Ludwig-Maximilians-Universität München
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Podiumsdiskussion

"Natur als Argument"

München, 26.06.2018

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Wenn von Politik und Natur die Rede ist, denkt man an den Klimaschutz, an Nachhaltigkeit und biologische Artenvielfalt, daran, was die Politik tut, um die natürliche Umwelt des Menschen zu erhalten, oder was sie versäumt. Dass es die Natur zu bewahren und erhalten gilt, stellt niemand in Frage; daran richtet sich das Handeln aus.

Was verschafft der Natur heute ihre moralische Autorität in politischen Diskursen? Das ist nur eine der Fragen, die Expertinnen und Experten auf Einladung der DFG-Forschergruppe „Natur in politischen Ordnungsentwürfen: Antike – Mittelalter – Frühe Neuzeit“ an der LMU diskutieren wollen. „Politik und Natur I: Natur als Argument“ lautet der Titel der öffentlichen Podiumsdiskussion, die am Donnerstag, 28. Juni, im LMU-Hauptgebäude (Hörsaal M118, 18 Uhr) stattfindet.

Das Argumentieren mit der Natur hat Konjunktur – und dies ist von einiger Brisanz. Wenn Natur etwas unbestritten Gutes ist, dann gilt das auch für alles, was sich mit Begriffen wie „natürlich“ und „naturgemäß“ verbinden lässt. Und schlecht wäre demnach womöglich, was als „unnatürlich“ eingestuft wird. Jedenfalls tritt mit der „Natur“ neuerlich „eine durch die Moderne überwunden geglaubte Berufungsinstanz auf den Plan, die mit deutlich gegenaufklärerischer Tendenz gegen den lange Zeit unangefochten liberalen Konsens westlicher Demokratien in Stellung gebracht wird“, stellen die Veranstalter von der Forschergruppe fest. „Im Namen der ,Natur‘ nationaler, ethnischer oder sexueller Identitäten vertritt dieser Trend eine anti-liberale, anti-globalistische Abgrenzungspolitik, die in den diversen Populismen weltweit hohe Zustimmung erzielt. Gegen den angeblichen Werte-Relativismus der Moderne beharrt er auf einer Konstanz des ,von Natur aus‘ Richtigen.“ Diesen und ähnlichen Fragen werden die Teilnehmer auf dem Podium nachgehen und die aktuelle Situation historisch einordnen.

Es diskutieren die Historikerin Lorraine Daston (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin), die Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler (Technische Universität Dresden), der Politikwissenschaftler Herfried Münkler (Humboldt-Universität Berlin) und der Soziologe Karl-Siegbert Rehberg (TU Dresden). Moderatoren sind die Germanistin Beate Kellner und der Anglist Andreas Höfele (beide LMU).