Ludwig-Maximilians-Universität München
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Lehramt Realschule (barrierefrei)

Allgemeines

Sie stehen momentan vor der Frage, welches Studium Sie aufnehmen wollen und denken dabei auch an ein Lehramtsstudium. Der Lehrerberuf ist sehr vielseitig, abwechslungsreich und anspruchsvoll. Wer Lehrer werden möchte, sollte sich fragen, ob er mit Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft, unterschiedlicher Begabung und Leistungsfähigkeit umgehen kann und will. Sie müssen überlegen, ob Sie Wissen vermitteln können, über Geduld und Nervenstärke aber auch über die nötige Fähigkeit zur Distanzierung verfügen und bereit sind, die pädagogische Verantwortung für Schülerinnen und Schüler zu tragen. Wer Lehramt studiert, ist beruflich stärker festgelegt als mit den meisten anderen Studiengängen. Treffen Sie daher Ihre Entscheidung nicht leichtfertig. Mit der Frage der Berufseignung sollten Sie sich also intensiv beschäftigen. Eventuell könnte Ihnen die Webseite der Laufbahnberatung für Lehrerinnen und LehreInnen bei der Entscheidungsfindung helfen.

In Bayern gibt es für jede Schulart eine eigene Lehramtsausbildung. Sie erfolgt in drei Phasen:

1. Universitätsstudium (Lehramtsstudium)
2. Vorbereitungsdienst (Referendariat) und
3. Fort- und Weiterbildung während der Lehrtätigkeit.

Das Universitätsstudium dauert je nach Lehramt 7 bis 9 Semester und endet mit dem 1. Staatsexamen. Danach folgt die zweijährige Referendariatszeit, die mit dem 2. Staatsexamen abschließt. Damit erwerben Sie die Lehrbefähigung. Das Lehramtsstudium in Bayern sieht eine Zweifächerkombination vor. Die fachliche Ausbildung wird ergänzt durch Fachdidaktik, erziehungswissenschaftliches Studium und Schulpraktika.
Die Einstellungschancen in den Staatlichen Schuldienst sind bedingt durch die Gesamtnote aus den beiden Staatsexamina. Beim Lehramt Gymnasium spielt dabei die gewählte Fächerkombination eine entscheidende Rolle. Unter http://www.km.bayern.de/km/stellen/aktuell/index.shtml können Sie Prognosen des Bayerischen Kultusministeriums zum Lehrerbedarf in Bayern einsehen.

Modularisierung

Zum Wintersemester 2010/2011 hat die LMU das Lehramtsstudium (gemäß der Änderung der bayerischen Lehramtsprüfungsordnung I von 2008) grundlegend umstrukturiert. Es wird ähnlich wie bei Bachelor-/Master-Studiengängen modularisiert angeboten. Den Abschluss des Studiums bildet jedoch weiterhin das Staatsexamen. In jedem Studiengang ist eine bestimmte, definierte Anzahl an Modulen zu absolvieren. Ein Modul bezeichnet einen Verbund von thematisch und zeitlich aufeinander abgestimmten Lehrveranstaltungen, die ein gemeinsames Lernziel vermitteln und mindestens eine integrierte Prüfungsleistung beinhalten. Module können dabei aus ganz verschiedenen Lehr- und Lernformen bestehen (z.B. Vorlesung, Übung, Seminar, Projektseminar, Selbststudium, Projektarbeit, etc.). Jede erfolgreich erbrachte Leistung wird mit einer vorher festgelegten Anzahl an „ECTS-Punkten“ (ECTS = European Credit Transfer System) honoriert, die im Laufe des Studiums addiert werden. Für jeden Teilbereich eines Studiengangs ist eine bestimmte Anzahl an Leistungspunkten zu erwerben. Im Rahmen eines Studiengangs Lehramt an Realschulen müssen an der LMU 213 ECTS-Punkte "gesammelt“ werden.

Diejenigen Studierenden, die schon zu einem früheren Zeitpunkt ihr Studium aufgenommen haben, können weiterhin in dem alten System studieren. Die neue Regelung tritt zum ersten Mal für die Studienanfänger in Kraft, die im Wintersemester 2010/2011 ihr Studium begonnen haben.

Weitere Informationen:

  • Studienbeginn (in der Regel): Wintersemester
  • Regelstudiendauer: 7 Semester, bei Erweiterung 9 Semester
  • Mindeststudienzeit: 6 Semester,
  • Höchststudiendauer: 11 Semester, im Falle einer Fächerverbindung mit Schulpsychologie 13 Semester
  • Förderungshöchstdauer nach BAföG: 7 Semester 

Aufbau des Studiengangs Lehramt an Realschulen:

Das Studium des Lehramts an Realschulen an der Ludwig-Maximilians-Universität München besteht aus folgenden Teilen:

  1. Studium zweier Unterrichtsfächer:

Folgende Fächerverbindungen können an der LMU voraussichtlich gewählt werden: (zurück zur Darstellung mit Grafik):

Fach 1

Fach 2

Biologie

Chemie
Englisch
Physik

Chemie

Biologie
Mathematik
Physik

Deutsch

Englisch
Französisch
Geographie
Geschichte
Kunst
Mathematik
Musik*
Physik
Religionslehre (evangelisch oder katholisch)
Sport*

Englisch

Biologie
Deutsch
Französisch
Geographie
Geschichte
Informatik
Kunst
Mathematik
Musik*
Physik
Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt
Religionslehre (evangelisch oder katholisch)
Sport*
Wirtschaftswissenschaften

Französisch

Deutsch
Englisch
Geographie

Geographie

Deutsch
Englisch
Französisch
Wirtschaftswissenschaften

Geschichte Deutsch
Englisch

Informatik

Englisch
Mathematik
Physik
Wirtschaftswissenschaften

Kunst

Deutsch
Englisch
Mathematik

Mathematik

Chemie
Deutsch
Englisch
Informatik
Kunst
Musik
Physik
Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt
Religionslehre (evangelisch oder katholisch)
Sport*
Wirtschaftswissenschaften

Musik*

Deutsch
Englisch
Mathematik
Physik
Religionslehre (evangelisch oder katholisch)

Physik Biologie
Chemie
Deutsch
Englisch
Informatik
Mathematik
Musik
Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt Englisch
Mathematik
Religionslehre (evangelisch oder katholisch) Deutsch
Englisch
Mathematik
Musik

Sozialkunde

Wirtschaftswissenschaften

Sport

Deutsch
Englisch
Mathematik
Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Englisch
Geographie
Informatik
Mathematik
Sozialkunde
Sport

* Das Studium der Fächer Musik und Sport erfolgt an anderen Hochschulen.

Es können sich kurzfristig Änderungen ergeben. Besuchen Sie daher bitte vor der Bewerbung bzw. der Einschreibung diese Webseite, die permanent aktualisiert wird.

2. Erziehungswissenschaftliches Studium

Das Erziehungswissenschaftliche Studium erstreckt sich auf die Fächer Allgemeine Pädagogik, Schulpädagogik und Psychologie. In diesen drei Bereichen müssen insgesamt 36 ECTS-Punkte eingebracht werden. Vgl. hierzu auch die Übersichten zum EWS

3. Praktika

  • Betriebspraktikum
    Das achtwöchige Betriebspraktikum soll Einblick in die Berufswelt außerhalb der Schule vermitteln. Es ist in einem Produktions-, Weiterverarbeitungs-, Handels- oder Dienstleistungsbetrieb abzuleisten. Das Praktikum kann in Blöcke von je zwei Wochen Dauer unterteilt werden.
    Im Fach Wirtschaftswissenschaften müssen Sie bis zur Meldung zum ersten Staatsexamen ein dreimonatiges kaufmännisches Praktikum nachweisen, das an die Stelle des achtwöchigen Betriebspraktikums tritt.
    Tipp:
    Nutzen Sie das Betriebspraktikum gezielt, um Möglichkeiten und Neigungen für die Berufswahl außerhalb der Schule zu entwickeln und berufliche Alternativen zu erwägen. Sie können das Praktikum in vier Blöcke zu je zwei Wochen aufteilen.

Punkteverteilung im Studiengang Lehramt an Realschulen

BereichECTS-Punkte
Unterrichtsfach

je 72

Erziehungswissenschaften (EWS)

36

Pädagogisch- didaktisches Schulpraktikum

6

Studienbegleitendes fachdidaktisches Praktikum

3

Freier Bereich
Im Lehramt an Realschulen kann der Freie Bereich ausschließlich in den beiden Unterrichtsfächern eingebracht werden.

12

Hausarbeit

12

Gesamtpunktzahl

213

Insgesamt umfasst der Studiengang Lehramt an Realschulen 213 ECTS-Punkte. Der Freie Bereich dient der Schwerpunktsetzung innerhalb der Unterrichtsfächer. Hier können Sie im Umfang von 12 ECTS-Punkten Wahlpflichtmodule frei wählen. Gegen Ende des Studiums ist eine Schriftliche Hausarbeit anzufertigen, in der Sie beweisen sollen, dass Sie wissenschaftlich selbständig arbeiten können. Mit der Hausarbeit erwirbt man 12 ECTS-Punkte.

Erweiterungsfach

Ergänzend zu den zwei Unterrichtsfächern kann das Studium des Lehramts an Realschulen durch das Studium eines dritten Faches, des sogennanten Erweiterungsfaches, erweitert werden. Hierfür kommen in Frage:

  • ein weiteres der unter 1. aufgeführten Unterrichtsfächer oder der Ethik,
  • das Studium einer sonderpädagogischen Qualifikation.

Eine besondere Form des Erweiterungsstudiums stellt die Fächerkombination Englisch/Schulpsychologie und Mathematik/Schulpsychologie dar. In diesen Fächerverbindungen gilt Schulpsychologie gemäß LPO I als Erweiterungsfach, das aber an die Stelle des zweiten Unterrichtsfaches tritt. Das heißt, bei einer Erweiterung des Studiums der Fächer Englisch und Mathematik durch Schulpsychologie entfällt im Unterschied zu allen anderen Fächerkombinationen das Studium des zweiten Unterrichtsfaches.
Die Prüfung in einem Erweiterungsfach kann unter Umständen die Chancen auf eine Übernahme in den staatlichen Schuldienst nach der zweiten Staatsprüfung verbessern.

Nachträgliche Erweiterung

Nach Erwerb der Lehramtsbefähigung, das heißt nach bestandener erster und zweiter Staatsprüfung, ist darüber hinaus eine nachträgliche Erweiterung möglich durch:

  • eines der oben genannten Unterrichtsfächer
  • Didaktik des Deutschen als Zweitsprache
  • Fremdsprachliche Qualifikation. Diese befähigt zum Erteilen zweisprachigen Unterrichts in nichtsprachlichen Fächern, in denen eine Lehramtsbefähigung erworben wurde. Die Qualifikation kann erworben werden in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Spanisch.
  • Medienpädagogik
  • Darstellendes Spiel (Universität Erlangen-Nürnberg)
  • Förderung von Schülern mit besonderem Förderbedarf (Universität Augsburg).

Obwohl diese Fächer als nächträgliche Erweiterung gelten, was bedeutet, dass die erste Staatsprüfung nach Erwerb der Lehramtsbefähigung (nach dem zweiten Staatsexamen) absolviert wird, kann man sie durchaus parallel zum Lehramtsstudiengang studieren und die Prüfung mit der Ablegung des ersten Staatsexamens für das Lehramt oder danach abgelegen. Eine zweite Staatsprüfung kann in diesen Fächern nicht abgelegt werden.

Hochschulzugang

Voranmeldeverfahren:

Achtung! Im Unterrichtsfach Deutsch für Grund-, Mittel-, Realschule und Gymnasium gibt es für das Wintersemester 2014/15 ein Voranmeldeverfahren. Weitere Informationen und das Anmeldeportal finden Sie auf den Seiten der Germanistik.

  • Eignungsprüfung:
    Für die folgenden Fächer bestehen bestehen Eignungsprüfungen, für die Sie sich frühzeitig bei den unten angegebenen Adressen anmelden müssen:
  • Zulassungsbeschränkungen:
    Die Fächer Geografie, Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt und Wirtschaftswissenschaften sind zulassungsbeschränkt. Bewerbungsschluss ist der 15. Juli. Unter www.lmu.de/zulassung findet man zusätzlich Informationen über die Bewerbungsmodalitäten. Den jeweiligen Numerus Clausus finden Sie unter www.lmu.de/nc
  • Einschreibung
    Wenn Ihre Fächer keine Zulassungsbeschränkungen haben bzw. Sie nach erfolgreicher Bewerbung oder Eignungsprüfung über einen positiven Bescheid verfügen, können Sie sich einschreiben. Sie müssen dazu zunächst einen Online-Immatrikulationsantrag stellen und sich danach mit den entsprechenden Unterlagen persönlich einschreiben. Modalitäten, Termine und Informationen über benötigte Unterlagen finden Sie unter www.lmu.de/zulassung
  • Verzeichnis der Einführungsveranstaltungen
    erscheint semesterweise ca. 6 Wochen vor Vorlesung auf der Infoseite der LMU
  • Sprachtest
    Im Fach Französisch müssen Sie zu Studienbeginn einen Spracheinstufungstest ablegen. Wenn Sie ihn nicht sofort bestehen sollten, sind Sie damit nicht vom Studium dieses Faches ausgeschlossen; Sie können nur bestimmte Lehrveranstaltungen solange nicht besuchen, bis Sie den Test bestanden haben.
  • Fremdsprachenkenntnisse
    Die Fächer Deutsch, Englisch, Französisch, Geschichte und Religionslehre erfordern zusätzliche Fremdsprachenkenntnisse (PDF-Dokument, 35Kb), die bei der Anmeldung zum ersten Staatsexamen nachgewiesen werden müssen.
    Die Definition dieser Kenntnisse und die möglichen Nachweise entnehmen Sie bitte der amtlichen Bekanntmachung vom 15. Februar 2008
  • Studium an anderen Hochschulen:
    Das Fach
    Musik ist an der Hochschule für Musik und Theater zu studieren
    Sport wird von der TU München angeboten, Fakultät für Sportwissenschaften. Beachten Sie bitte, dass Sie sich für Sport bis spätestens 15. Juli bewerben müssen.
  • Doppelimmatrikulation:
    In Musik und Sport müssen Sie sich sowohl an der LMU als auch an der jeweils anderen Hochschule immatrikulieren (Doppelimmatrikulation).

Erste Staatsprüfung

Die Einführung der Module und der ECTS-Punkte bedeutet, dass sämtliche, während des Studiums erworbene Leistungen Auswirkungen auf den Studienerfolg und somit auf die Abschlussnote haben. Den Abschluss des Lehramtsstudiums bildet die erste Staatsprüfung, die aus zwei Teilen besteht: aus den Ergebnissen der Modulprüfungen während des Studiums (40 %) und aus dem ersten Staatsexamen (60%). Sobald die Anzahl von 213 ECTS-Punkten erreicht ist, kann man zum ersten Staatsexamen zugelassen werden. Sie besteht aus einer Reihe von schriftlichen und mündlichen (in den Fächern Musik, Kunst und Sport auch praktischen) Prüfungen, die die oben genannten Teile des Studiums des Lehramts an Realschulen abdecken. Die Zahl der Prüfungen ist je nach Wahl der Unterrichtsfächer verschieden. Über die Frage, wie viele und welche Einzelprüfungen im Rahmen der ersten Staatsprüfung abzulegen sind, gibt die LPO I Auskunft.
Die Prüfung im Fach Erziehungswissenschaften kann vorgezogen werden, muss also nicht gleichzeitig mit den Prüfungen in den übrigen Fächern abgelegt werden.

Freiversuch:
Studenten, die die erste Staatsprüfung nach spätestens sieben, oder wenn Englisch oder Mathematik mit Schulpsychologie (anstelle des zweiten Unterrichtsfaches) erweitert wird, neun Hochschulsemestern Studium ablegen, haben die Möglichkeit zu einem risikofreien Prüfungsversuch (Freischuss). Dies bedeutet, dass die Prüfung bei Nichtbestehen als nicht abgelegt gewertet wird und dass sie zweimal (statt üblicherweise einmal) wiederholt werden kann. Hierbei werden allerdings auch die Semester mitgezählt, die nicht für das konkrete Fachstudium verwendet wurden (z.B. im Falle eines Studiengang- oder Fachwechsels).

Lehramtsbefähigung
Mit dem ersten Staatsexamen haben Sie das Studium an der Universität beendet. Daran schließt sich der Vorbereitungsdienst (Referendariat) von zwei Jahren an, den Sie an Seminarschulen ableisten, die vom Kultusministerium bestimmt werden. Das Referendariat endet mit dem zweiten Staatsexamen, das Ihnen die Befähigung vermittelt, an öffentlichen (und privaten) Realschulen zu unterrichten.
Die Regelungen zum Referendariat und zum zweiten Staatsexamen sind in der LPO II enthalten.

Kontakte

  • Studentenkanzlei/Hochschulzugang der LMU
  • Praktikumsamt für Realschulen
  • Prüfungsämter
    Außenstelle des Prüfungsamtes für die Lehrämter an öffentlichen Schulen
  • Studienfachberatungen und Einführungsveranstaltungen der einzelnen Institute:
    Die Studienfachberatungen des jeweiligen Unterrichtsfachs und der Teilgebiete des Erziehungswissenschaftlichen Studiums sind zuständig für alle Fragen, die spezielle fachliche Aspekte des Studiums betreffen (z.B. inhaltliche Fragen, Fragen der Studienorganisation im betreffenden Fach, Fragen zu den geforderten Leistungsnachweisen etc.). Auch wenn Sie ein Erweiterungsfach studieren möchten, sollten Sie unbedingt die Studienfachberatung in Anspruch nehmen. Die Namen und Sprechzeiten der Studienfachberater finden Sie unter www.lmu.de/fsb > Lehramtsstudium

Weiterführende Weblinks