Ludwig-Maximilians-Universität München
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Heinz Maier-Leibnitz-Preis

Zwei LMU-Forscher ausgezeichnet

München, 02.03.2020

Der Mediziner Daniel Kotlarz und der Literaturwissenschaftler Erik Schilling bekommen den wichtigsten deutschen Nachwuchspreis.

Zwei der diesjährigen Heinz Maier-Leibnitz-Preise gehen an Wissenschaftler der LMU und des LMU Klinikums: Dr. Daniel Kotlarz, Nachwuchsgruppenleiter am Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums, und Dr. Erik Schilling, Privatdozent für Neuere deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft an der LMU, bekommen den mit jeweils 20.000 Euro dotierten Preis. Er gilt als die wichtigste deutsche Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vergeben sie an „herausragende Forscherinnen und Forscher, die sich in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Laufbahn befinden und noch keine unbefristete Professur innehaben“. In diesem Jahr hat die zuständige Jury insgesamt vier Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftler dafür ausgewählt.

Zu den Preisträgern an der LMU:

kotlartz_200_webDaniel Kotlarz erforscht die genetischen Ursachen von Immundefekten, die an der Entstehung von früh im Kindesalter auftretenden Formen der chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) beteiligt sind. Seltene genetische Defekte können das Immunsystem auf unterschiedliche Weise beeinflussen und zur Entstehung der Erkrankung führen, die oft schwer und lebensbedrohlich verläuft und einer konventionellen Behandlung nicht zugänglich ist. Ziel von Kotlarz‘ translationaler Forschung ist es, die molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung mithilfe bioanalytischer Hochdurchsatzverfahren und verschiedener experimenteller Modelle aufzuklären, um neue diagnostische Werkzeuge und Therapien zu entwickeln. Unter anderem konnte Kotlarz für einzelne Gendefekte bei einer Reihe von Proteinen erstmals nachweisen, dass sie diese Erkrankung auslösen können. Diese Erkenntnisse sind ein wichtiger Schritt für die Entwicklung von individuell zugeschnittenen Behandlungsansätzen und haben die Notwendigkeit innovativer genetischer Analysen bei Kindern mit CED verdeutlicht.

Daniel Kotlarz, Jahrgang 1978, ist Mediziner und arbeitet als Nachwuchsgruppenleiter am Dr. von Haunerschen Kinderspital des Klinkums der LMU. Er ist Teilprojektleiter des DFG-geförderten Sonderforschungsbereichs „Kontrolle und Plastizität von Zelldifferenzierungsprozessen im Immunsystem“. Zugleich ist er assoziierter Senior Scientist in der Abteilung für pädiatrische Gastroenterologie des Boston Children’s Hospital der Harvard Medical School.

schilling_200_webDie Forschungsthemen des Literaturwissenschaftlers Erik Schilling stecken inhaltlich einen weiten Rahmen. Sie umfassen ebenso Literatur und Theorie der Postmoderne wie moderne Lyrik, gattungsgeschichtliche Fragestellungen und Formen der Intertextualität, heißt es in einer Mitteilung der DFG zum diesjährigen Heinz Maier-Leibnitz-Preis. In einem aktuellen Buchprojekt setzt Schilling sich kritisch mit dem gesellschaftlichen Ideal der Authentizität auseinander. In seinen Forschungsprojekten untersucht und vergleicht er zum Beispiel ausgehend von der Auseinandersetzung um ‚fake news‘ den Umgang mit Ambiguität in „Interpretationskulturen um 1800 und um 2000“. Oder er fragt nach Formen gesellschaftlicher „Anerkennung in der zeitgenössischen Literaturszene“. Schillings „Arbeitsweise zeichnet sich ebenso durch enorme Produktivität und Vielfältigkeit wie durch philologische Sorgfalt und hohe Sensibilität im Umgang mit den literarischen Gegenständen und der dazu vorliegenden Forschung aus“, schreibt die DFG weiter. „Besonders beeindruckt dabei, wie seine Untersuchungen Literatur und Literaturtheorie aufeinander beziehen und füreinander fruchtbar machen. Damit gibt Schilling der Selbstbeschreibung der Literaturwissenschaft und ihrer Deutungspraxis wichtige neue Impulse.“

Erik Schilling, Jahrgang 1983, ist Privatdozent an der LMU München. Er studierte deutsche, lateinische und italienische Philologie an den Universitäten München, Pavia und Salamanca. Er absolvierte sein Promotionsstudium an der LMU und an der Stanford University und wurde in Neuerer deutscher Literatur und italienischer Philologie promoviert. Er war Visiting Scholar an der Harvard University und Humboldt Fellow am Jesus College der University of Oxford. Die Habilitation erfolgte in Neuerer deutscher Literatur und Vergleichender Literaturwissenschaft.