Ludwig-Maximilians-Universität München
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Mikrobiologie

Toxoplasmose-Erreger mobiler als gedacht

München, 02.07.2019

LMU-Mikrobiologen zeigen eine neue Art der Fortbewegung des Parasiten T.gondii auf.

Die Abbildung zeigt den extrazellulären Parasiten T. gondii, der gerade fluoreszierende Moleküle aufgenommen hat. (Foto: AG M. Meissner/LMU)

Toxoplasma gondii, der Erreger der Toxoplasmose, verfügt über mehr Möglichkeiten, sich fortzubewegen, als bislang bekannt war. Der weltweit verbreitete Parasit löst beim Menschen eine in der Regel harmlose Infektion aus, kann aber während einer Schwangerschaft dem ungeborenen Kind schaden. „Bislang war das fest akzeptierte Dogma, dass sich der Parasit über das Aktomyosin-System fortbewegt, also das Zytoskelett und Motorproteine“, sagt Markus Meissner, Professor für Experimentelle Parasitologie an der LMU. In einer aktuellen Publikation im Fachjournal PLOS Biology zeigt Meissner zusammen mit Kollegen der Universität Glasgow, Schottland, einen neuen Mechanismus der Fortbewegung auf.

T.gondii ist bogenförmig, verändert aber seine Form, wenn er in die Wirtszelle eindringt, im Gewebe ist er eher oval geformt. Ausgangspunkt der neuen Studie war die Beobachtung, dass der Parasit auch dann noch beweglich ist und in Wirtszellen eindringt, wenn seine Motorproteine zerstört sind. Das Team konnte nachweisen, dass T.gondii Partikel aufnehmen kann. Diesen Mechanismus nutzten die Forscher, um die Fortbewegung des einzelligen Parasiten mithilfe fluoreszierender Moleküle zu beobachten. „T.gondii sekretiert vorne an der Zelle Vesikel und nimmt sie hinten wieder auf. Dadurch erzeugt der Parasit einen Membranfluss, den er in Kraft für Fortbewegung umwandeln kann. Der Aufnahmemechanismus scheint völlig anders zu sein als bei anderen Eukaryonten und auch bei den Wirtszellen“, sagt Meissner. In einem nächsten Schritt wollen die Forscher die Mechanismen dieser Fortbewegung genauer klären und dadurch mögliche neue Angriffspunkte für Therapien aufzeigen.

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