Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Neue Humboldt-Stipendiaten an der LMU

München, 09.05.2007

Sechs Humboldt-Stipendiaten haben sich für einen Forschungsaufenthalt an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München entschieden. Die Wissenschaftler Professor Diana Stanciu, Professor Jens Holger Schjørring, Professor Dhiray M. Banerjee, Professor Bob Buchanan, Dr. Elena Filippi und Dr. Nathan MacDonald werden für jeweils rund ein Jahr an der LMU forschen, finanziert von der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Stiftung ermöglicht hoch qualifizierten promovierten ausländischen Wissenschaftlern, ein Forschungsvorhaben eigener Wahl in Deutschland durchzuführen. Die Stipendiaten wählen ihre Forschungsvorhaben und den jeweiligen deutschen Gastgeber selbst aus. Daher ist die Anzahl der Humboldt-Stipendiaten ein wichtiger Indikator für internationale Kontakte und Reputation.

 

Über die Forschungsstipendiaten:

Professor Diana Stanciu wird am Seminar für Geistesgeschichte und Philosophie der Renaissance der LMU zu Gast sein. Die 1967 in Rumänien geborene Diana Stanciu studierte Englisch und Philosophie an der Universität Bukarest. Zwischen 1998 und 2002 forschte sie an der Central European University in Budapest, Ungarn. 2004 wurde sie mit dem Dissertationsthema „Shaftsbury’s Characteristics – A Socratic Programme of the Eighteenth Century“ an der Universität Bukarest promoviert. Seit 2001 ist sie dort Associate Professor am Department of Political Science. An der LMU wird Diana Stanciu zum Thema „Cambridge Platonism, Rational Religion and Toleration“ forschen. Dabei untersucht sie die geistesgeschichtlichen Einflüsse, die auf die Cambridge Platonists im 17. Jahrhunderts einwirkten, insbesondere die im weitesten Sinn florentiner Platonismusrezeption des 15. Jahrhunderts.

Professor Jens Holger Schjørring von der Universität Aarhus, Dänemark, kommt als Gastforscher an die Evangelisch-Theologische Fakultät. Er wurde 1942 in Dänemark geboren und studierte von 1961 bis 1968 Theologie. Seine Doktorarbeit schrieb er über ein Thema zum deutschen Kirchenkampf aus internationaler und ökumenischer Perspektive. 1997 wurde er Professor an der Universität Aarhus. Jens Holger Schjørring gilt international als einer der versiertesten Historiker zur kirchlichen Zeitgeschichte Europas. Zu seinen Schwerpunkten zählen neben der neueren skandinavischen Kirchengeschichte die Zeit des Nationalsozialismus und Forschungen zum Weltluthertum in der Neuzeit. An der LMU arbeitet er unter anderem an einer Darstellung der globalen Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts.

Professor Dhiraj M. Banerjee von der Universität Delhi, Indien, wird sein Forschungsstipendium in der Arbeitsgruppe Präkambrische Geologie am Department für Geo- und Umweltwissenschaften verbringen. Er wurde 1942 im indischen Lucknow geboren und studierte an der dortigen Universität. Professor Banerjee ist Sedimentologe und Geochemiker und Autor zahlreicher international angesehener Publikationen über das Präkambrium in Indien. In seinem Forschungsprojekt „Neoproterozoic Evaporite Successions of the western Rajasthan, India and their global correlation“ untersucht er an der LMU Sedimentgesteine aus Indien und vergleicht diese mit Gesteinen aus Pakistan, Oman und der Huqf Region. Das Forschungsprojekt ist somit sowohl für die Evolution des Lebens als auch paläogeographisch und paläoklimatologisch von Bedeutung.

Professor Bob Buchanan, Universität von Kalifornien in Berkley, USA, wird ab September 2007 als Humboldt Forschungspreisträger an der Fakultät für Biologie, Bereich Botanik, forschen. Er ist Mitglied der Academy of Science der USA und beschäftigt sich seit langem mit der Regulation der Umwandlung von Kohlendioxid in Kohlenhydrate durch die pflanzliche Photosynthese. Sein Name ist dabei untrennbar verbunden mit der Redoxregulation pflanzlicher Enzyme durch das Thioredoxinsystem. Eine Redoxreaktion ist eine Stoffumwandlung, bei der ein Reaktionspartner Elektronen auf den anderen überträgt. Der Redoxzustand der Reaktionspartner steuert Enzymreaktionen und kann Signale erzeugen, die den Stoffwechsel und die Genexpression beeinflussen. Ein Beispiel für Redoxregulation sind die Thioredoxine, die abhängig vom Redoxzustand Enzyme aktivieren und inaktivieren können. Bob Buchanans Buch „Biochemistry and Molecular Biology of Plants“ ist das maßgebliche Lehrbuch in diesem Bereich.

Dr. Elena Filippi wird ihr Forschungsstipendium am Institut für Kunstgeschichte absolvieren. Sie wurde 1966 in Italien geboren und studierte Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Padua, Würzburg und Freiburg. 1995 wurde sie an der Universität La Sapienza, Rom, promoviert mit einer Arbeit zur Darstellung der Frauen in der Reformationszeit. Seit 2000 ist sie Lehrbeauftragte für europäische Kunstgeschichte der Frühneuzeit in Ferrara, von 2002 bis 2006 war sie zusätzlich Lehrbeauftragte für Kunstgeschichte in Trient. Schwerpunkte ihrer Forschung sind das Verhältnis von Bild und Wort im Humanismus und der Renaissance. Darüber hinaus untersucht sie die Entwicklung des Porträtgenres zwischen dem 15. und dem 16. Jahrhundert. An der LMU forscht sie zum Thema „Dürers Selbstbildnis (1500) und das Erbe des Cusanus“. Dabei untersucht sie Albrecht Dürers (1471-1528) Selbstporträt aus dem Jahr 1500 (Alte Pinakothek, München) im Lichte der Naturphilosophie und Metaphysik des Nicolaus von Kues (1401-1464).

Dr. Nathan MacDonald von der University of St. Andrews, Schottland, wird in der Abteilung für Altes Testament der Evangelisch-Theologischen Fakultät forschen. Er studierte in Cambridge Theologie und althebräische Sprache und schloss im Jahr 1998 mit dem Master ab. 2002 wurde er an der University of Durham, England, zum PhD promoviert. Seine Dissertation „Deuteronomy and the Meaning of ‚Monotheism’“ wurde mit dem John Templeton Award for Theological Promise 2007 ausgezeichnet. An der LMU untersucht Nathan MacDonald, wie im Alten Testament die Ernährung des Menschen unter religiösem Aspekt dargestellt wird. Die Versorgung des Menschen durch die Gottheit gehört zu den elementaren Vorstellungen der Religion. Nathan MacDonald möchte zeigen, wie sich das Motiv während der Geschichte Israels entwickelt hat und wie es in den unterschiedlichen Quellen der biblischen Literatur dargestellt wird.

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse