Ludwig-Maximilians-Universität München
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Vampire mit feiner Nase für menschliche Beute -

Blutsaugende Fledermäuse erkennen Opfer am Atem

München, 16.06.2006

Vampirfledermäuse sind die einzigen Säuger, die sich ausschließlich von Blut ernähren – auch dem von Menschen. Dabei erkennen die Tiere ihre Beute an den Atemzügen, wie Dr. Lutz Wiegrebe und Udo Gröger von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München jetzt in der Fachzeitschrift BMC Biology nachweisen. Die Wissenschaftler untersuchten Vampirfledermäuse der Art Desmodus rotundus und zeigten, dass diese Spezies menschliche Atemgeräusche sehr viel besser erkennen als Menschen selbst das können. Diese Fähigkeit ist von entscheidender Bedeutung für die Vampirfledermäuse, weil sie sich über mehrere Nächte hinweg von denselben Opfern ernähren. „Wir vermuten, dass die Tiere die Atemgeräusche nutzen, um ihre Nahrungsquellen identifizieren zu können“, so Wiegrebe. „Vermutlich läuft das ähnlich wie bei uns Menschen, die wir uns über die Stimme erkennen können.“

In der Studie konnten Wiegrebe und Gröger zwei Vampirfledermäuse so trainieren, dass sie unterschiedliche Aufnahmen menschlicher Atemgeräusche verschiedenen Futterquellen zuordnen konnten. Die Tiere sollten dann kurze Hörproben der Aufnahmen von denselben Leuten mit der entsprechenden Nahrungsquelle in Verbindung bringen. „Es hat sich gezeigt, dass die Fledermäuse spontan die Aufnahmen mit den korrekten menschlichen Individuen – die sie ja nur anhand der Atemgeräusche kannten – assoziieren konnten“, berichtet Wiegrebe. „Das hat sogar funktioniert, wenn der Atem aufgenommen wurde, während das betreffende Individuum unter körperlicher Anstrengung war.“ Vier menschliche Probanden sollten dann die gleiche Aufgabe erfüllen. Das gelang ihnen aber nur bei ruhigen Atemgeräuschen. Die bei physischem Stress aufgezeichneten Hörproben konnten sie nicht richtig zuordnen.

Ansprechpartner:
PD Dr. Lutz Wiegrebe
Neurobiologie, Fakultät für Biologie
Tel.: 089-2180-74314
E-Mail: lutzw@lmu.de