Ludwig-Maximilians-Universität München
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Zoologie

Neue Mini-Frösche in Madagaskar entdeckt

München, 28.03.2019

Ein internationales Forscherteam hat auf der Insel Madagaskar fünf neue Zwergfroscharten entdeckt. Der größte von ihnen könnte bequem auf einem Daumennagel Platz nehmen, der kleinste ist kaum länger als ein Reiskorn.

 

Minifrosch
Ein ausgewachsenes Mini scule Männchen. Foto: Sam Hyde Roberts

Madagaskar hat eine einzigartige Tierwelt und ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Auf der Insel sind aktuell mehr als 350 Froscharten bekannt, aber diese Zahl steigt stetig und viele der Neuentdeckungen sind sehr klein. Die fünf neuen Arten gehören zur Gruppe der Engmaulfrösche, eine sehr artenreiche Familie, die auf allen Kontinenten außer der Antarktis und Europa zu finden ist. 

Nun haben Mark D. Scherz, Doktorand an der LMU, und Dr. Frank Glaw, Leiter der Sektion für Amphibien und Reptilien der Zoologischen Staatssammlung München zusammen mit Kollegen der Technischen Universität Braunschweig und der Universität Antananarivo fünf neue Zwergfroscharten auf der Insel entdeckt, wie sie aktuell in der Fachzeitschrift PLoS ONE berichten.

 

Minifrosch
Mini mum lebt in der Laubstreu im fragmentierten Tieflandwald an der Ostküste Madagaskars. Foto: Andolalao Rakotoarison. Foto: Dr. Andolalao Rakotoarison

Drei der neuen Zwergfrösche gehören zu einer neuen Froschgattung und passend zu ihrer geringen Körpergröße gaben die Forscher dieser neuen Gattung den Namen Mini. Erwachsene Exemplare der zwei kleinsten Arten Mini mum und Mini scule sind nur 8 bis 11 Millimeter groß und gehören damit zu den kleinsten Amphibien der Welt. Aber sogar das mit 15 Millimeter Körperlänge größte Mitglied der neuen Gattung Mini ature passt bequem auf einen Daumennagel. Die beiden weiteren Neuentdeckungen Rhombophryne proportionalis und Anodonthyla eximia sind ebenfalls nur 11 bis 12 Millimeter groß und damit viel kleiner als ihre nächsten Verwandten. "Die extreme Miniaturisierung lässt die Frösche sehr ähnlich aussehen. Daher wird leicht unterschätzt, wie vielfältig sie wirklich sind", sagt Mark D. Scherz von der LMU.

Die winzigen Frösche leben in der Laubstreu des Regenwaldes und sind nur schwer zu finden. "Die Balzrufe der Männchen verstummen bereits bei der kleinsten Störung", sagt Frank Glaw. „Die kleinen Tiere zu finden, erfordert viel Geduld.“ (SNSB/LMU)

  • Zur Publikation: Scherz u.a.: Morphological and ecological convergence at the lower size limit for vertebrates highlighted by five new miniaturised microhylid frog species from three different Madagascan genera. In: PLoS One doi:10.1371/journal.pone.0213314