maximilians-Universität München
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Depressionen

Depression ist die häufigste psychische Erkrankung. Untersuchungen zeigen, dass etwa sieben bis zehn Prozent der Europäer gegenwärtig an einer Depression leiden.

Die Wahrscheinlichkeit im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken, liegt für Männer bei 12 Prozent und für Frauen bei 26 Prozent.

Depressionen kommen bei jüngeren und älteren Menschen etwa gleich häufig vor. Das Risiko, erstmalig an einer Depression zu erkranken, ist für jüngere Menschen jedoch etwas höher als für ältere Menschen.

Die Übergänge zwischen einer vorübergehenden Niedergeschlagenheit, die jeder Mensch kennt, und einer depressiven Verstimmung sind fließend, so dass es oft schwer fällt, die Depression als eigenständige Erkrankung zu erkennen. Daher werden immer noch 50 % der depressiven Erkrankungen unzureichend diagnostiziert bzw. behandelt.

Anzeichen einer Depression

  • Der Beginn einer depressiven Erkrankung ist in der Regel schleichend. Der Verlauf ist durch Phasen gekennzeichnet, wobei die Dauer der depressiven Phasen zwischen mehreren Wochen und mehreren Monaten liegen kann.
  • In einer depressiven Phase sind das Erleben, das Denken und das Verhalten der betroffenen Person verändert. Zudem treten oft zahlreiche körperliche Beschwerden auf.

Im Erleben dominieren Hoffnungslosigkeit, innere Leere, Hilflosigkeit, Angst, Schuldgefühle und Verzweiflung bis hin zu Selbsttötungsabsichten.

Das Denken ist gekennzeichnet durch Pessimismus, ständige Selbstkritik und Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung. Oft ist die Konzentrationsfähigkeit verringert und die Betroffenen klagen über Vergesslichkeit.

Im Verhalten macht sich die Depression vor allem durch einen verringerten Antrieb bemerkbar. Die Betroffenen haben Probleme, Arbeitsanforderungen zu bewältigen. Sie ziehen sich aus sozialen Kontakten zurück und gehen ihren Hobbies nicht mehr nach.

Bei den körperlichen Beschwerden stehen v.a. Schlafstörungen im Vordergrund. Schlafstörungen können sich in Schlaflosigkeit mit frühem Erwachen oder in einem erhöhten Schlafbedürfnis zeigen.

Weitere häufig auftretende körperliche Beschwerden sind Appetitlosigkeit, Rücken- und Kopfschmerzen, Kraftlosigkeit, schnelle Ermüdbarkeit, aber auch innere Unruhe.

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Ursachen einer Depression

Wie bei allen psychischen Erkrankungen ist auch Entstehung einer Depression eine länger andauernde Entwicklung, die von vielen Einflussfaktoren bestimmt wird.

Man geht heute davon aus, dass eine gewisse Vulnerabilität, also Verletzlichkeit, und besondere Belastungen als Auslöser zusammenkommen müssen, damit schließlich eine depressive Symptomatik entsteht.

In die erhöhte Vulnerabilität fließen biologische Faktoren (z.B. Vererbung, körperliche Erkrankungen, Alterungsprozesse), psychologische Faktoren (z.B. Traumatisierungen, frühe Verlusterfahrungen, keine ausreichende Bewältigungsmechanismen) und soziale Faktoren (z.B. sozioökonomische Benachteiligung, Isolation) ein.

Ist ein Mensch mit einer erhöhten Vulnerabilität chronischen Belastungen (z.B. anhaltenden familiären Problemen) oder akuten Belastungen (z.B.  Arbeitsplatzverlust) ausgesetzt, so steigt das Risiko erheblich, an einer Depression zu erkranken.

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Behandlung von Depression

Depressive Erkrankungen sind heute gut behandelbar. In der Regel kommen psychotherapeutische Verfahren oder eine Kombination aus medikamentöser Behandlung und Psychotherapie zur Anwendung.

Die Prognose für eine langfristige Stabilisierung ist umso besser, je frühzeitiger eine depressive Erkrankung erkannt wird. Ein weiterer wichtiger Faktor für eine günstige Prognose besteht darin, dass die betroffene Person die Behandlung auch nach dem Abklingen der akuten Symptome weiterführt.

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