Ludwig-Maximilians-Universität München
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Magisterarbeit über Interkulturelles Lernen

LMU-Studentin erhält BMW Group Forschungspreis

München, 13.02.2004

Können verbesserte Sprachkenntnisse Krankheitsverläufe beeinflussen? Wird eine türkische Patientin durch bessere Deutschkenntnisse und Integration schneller gesund als ihre kranke Freundin, die kaum ein Wort Deutsch spricht? Mit diesen Fragen hat sich die Studentin Milada Vysoka in ihrer Magisterarbeit im Fach Deutsch als Fremdsprache an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München beschäftigt. Für ihre umfangreiche Studie erhielt die 29-jährige Slowakin am gestrigen Donnerstag, den 12. Februar, in München den „BMW Group Award für Interkulturelles Lernen“. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

In ihrer Magisterarbeit über die „Zusammenhänge zwischen somatoformen Symptomen und Sprachbeherrschung bei ausländischen Patienten mit geringen Sprachkenntnissen“ geht Milada Vysoka der Frage nach, inwiefern Sprachunterricht den Genesungsprozess von Patienten mit Migrationshintergrund verbessern kann. Dabei wurde sie von Professor Jörg Roche (Deutsch als Fremdsprache) fachlich betreut und in medizinischen Fragen intensiv von Professor Manfred Grohnfeldt und Dr. K. J. Zander beraten. Zudem wurde die Studentin von einer Reihe ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen unterstützt.

Die Arbeit basiert auf einer Studie, die den Aufwand für eine normale Magisterarbeit bei weitem übertrifft. 15 Patientinnen erhielten sechs Monate lang Deutschunterricht nach einem eigens entwickelten Lehrplan. Die BMW-Jury würdigte daher auch ausdrücklich das „außerordentliche soziale und kulturelle Engagement“ der LMU-Studentin: „Für den von ihr selbst erteilten Unterricht entwickelt die Verfasserin eigens ein spezifisches, handlungsorientiertes Curriculum, das den therapeutischen, linguistischen und didaktischen Anforderungen in jeder Hinsicht gerecht wird.“

Die Deutlichkeit der Ergebnisse von Vysokas Studie ist überwältigend. Mit wenigen Ausnahmen verbessert sich der medizinische Zustand der unterrichteten Patientinnen signifikant, während die Symptomausprägung bei der Kontrollgruppe - also den Patientinnen, die keinen Deutschunterricht nach dem Verfahren der Verfasserin erhielten - erheblich zunahm.

Die BMW-Jury zeigte sich besonders von „Originalität, Innovationspotenzial und Reichweite der Erkenntnisse“ überzeugt. Die Ergebnisse, so die Juroren, seien „ausgesprochen eindrucksvoll und richtungweisend für die Zukunft“.

Im Rahmen des LIFE-Konzeptes, mit dem die BMW Group die Entwicklung und internationale Verbreitung Interkulturellen Lernens fördert, werden seit sieben Jahren Projekte zur Thematik „Kulturen lernen von- und miteinander" mit dem „BMW Group Award für Interkulturelles Lernen“ prämiert.

Ansprechpartner:

Professor Dr. Jörg Roche
Multimedia Forschungs- und Entwicklungslabor
Department für Kommunikation und Sprachen
Prinzregentenstr. 7
80538 München

Tel.: 089/2180-5928
E-Mail:roche@daf.uni-muenchen.de