Ludwig-Maximilians-Universität München
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Hans-Peter Kriegel ist meistzitierter deutscher Informatiker

München, 10.06.2010

Professor Hans-Peter Kriegel, Inhaber des Lehrstuhls für Datenbanksysteme an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, ist der meistzitierte deutsche Informatiker. Zu diesem Ergebnis kommen Auswertungen der beiden Datenbanken „Microsoft Academic Search“ und „CiteSeer“, die im Bereich Informatik Zitierungen nachverfolgen. Von allen deutschen Informatikern wurden Professor Kriegels wissenschaftliche Ergebnisse demnach weltweit am häufigsten zitiert. Allein oder mit Koautoren hat der international renommierte Wissenschaftler 387 wissenschaftliche Werke veröffentlicht, und diese werden international über 7.000 mal zitiert – Tendenz steigend.

Für einen Universitätsprofessor ist die wissenschaftliche Reputation von größter Bedeutung. Gemessen wird sie meist in der Zitationshäufigkeit, das heißt wie oft seine wissenschaftlichen Ergebnisse von anderen Wissenschaftlern als Basis relevanter Arbeiten zitiert werden. Als meistzitierter deutscher Informatiker wird Professor Kriegel in einer Reihe genannt beispielsweise mit David A. Patterson, dem Erfinder der VLSI-Technologie, auf dem die berühmten SPARC-Prozessoren von Microsystems beruhen, Leslie Lamport dem Erfinder des Textverarbeitungsprogramms LaTeX oder Robert Morris, dem Erfinder des ersten Computerwurms, der sich 1989 im Internet weit ausbreitete. Im Jahr 2009 wurde Hans-Peter Kriegel von der Association for Computing Machinery (ACM), der bedeutendsten internationalen Gesellschaft für die Informatik, für seine Forschungen auf den Gebieten Datenbanksysteme und Data Mining zum ACM Fellow ernannt, als erster an einer bayerischen Hochschule oder Forschungsinstitution.

Die meistzitierte Arbeit von Hans-Peter Kriegel geht auf das Jahr 1990 zurück. Damals erfand er den R*-Baum, eine Variation des in Datenbanksystemen verwendeten R-Baums als räumliche, dynamische Indexstruktur, um schnell nach mehrdimensional ausgedehnten Objekten zu suchen. Dieser R*-Baums versucht, durch eine weiterentwickelte Split-Strategie das Überlappen von Rechtecksregionen zu minimieren. Dadurch müssen bei einer Suchanfrage fast immer weniger Teilbäume durchsucht werden, und die Anfragen an den Baum werden dadurch effizienter. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Arbeit weltweit auf so großes Interesse stößt, findet dieses Konzept doch in industriell weit verbreiteten Produkten Anwendung: ein R*-Baum findet sich beispielsweise in den Datenbanksystemen SQLite und Oracle. Auch im Online-Lexikon Wikipedia wird dieses Konzept erklärt und auf den Erfinder Hans-Peter Kriegel und seine Mitarbeiter verwiesen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hans-Peter Kriegel
Lehrstuhl für Datenbanksysteme
Institut für Informatik
Tel.: 089 / 2180-9191
E-Mail: kriegel@dbs.ifi.lmu.de

 

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