Ludwig-Maximilians-Universität München
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Auszeichnung

Prinzessin Therese von Bayern-Preis 2019 vergeben

München, 18.07.2019

Sechs Wissenschaftlerinnen aus den naturwissenschaftlichen Fakultäten der LMU erhalten den Prinzessin Therese von Bayern-Preis 2019.

Die „Prinzessin Therese von Bayern-Stiftung zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München“ zeichnet herausragende Wissenschaftlerinnen an der LMU aus. Zu den wichtigsten Auswahlkriterien bei der Preisvergabe gehören außerordentliche wissenschaftliche Leistungen und eine akademische Karriere, die Vorbildfunktion für junge Forscherinnen hat. Die Namensgeberin der Stiftung, Prinzessin Therese von Bayern (1850-1925), war Wissenschaftlerin und erforschte auf ihren Reisen in Europa und Amerika anthropologische und zoologische Phänomene. Darüber hinaus setzte sie sich für die Bildung von Frauen ein. Sie erhielt im Jahre 1897 als erste Frau die Ehrendoktorwürde der LMU.

Am 19. Juli 2019 werden die Preise für das Jahr 2019 an sechs Wissenschaftlerinnen aus den naturwissenschaftlichen Fakultäten der LMU verliehen. Die Preisvergabe wird von der Heidehof Stiftung GmbH gefördert.

Die Preisträgerinnen im Porträt:

aidelsburger_200_webProf. Dr. Monika Aidelsburger forscht an der Fakultät für Physik der LMU über Quantenphänomene. Sie ist Professorin für Künstliche Quantenmaterie und arbeitet mit optischen Gittern, Systemen aus ultrakalten Quantengasen in künstlichen Kristallen aus Licht. Das ermöglicht ihr, Phänomene der Festkörperphysik im Modell zu simulieren. Im Jahr 2018 wurde sie mit einem Starting Grant des Europäischen Forschungsrats ausgezeichnet.

Monika Aidelsburger zählt zu den Koordinatorinnen und Koordinatoren des neuen Exzellenzclusters „Münchner Zentrum für Quantenwissenschaft und -technologie“ (MCQST) und ist Gleichstellungsbeauftragte für die nächste Förderperiode der DFG-Forschergruppe „Artificial Gauge Fields and Interacting Topological Phases in Ultracold Atoms“ (FOR2414).

Monika Aidelsburger studierte von 2006 bis 2011 Physik an der LMU. Anschließend arbeitete sie als Research Associate am Lehrstuhl für Experimentalphysik der LMU unter der Leitung von Immanuel Bloch, wo sie im Jahr 2015 promoviert wurde. Von 2016 bis 2017 war sie Postdoctoral Fellow am Collège de France in Paris und anschließend Nachwuchsgruppenleiterin am Lehrstuhl für Experimentalphysik – Quantenoptik an der LMU. Seit 2019 ist sie W2-Professorin an der LMU.

Mehr zur Forschung von Monika Aidelsburger:

 

biagini__200_webProf. Dr. Francesca Biagini ist Inhaberin des Lehrstuhls für angewandte Mathematik an der LMU. In ihrer Forschung befasst sie sich unter anderem mit der Bildung von Spekulationsblasen an den Finanzmärkten sowie stochastischen Modellen für Versicherungsmärkte, die es ermöglichen, Versicherungsrisiken einzuschätzen.

Die LMU-Professorin ist Secretary der „SIAM Activity Group on Financial Mathematics and Engineering” sowie Vizepräsidentin der „Bachelier Finance Society”. An der LMU ist Francesca Biagini Mitglied des Executive Board des „Munich Risk and Insurance Center“, Sprecherin des Quantitative and Computational Systems Science Center (QCSSC) und engagiert sich als Mentorin im Rahmen des LMUMentoring-Programms, um Frauen bei der Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere zu unterstützen. Im Juli wurde Francesca Biagini zur Vizepräsidentin für den Bereich Internationales und Diversity an der LMU gewählt, Beginn der dreijährigen Amtszeit ist Oktober 2019.

Francesca Biagini studierte Mathematik in Pisa, Italien, an der Universität und der dortigen Scuola Normale Superiore, wo sie auch im Fach Finanzmathematik und Stochastische Analyse promoviert wurde. Bevor sie im Jahr 2005 nach München an die LMU wechselte, war sie Assistant Professor für Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik an der Universität Bologna in Italien.

Mehr zur Forschung von Prof. Biagini:

  • Formeln des Fiebers

In: Einsichten 1 / 2016, S. 41 ff.

 

daumann_200_webProf. Dr. Lena Daumann ist Professorin für Bioanorganische Chemie an der LMU. Ihr Forschungsschwerpunkt sind Metalle der Seltenen Erden, die für moderne Technologien unabdingbar sind, aber auch seit Kurzem als essenzielle Elemente für bestimmte Bakterien bekannt sind.

Für ihren Einsatz in der Lehre wurde Lena Daumann im Jahr 2019 mit dem Ars legendi-Fakultätenpreis ausgezeichnet. Im Rahmen von LMUMentoring setzt sich die LMU-Chemikerin für den wissenschaftlichen Nachwuchs ein, zudem arbeitet sie mit Schülerinnen und Schülern. So leitet sie im Rahmen des Programms „Our common future“ der Robert Bosch-Stiftung ein Projekt mit einer Schulklasse zum Thema Recycling von Seltenen Erden.

Lena Daumann studierte Chemie mit dem Nebenfach Umwelthygiene an der Universität Heidelberg. Von 2010 bis 2013 absolvierte sie ein Promotionsstudium an der University of Queensland, Australien. Anschließend war sie als Postdoc bis 2015 an der University of California, Berkeley, gefördert durch ein Feodor Lynen-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung. Seit 2016 ist sie W2-Professorin an der LMU.

 

greven_blende11Prof. Dr. Sonja Greven ist seit April 2019 Inhaberin des Lehrstuhls für Statistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuvor war sie Professorin für Biostatistik an der LMU. Sonja Greven entwickelt statistische Methoden für komplexe Daten, wie sie zum Beispiel im medizinischen Bereich bei Gehirnscans anfallen.

In ihrer Forschung arbeitet Sonja Greven interdisziplinär mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen zusammen, wie der Medizin, der Psychologie sowie der Soziologie und den Wirtschaftswissenschaften. Die entwickelten statistischen Modelle werden als Open Source Software zur Verfügung gestellt.

Sonja Greven studierte Mathematik in Aachen mit dem Schwerpunkt Statistik und dem Nebenfach Medizin sowie Biostatistik in Chapel Hill, USA. 2007 wurde sie an der LMU in Statistik promoviert, wohin sie nach einem Postdoc-Aufenthalt an der Johns Hopkins University, USA, wieder zurückkehrte. Von 2010 bis 2016 leitete sie an der LMU die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Statistische Methoden für longitudinale funktionale Daten“, 2014 nahm sie den Ruf als Professorin für Biostatistik an der LMU an.

 

jung_200_webProf. Dr. Kirsten Jung ist Inhaberin des Lehrstuhls für Mikrobiologie an der Fakultät für Biologie der LMU. Sie forscht über die molekularen Prinzipien der Kommunikation von Bakterien sowie deren Anpassungs- und Überlebensstrategien an variierende Umweltbedingungen.

Die Mikrobiologin ist stark in der Organisation von Forschungsverbünden engagiert und hat das DFG-Schwerpunktprogramm „Phänotypische Heterogenität und Soziobiologie bakterieller Populationen“ sowie das Graduiertenkolleg „Molecular Principles of Synthetic Biology“ initiiert, bei beiden ist sie Sprecherin, zudem ist sie Vizesprecherin des SFB-Transregios „Spatio-temporal dynamics of prokaryotic cells“. Kirsten Jung setzt sich für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein, insbesondere von Frauen, unter anderem im Rahmen des Programms LMUMentoring.

Kirsten Jung studierte Biochemie an der Universität Leipzig, wo sie auch promoviert wurde. Von 1992 bis 1994 war sie Postdoc an der University of California, Los Angeles, USA, und anschließend wissenschaftliche Assistentin an der Universität Osnabrück, wo sie sich im Jahr 1999 habilitierte und im selben Jahr mit einem Heisenberg-Stipendium der DFG ausgezeichnet wurde. 2002 nahm Kirsten Jung eine Professur an der TU Darmstadt an, seit 2004 ist sie Lehrstuhlinhaberin an der LMU.

 

merkel_200_webProf. Dr. Olivia Merkel ist Professorin für Drug Delivery an der Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU. Sie entwickelt neue Therapieansätze auf der Basis von Nanomaterialien. Damit trägt sie zu einer verbesserten Behandlung von Krebs und entzündlichen Erkrankungen vor allem in der Lunge bei. Im Jahr 2014 wurde sie mit einem Starting Grant des Europäischen Forschungsrates ausgezeichnet. Im Rahmen des Projekts entwickelt sie inhalative Nanopartikel-basierte Ansätze in der Asthmatherapie.

Olivia Merkel studierte Pharmazie an der Universität Marburg, wo sie auch promoviert wurde. Sie arbeitete von 2009 bis 2011 als Postdoc in Marburg und anschließend als Assistant Professor an der Wayne State University in Detroit, USA. Seit Oktober 2015 ist sie Professorin an der LMU und betreute parallel bis 2017 Promovierende in ihrer Arbeitsgruppe in Detroit. Für ihre Forschung wurde Olivia Merkel bereits mehrfach ausgezeichnet. Sie ist Vizepräsidentin der deutschen Sektion der „Controlled Release Society“ und Mitglied des Evaluationsgremiums für den Schweizer Nationalfonds.