Ludwig-Maximilians-Universität München
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Dem Regen auf der Spur

LMU-Meteorologen erforschen den Monsun

München, 25.08.2006

Die Sahelzone ist in den letzten Jahrzehnten zum Synonym für Dürre geworden, doch in der Regenzeit kann der Monsunregen auch für extreme Überschwemmungen und Malariaepidemien sorgen. Extreme bestimmen das Klima in Westafrika und damit das Leben von Millionen von Menschen. In dem europäischen Forschungsprojekt AMMA wollen Wissenschaftler nun herausfinden, warum der Monsunregenfall so stark schwankt und wie das Zusammenspiel zwischen Wasser, Land und Luft funktioniert. Meteorologen von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München beteiligen sich mit einem Fernerkundungs-Projekt zur Sondierung von Wolken und Aerosolpartikeln an AMMA.

Bereits Anfang des Jahres 2006 haben Münchener Forscher in Niger Messungen mit einem selbst entwickelten Lidar durchgeführt, das ähnlich wie ein Radargerät arbeitet und mit Laserpulsen die Atmosphäre vermisst. „Für das an unserem Institut entwickelte Lidar POLIS waren die Hitze und die afrikanische Infrastruktur ein echter Härtetest, den es jedoch glänzend bestanden hat“, freut sich Dr. Birgit Heese vom Meteorologischen Institut der LMU. Sie hat mit POLIS vier Wochen lang täglich Messungen der vertikalen Aerosolverteilung durchgeführt. Dabei ging es vor allem um die Ausbreitung und Vermischung von mineralischem Wüstenaerosol und menschengemachtem Verbrennungsaerosol. Diese Mikropartikel in der Luft können die Bildung von Wolken beeinflussen und damit auch Auswirkungen auf den Monsun-Niederschlag haben.

Ein zweiter Messstandort des Meteorologischen Institutes ist Djougou in Benin. Hier werden Langzeitmessungen von Wolkeneigenschaften und Wasserdampf durchgeführt. Mit einem Regen-Radar können die Forscher den Wassergehalt von Wolken bestimmen. Ein Ceilometer kann die Grenzschichtentwicklung beobachten, das Mikrowellenradiometer HATPRO kann zusätzlich dazu Temperatur- und Feuchteprofile messen. Mit diesen Daten wollen die Wissenschaftler Vorhersagemodelle entwickeln, mit denen sie den westafrikanischen Monsun besser prognostizieren können. Landwirtschaft und Gesundheitsvorsorge in Westafrika sollen davon profitieren. Außerdem erhoffen sich die Forscher auch ein besseres Verständnis für die Bedeutung Westafrikas für das globale Klimasystem.

Das EU-Forschungsvorhaben AMMA (African Monsoon Multidisciplinary Analysis, www.amma-eu.org) wird mit insgesamt 36 europäischen und vier afrikanischen, pan-nationalen Organisationen durchgeführt und vom französischen Centre National Recherche Scientifique (CNRS) koordiniert. Es ist in das internationale AMMA-Projekt eingebettet, an dem sich unter anderem die USA und viele weitere afrikanische Institutionen beteiligen (www.amma-international.org).

 

Ansprechpartner:
Dr. Matthias Wiegner
Meteorologisches Institut der LMU
Tel.: 089 / 2180 4344
E-Mail: m.wiegner@meteo.physik.uni-muenchen.de

 

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