Ludwig-Maximilians-Universität München
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Kunst und Multimedia

Studierende suchen in Ausstellung nach Identität

München, 18.07.2019

Bekommt man eine .zip Datei geschickt, muss sie entpackt werden, bevor der Inhalt sichtbar wird. Ähnlich verhält es sich mit den Abschlussarbeiten der Kunst und Multimedia Studierenden. Sie haben sich in unabhängigen Projekten mit dem Thema der Identität beschäftigt und die Antworten in ihren Arbeiten verpackt. Im Rahmen einer Ausstellung können die Projekte nun bestaunt werden.

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Colette ist außer Atem. Gerade hat sie noch Möbel geschleppt. Der Theater-Ausstatter versorgte sie mit Möbeln für ihre Rauminstallation. Nicht mehr lang, bis sie und ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen die gemeinsame Abschlussausstellung eröffnen und bis dahin muss noch viel organisiert werden. Jetzt hat sie wieder Atem und erzählt von den Projekten ihrer Mitstudierenden, darunter VR-Aktionen, eine Studentin schöpft während der Ausstellung Papier, das alles muss vorbereitet werden.

Kreativ arbeiten unter Zeitdruck. Geht das?
Identities.zip heißt die Abschlussausstellung des Studiengangs Kunst und Multimedia. Knapp drei Semester haben die Studierenden an ihren Projekten gearbeitet. „Das war herausfordernd, schließlich mussten wir unter Druck kreativ sein.“, sagt Colette und lacht, denn neben der Herausforderung hat es auch wahnsinnig viel Spaß gemacht. Vor ein paar Monaten wurden die Arbeiten schon den Dozentinnen und Dozenten vorgestellt, seitdem besuchen alle 17 Studierende des Abschlussjahrgangs ein Seminar, das sich um die Ausstellung dreht. „Jeder und jede von uns hat ein ganz eigenes und unabhängiges Projekt entwickelt. Erst im Seminar, bei der Besprechung der Ausstellung, ist uns aufgefallen, dass wir uns alle mit dem Thema Identität beschäftigt haben.“

Der Weg zu den einzelnen Projekten war steinig. Denn die Studierenden entscheiden sich ganz frei für ein Thema, erstellen einen Konzeptplan und können sich auch bei den erlernten Techniken frei bedienen. So erzählt Colette, dass gerade der Beginn nicht zu unterschätzen sei. Man könnte sich zwar immer Unterstützung bei den Dozenten holen, doch die Idee müsste man selbst entwickeln. Ihre Abschlussarbeit etwa umfasst ein Magazin, welches sie entworfen hat. Für die Ausstellung konzipierte sie eine Video- und Rauminstallation, die das Magazin erfahrbar macht.

Identität ist ein Prozess
Das Thema Identität wird in der Ausstellung allgegenwertig sein: Einerseits setzen sich die Projekte damit auseinander, andererseits haben auch die Studierenden an ihrer Identität gearbeitet. „Die ersten Semester sind durch die Interdisziplinarität sehr herausfordernd. Ist das allerdings geschafft, sitzen die Studierenden oft strahlend in meiner Sprechstunde. Diese Entwicklung des Selbstbewusstseins ist schön zu beobachten.“, sagt Dr. Karin Guminski, die die Studierenden eng betreut hat. Der Studiengang ist breit gefächert und steht in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl der Medieninformatik. So erlernen alle die gleichen Handwerkszeuge, können die Schwerpunkte dann allerdings beinahe beliebig wählen. Wichtig ist hier nur, dass an die Inhalte des Studienfachs angeknüpft wird. Während ein Teil der Studierenden sich etwa mit Multimedia auseinandersetzte und virtual reality Installationen erstellte, erlernten andere die traditionell analogen Arbeitstechniken wie Papierschöpfen oder Illustration. Auch das trägt zu einer Identitätsbildung bei: „Es gab während des Studiums extrem viele Pfade, die man einschlagen konnte. Durch die eigenen Präferenzen und Entscheidungen entstand Wachstum, zeitgleich wurde man von den Arbeiten der Anderen inspiriert.“ Das gilt übrigens nicht nur für die persönliche Entwicklung. „Gerade im späteren Berufsleben kann von den selbstständig entwickelten Ideen profitiert werden“, erklärt Guminski.

Identities.zip findet in Halle 6 statt. Die Besucher können nicht nur die Studierenden kennenlernen, sondern sind auch dazu eingeladen, an der Entstehung einzelner Arbeiten aktiv mitzuarbeiten. Den Studierenden ist eines ganz besonders wichtig: die Barrierefreiheit. So ist der Veranstaltungsort vollständig mit dem Rollstuhl zu befahren, gleichzeitig gilt auch: „Wir freuen uns sehr über jeden, der an unserer Ausstellung interessiert ist. Ganz egal ob dick oder dünn oder mit welchem Geschlecht sich die Menschen identifizieren. Hauptsache ist, es entsteht ein schöner Dialog.“

 

Die Vernissage beginnt am 19. Juli um 19 Uhr. An den darauffolgenden Tagen öffnet die Ausstellung bereits um 10 Uhr. 19.07.2019 – 22.07.2019. Weitere Informationen zu Eröffnung, Inhalt und Öffnungszeiten finden Sie auf der Webseite der Ausstellung. 

Halle 6: Dachauer Straße 112, 80636 München