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Black Lives Matter

Trayvon Martin, Michael Brown, Philando Castile - alle waren schwarz, unbewaffnet und wurden Opfer von Polizeigewalt. Ein neues Phänomen? Stephanie hat die Situation für ihre Bachelorarbeit analysiert.

black protest
Foto: picture-alliance / ZUMA-Press

2014 ist der 18-Jährige Michael Brown in der Kleinstadt Ferguson auf dem Weg zu seiner Großmutter, kommt jedoch nie dort an. Kaum zwei Blocks entfernt wurde er von einem Polizisten erschossen. Zuvor soll Brown an einem Ladenüberfall beteiligt gewesen sein, eine Waffe hatte er aber nicht. Der Polizist schoss zwölf Mal. Es ist ein Fall von vielen in der Debatte um Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Ihr Thema lag für Stephanie auf der Hand: In der Schule schrieb sie bereits eine Seminararbeit über den Film „The Help“ und besuchte an der Uni ein Seminar über African Americans. „Mit meiner Bachelorarbeit wollte ich zeigen, dass Polizeigewalt kein neues Phänomen ist.“

Gar nicht so einfach, denn Statistiken über die Opfer gibt es nicht. „Offiziell erfasst wird bloß, wie viele Polizisten im Dienst zu Schaden kommen“, sagt die Amerikanistik-Studentin. „Nur die Washington Post wertet seit dem Tod von Michael Brown die Polizeimeldungen aus.“ Für ihre Recherche durchsuchte sie deshalb zahlreiche Datenbanken sowie Medienberichte und musste einige Zahlen sogar selbst nachrechnen. Das Ergebnis: „Pro Jahr gibt es über tausend Fälle von Polizeigewalt. Im Jahr 2015 waren 40 Prozent der unbewaffneten Männer, die von der Polizei erschossen wurden, Afroamerikaner – dabei stellen sie gerade mal sechs Prozent der Bevölkerung“, fasst Stephanie zusammen. Die Polizisten würden nur in wenigen Fällen überhaupt angeklagt.

stephanie_blacklivesDoch nicht nur bei der Polizei, auch in den Medien sieht sie eine Ungleichbehandlung: „Der Fall von Michael Brown zeigt exemplarisch, dass das Opfer meist negativ dargestellt wird, während der Polizist der Held ist.“ Dafür hat Stephanie Zeitungsartikel aus der New York Times analysiert. Beliebt sei der Monster-Vergleich: Der Schwarze würde als etwas Übermächtiges, Gefährliches dargestellt, das der Polizist gar nicht anders bändigen könnte.

Es liegt vermutlich an den sozialen Medien, dass das Thema jetzt in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist. „Ohne Twitter hätte es die Protestbewegung ‚Black Lives Matter‘ in dieser Form nie gegeben“, mutmaßt Stephanie. Passiert ist bislang nicht viel, dabei gibt es einige Vorschläge, die Situation zu verbessern, wie eine bessere Ausbildung und mehr Afroamerikaner im Polizeidienst. „Umgesetzt wird davon aber bisher kaum was“, sagt Stephanie.

 

 

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