Ludwig-Maximilians-Universität München
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Zeitgeschichte

Politische Gewalt erforschen

München, 14.05.2019

Am Lehrstuhl für Zeitgeschichte geht ein DFG-Projekt an den Start.

Wann, in welchen Formen und unter welchen Umständen tun Menschen gemeinsam den Schritt zur politischen Gewalt, wann aber auch nicht? Diesen Fragen geht ein DFG-Projekt mit Blick auf drei Gruppierungen jenseits der RAF nach. Hier im Bild: Anti-Reagan-Demonstration in Berlin im Juni 1987. (Foto: imago images / Peter Homann)

Die DFG hat das Forschungsprojekt „Politische Gewalt in der Bundesrepublik“ bewilligt. Zum 1. Juni wird das Forschungsvorhaben unter der Leitung von Prof. Dr. Margit Szöllösi-Janze starten. In drei Teilprojekten werden die LMU-Historikerin Anna Greithanner sowie die LMU-Historiker Max Gedig und Dominik Aufleger Gruppen jenseits der RAF und damit „einen kaum erforschten Strang linker politischer Gewalt in der Bundesrepublik“ untersuchen, so Szöllösi-Janze: die Bewegung 2. Juni, die Revolutionären Zellen/Rote Zora sowie die Roten bzw. Schwarzen Hilfen.

Die drei Gruppierungen hatten unterschiedliche Ansichten darüber, ob, wann und in welcher Form Gewalt angewendet werden dürfe, um ihre Ziele zu erreichen. Das Projekt geht in einem vergleichenden Ansatz Prozessen der Radikalisierung und Vergemeinschaftung nach. Unter anderem mithilfe der Netzwerkanalyse fragt das Team danach, was dazu führt, dass Menschen gemeinsam den Schritt in den Untergrund tun und politisch motivierte Gewalttaten begehen oder aber auch nicht.

Damit startet am Lehrstuhl für Zeitgeschichte ein weiteres Projekt zur historischen Gewaltforschung. So untersucht PD Dr. Nicolai Hannig derzeit das Thema Gewalt auf der Straße im 19. und 20. Jahrhundert. Mit ihrem Schwerpunkt in der Geschichte der Konzentrationslager und des Holocaust widmet sich Dr. Kim Wünschmann der genozidalen Gewalt.

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