Ludwig-Maximilians-Universität München
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Raumwahrnehmung und ihr sprachlicher Ausdruck

LMU-Symposium zur Kognitiven Linguistik

München, 27.06.2007

Die Fähigkeit des Menschen, sich im dreidimensionalen Raum zu orientieren, ist von grundlegender Bedeutung. Sie verlangt nicht nur entsprechende kognitive Leistungen, sondern bedarf auch des sprachlichen Ausdrucks. Die Forschung zeigt, dass die Kodierung  räumlicher Information auf sprachspezifische Weise erfolgt. Mit dem Thema „Spatial cognition and its expression in language and gesture“ beschäftigt sich ein Symposium an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, das am Montag, 2. Juli, ab 9.30 Uhr im Internationalen Begegnungszentrum, Amalienstraße 38, 80799 München, stattfindet. Veranstalter ist das Interdisziplinäre Zentrum für Kognitive Sprachforschung (ICCLS), das im Dezember 2005 an der LMU gegründet wurde.

Das Symposium geht der Frage nach, in welchem Ausmaß die Raumkognition durch die sprachliche Kodierung beeinflusst wird. Schon seit Wilhelm von Humboldt gibt es die Hypothese, dass die Sprache die Kognition determiniert. Diese Hypothese wird derzeit wieder mit neuen Daten zum Ausdruck der Raumkognition diskutiert. Hat eine Sprache beispielweise keine Ausdrücke wie "links", "rechts", "vorne" und "hinten", die Objekte in Bezug zueinander stellen, dann fällt es ihrer Sprechern auch schwerer, die entsprechenden räumlichen Relationen zu konzeptualisieren. Umgekehrt können sich Sprecher von Sprachen mit relativen Bezugsrahmen nicht so gut mit absoluten Bezugsrahmen wie etwa den vier Himmelsrichtungen im Raum orientieren, da die entsprechenden Begriffe für den Ausdruck alltäglicher Raumkognition – etwa "die Butter steht nördlich von der Marmelade" – kaum eine Rolle spielen. Als Evidenz sind insbesondere sprachvergleichende Studien zum Erst- und Zweitsprachenerwerb und Studien zur Verwendung von Gestik und Sprache gefragt.

Das Symposium bietet Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen Gelegenheit zur Diskussion in drei aufeinander folgenden Sektionen. Sektion I widmet sich zunächst dem allgemeinen Bereich „Orientation in space“. Darauf aufbauend wird Sektion II unter dem Titel „The acquisition of spatial language“ auf den Erstspracherwerb räumlicher Ausdrücke eingehen, bevor in  Sektion III, „Spatial cognition and its expression in language and gesture“, jüngste Forschungsergebnisse zum Ausdruck räumlicher Orientierung in Sprache und Gestik zur Diskussion gestellt werden.

Weitere Informationen unter: http://www.kognitive-sprachforschung.lmu.de/event/symposium/3rd/3rdicclssymposiuma.html

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