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Qualitätspakt Lehre

LMU zeichnet elf herausragende Projekte aus

München, 05.12.2013

Heute hat die LMU elf Preise im Rahmen des Programms Lehre@LMU vergeben. Der LMU Lehrinnovationspreis würdigt Lehrende, die innovative Lehrkonzepte erarbeiten und umsetzen. Die besten studentischen Forschungsprojekte werden mit dem LMU Forscherpreis für exzellente Studierende prämiert. Die systematische Integration von Forschungs- und Praxisorientierung in die Lehre ist ein Ziel des Programms im Rahmen des Qualitätspakts Lehre. Dazu gehört unter anderem, dass Studierende bereits während des Studiums die Gelegenheit haben, ein Forschungsprojekt weitgehend selbstständig durchzuführen. Die Preise werden von der LMU jährlich vergeben.

 

- Foto: Jan Greune
Foto: Jan Greune

LMU Lehrinnovationspreis 2013

Dr. Mirjam Zadoff und Dr. Gregor Pelger (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften) erhalten den Lehrinnovationspreis 2013 für ihr Lehrangebot „Jüdische Geschichte im Unterricht – didaktische Konzepte und praktische Anwendungen“. Das fünfstufige Fortbildungskonzept, in dem Dozenten, Studierende, Lehrer und Schüler an der Entwicklung von Unterrichtseinheiten ziel- und ergebnisorientiert zusammenarbeiten, hat zum Ziel, fachwissenschaftlich fundiertes Unterrichtsmaterial zu entwickeln. Themen der jüdischen Geschichte sollen auf diese Weise praxis- und forschungsnah sowie praktikabel – auch unter dem Einsatz neuer Medien - an Mittel- und Oberstufen vermittelt werden. Das fünfstufige Konzept dieses Projektes lässt sich auch auf andere Bereiche des Lehramtsstudiums ausdehnen. Besonders hervorgehoben wurde, dass ein schulisch eher unterrepräsentierter Stoff für das Lehramtsstudium und die Schulen exzellent aufbereitet wurde und damit auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und Universität gefördert wird.

Professor Michael Mackensen (Fakultät für Kulturwissenschaften) wird für sein Lehrangebot „Wissenschaftliche Bearbeitung (inkl. Dokumentation) einer ausgewählten Keramikgattung“ ausgezeichnet. Zielsetzung des Angebotes ist die Erstellung eines wissenschaftlichen Bestandskatalogs glatter, appliken- und stempelverzierter nordafrikanischer Feinkeramik und die monografische Publikation. Die Gefäße in unterschiedlichster Form und Verzierung müssen unter anderem zeichnerisch als archäologische Primärquellen dokumentiert werden. Diese und weitere Kompetenzen, die im Lehrangebot erworben werden, sind für den Berufseinstieg unausweichlich und zudem eine hervorragende Referenz. Die Veranstaltung besticht zudem durch ihren internen systematischen Zusammenhang, der von der Vermittlung grundlegender wissenschaftlicher Arbeitsweisen der Archäologie über die konkrete Feldarbeit am konkret umrissenen Beispiel der Keramikgattung bis hin zu einer Dokumentation dieser Arbeit reicht.

Professor Helmut Küchenhoff und Professor Paul W. Thurner (Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik bzw. Sozialwissenschaftliche Fakultät) werden für ihr Lehrangebot „Interdisziplinäre Wahlforschung/Wählerwanderung in München bei der Landtags und der Bundestagswahl 2013“ geehrt. Ziel dieses Lehrformats war die Verbindung von Forschung und Lehre mit gleichzeitigem Praxisbezug im Bereich der Wahl- und Wählerforschung. Zudem sollte ein interdisziplinäres Lehrangebot in einem Kernbereich der politikwissenschaftlichen Forschung entwickelt werden, der auf die permanente Rezeption von neuen statistischen Verfahren angewiesen ist. Herausgehoben wurde bei der Bewertung die Verknüpfung eines aktuellen Ereignisses mit den grundlegenden Fragen des jeweiligen Faches – zudem auf interdisziplinärer Basis.

Für den LMU Lehrinnovationspreis gingen zehn Vorschläge aus elf Fakultäten ein. Der LMU Lehrinnovationspreis ist mit 10.000 Euro dotiert und soll zur Verbesserung der Qualität in der Lehre eingesetzt werden. Die Fakultäten der LMU waren aufgefordert, das Konzept einer besonders praxisorientierten und erfolgreichen Lehrveranstaltung einzureichen. Der Preis wird von der Hochschulleitung vergeben. Wichtige Kriterien für die Vergabe sind der Innovationsgehalt der überarbeiteten Lehrveranstaltung, der Modellcharakter der Lehrveranstaltung sowie die Integration neuer Medien.

LMU Forscherpreise für exzellente Studierende 2013

Lena Welbergen (Medizinische Fakultät)

Die agonistische Konfrontation von Positionen in elementaren Fragen der Medizinerausbildung birgt in diesem Projekt „Das FacharztDuell – innovative Karriereplanung durch moderierte Diskussionsrunden“ einen erheblichen Lern- und Erkenntnisgewinn.

Katharina Kistler (Tierärztliche Fakultät)

Das Projekt „Immunhistochemische und histologische Untersuchungen zum Einfluss einer anti-inflammatorischen Strategie auf die zellulären Konsequenzen eines Status epilepticus“ erklärt die Ausgangslage der Forschungsfrage in der Epilepsieforschung sehr anschaulich und macht somit seinen eigenen Lösungsansatz besonders deutlich.

Lea Himmer (Fakultät für Psychologie und Pädagogik)

Dass der Schlaf nicht nur Passivität bedeutet, ist eine Binsenweisheit. Doch welche aktiven Prozesse der Erkenntnis tatsächlich ablaufen und inwiefern sie in den situativen Kontext des Schlafs ein-gebettet sind, zeigt das Projekt „Einfluss des Schlafs auf Erkenntnisprozesse“ sehr anschaulich.

Sebastian Balmes (Fakultät für Kulturwissenschaften)

Im Projekt „Ein Opferritual zur Rettung von Murasaki Shikibu und seine Spuren in der japanischen Kulturgeschichte“ wird an einem konkreten kulturellen Prozess, der Literatur und Religion, Fiktionalität und Buddhismus ins Verhältnis setzt, gezeigt, dass er eine genuine Forschungsfrage in der Japanologie entwickeln kann.

Alena Mikhaylova (Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften)

Im Projekt „Automatische Alignierung verschiedener deutscher Übersetzungen von ‚Verbrechen und Strafe‘ mit dem russischen Originalwerk von F.M. Dostjewskij“ werden slawistische Literaturwissenschaft und Computerphilologie, philologische Sensibilität und literaturwissenschaftliche Kompetenz verbunden. Zudem wird gezeigt, welche Parameter Übersetzungen von Literatur (hier: Übersetzungen von Dostojewski ins Deutsche) auszeichnen.

Benjamin Lipp (Sozialwissenschaftliche Fakultät)

Das Projekt „Wenn Liebe zum Leiden wird. Pädophilie im Kontext sexualmedizinischer Primärprävention“ ist hochaktuell und gesellschaftspolitisch brisant, gleichzeitig wird sehr darauf geachtet, eine wissenschaftliche Forschungsfrage zu konzipieren und zu beantworten.

Hannes Erdmann (Fakultät für Chemie und Pharmazie)

Das Thema „Katalytische Aktivität der Substanzklasse der Pyrrolidine“ ist für die Organische Chemie von grundlegender Bedeutung. Dieses Themenfeld wurde hier eigenständig erschlossen und entwickelt, die Ergebnisse wurden bereits prominent publiziert.

Elisabeth Schmidtmann (Fakultät für Biologie)

Im Projekt „Untersuchung der Redoxregulation der mitochondriellen Citrat-Synthase aus Arabidopsis thaliana“ wird gezeigt, wie, indem wichtige Bausteine und Parameter in hochkomplexen Prozessen identifiziert wurden, ein lebenswichtiges, beispielsweise für die Atmung entscheidendes Enzym reguliert wird.

Für den LMU Forscherpreis für exzellente Studierende sind 23 Vorschläge aus 13 Fakultäten bei der Jury eingegangen. Die Preisträger der LMU Forscherpreise für exzellente Studierende erhalten jeweils 1.000 Euro. Die Vergabe erfolgte durch eine Jury, die die Projekte nach den Kriterien erfolgreiche Durchführung des Projektes, Umfang und Originalität des Erkenntnisgewinns sowie Potenzial für Anschlussprojekte bewertete.

 

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