Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wissenschaftskooperation

Neue Humboldt-Preisträger an der LMU

München, 28.05.2019

Der Historiker Andreas Daum (State University of New York) und der Materialwissenschaftler Andrey Rogach (City University of Hongkong) sind mit einem Carl Friedrich von Siemens-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet worden und kommen ab Juli 2019 an die LMU. Ihre Gastgeber sind Professor Margit Szöllösi-Janze (Lehrstuhl für Zeitgeschichte) am Historischen Seminar beziehungsweise Professor Jochen Feldmann (Lehrstuhl für Photonik und Optoelektronik) am Nano-Institut der Fakultät für Physik.

Der deutsch-amerikanische Historiker Andreas Daum gibt mit seinen weitgespannten Forschungsinteressen seit Langem bedeutende Impulse für den transatlantischen Wissenschaftsaustausch und die Kulturgeschichte. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören Werke zur Geschichte der Wissenschaftspopularisierung, zu John F. Kennedy im Berlin des Kalten Krieges und zu Emigrantinnen und Emigranten aus dem Dritten Reich, die nach 1945 Historikerinnen und Historiker wurden. Im Mittelpunkt seiner aktuellen Arbeit stehen das Leben und Werk des Naturforschers und Gelehrten Alexander von Humboldt. Zuletzt ist eine von Andreas Daum verfasste Biographie Humboldts im Februar 2019 im Verlag C.H. Beck erschienen. An der LMU werden Andreas Daum und Margit Szöllösi-Janze gemeinsam Themen aus der Wissens- und Biographiegeschichte behandeln.

Professor Andreas Daum studierte in Köln, München und den USA und wurde 1995 an der LMU promoviert. Zu seinen akademischen Lehrern gehörten Thomas Nipperdey, Gerhard A. Ritter und Laetita Boehm. Nach Stationen als wissenschaftlicher Assistent in München, Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Washington DC und als John F. Kennedy Memorial Fellow an der Harvard University lehrt Daum seit 2003 als Professor für Neuere Geschichte an der State University of New York (SUNY) in Buffalo. Für seine Forschungen erhielt er in den USA u.a. Fellowships der American Philosophical Society, des National Endowment for the Humanities und der Smithsonian Institution.

Andrey Rogach ist ein weltweit anerkannter Experte im Bereich Materialwissenschaften und Nanotechnologie. Ein Schwerpunkt seiner Forschung liegt im Bereich lichtemittierender Nanomaterialien, insbesondere interessiert er sich für sogenannte Quantenpunkte, die aus Halbleiter-Nanokristallen bestehen. Er veröffentlichte zahlreiche Forschungsarbeiten zur Synthese, Charakterisierung und Anwendung von Halbleiter-Nanokristallen und zur optischen Spektroskopie lichtemittierender Nanomaterialien. An der City University of Hong Kong entwickelte er mehrere neuartige Materialien, wie etwa Infrarot-emittierende Quantenpunkte, Carbon-Dots, sowie sogenannte Perowskit-Nanokristalle und erforschte deren potenzielle Anwendungen in Leuchtdioden und Displays. An der LMU planen Andrey Rogach und Jochen Feldmann ein gemeinsames Projekt zur Entwicklung von kolloidalen Nanomaterialien auf Kohlenstoffbasis mit verbesserten Photolumineszenz-Eigenschaften im roten und nahen Infrarotbereich des Sonnenspektrums, die etwa für bildgebende Verfahren genutzt werden könnten.

Der gebürtige Weißrusse Andrey Rogach promovierte 1995 an der Belarussischen Staatlichen Universität in Minsk in Chemie und trat anschließend eine Stelle als Postdoc an der Universität Hamburg an. Im Jahr 2002 wechselte er an die LMU, wo er 2009 seine Habilitation an der Fakultät für Physik abschloss. Im gleichen Jahr nahm er ein Angebot für eine Professur der City University of Hong Kong an, wo er zum Gründungsdirektor des Zentrums für Funktionelle Photonik ernannt wurde und seit 2012 den Lehrstuhl für „Photonics Materials“ innehat.