Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Quantenexperimente in der Schwerelosigkeit

Forscher testen Prinzipien der Relativitätstheorie

München, 29.06.2010

Vor rund 100 Jahren wurden zwei bahnbrechende Theorien formuliert, die unser Verständnis der Naturgesetze geradezu revolutionierten: die allgemeine Relativitätstheorie, welche für die klassische Welt gilt und insbesondere die Eigenschaften großräumiger Strukturen im Universum erklärt, sowie die Quantenmechanik, die das Verhalten der Teilchen im Mikrokosmos beschreibt. Noch ist es nicht gelungen, beide Theorien zu vereinheitlichen und etwa die allgemeine Relativitätstheorie auf die Quantenwelt auszudehnen. Als interessantes Bindeglied könnte sich hier das sogenannte Bose-Einstein-Kondensat (BEC) erweisen. Dabei handelt es sich um eine Wolke aus etwa einer Million Atomen, die sich bei extrem tiefen Temperaturen zu einer kohärenten Materiewelle zusammenschließen. Ein BEC ist somit einerseits ein Quantensystem, kann aber andererseits mit einer Ausdehnung von bis zu einigen Millimetern klassische Dimensionen erreichen. Im Rahmen des QUANTUS-Projekts haben jetzt Mitarbeiter verschiedener Forschungsinstitutionen, darunter die Universität Hannover, die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und das Max-Planck-Institut für Quantenoptik, die Relativitätstheorie an einem BEC getestet, das sich im freien Fall von einem 146 Meter hohen Turm befand. Solchermaßen nahezu in der Schwerelosigkeit ließ sich die Ausbreitung der Materiewelle bis zu eine Sekunde lang beobachten. Die Genauigkeit von Atom-Interferometern, die sowohl zur Messung von Gravitationsfeldern als auch zum Test der Relativitätstheorie eingesetzt werden, könnte unter solchen Bedingungen um Größenordnungen verbessert werden. (Science online, 17. Juni 2010)

Weitere Informationen

Publikation:
T. v. Zoest et. al.
"Bose-Einstein Condensation in Microgravity”
Science online, 17. Juni 2010

Ansprechpartner:
Professor Theodor W. Hänsch
Lehrstuhl für Experimentalphysik der LMU und MPI für Quantenoptik
Tel.: 089 / 32905 – 702/712
Fax: 089 / 32905 – 312
E-Mail: t.w.haensch@mpq.mpg.de

 

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse