Ludwig-Maximilians-Universität München
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Kapitalmarkt

Die Signalwirkung von Dividenden

München, 08.10.2018

Ein Forschungsteam von der LMU und der Universität zu Köln hat ein Modell entwickelt, das vorhersagt, wie Investoren auf eine Kombination aus Gewinn- und Dividendensignalen von Unternehmen reagieren.

Foto: JiSign / fotolia.com

Julia Nasev, Professorin für Accounting an der LMU, Carsten Homburg, Professor für Controlling und Dr. Christian Müller (beide Universität zu Köln) haben untersucht, in welcher Weise Investoren am Kapitalmarkt auf Gewinnveröffentlichungen und Dividendenankündigungen von Unternehmen reagieren. Die Studie erscheint aktuell in der international renommierten Accounting Zeitschrift Contemporary Accounting Research.

Die von Unternehmen publizierten Gewinne und die von Unternehmen festgesetzten Dividendenzahlungen an die Aktionäre stellen für Investoren zentrale Signale dar, die ihnen Informationen über die Performance eines Unternehmens geben. In Unternehmen zu investieren, deren Gewinne gestiegen sind und die gleichzeitig eine Erhöhung der Dividende beschließen, ist im Allgemeinen für Investoren profitabel. Doch aus Sicht der Unternehmen stellen Dividendenzahlungen „teure“ Informationssignale dar, da sie mit einem Abfluss von Cashflow aus dem Unternehmen verbunden sind; zudem werden Dividendenkürzungen von Investoren abgestraft.

Die Studie widmet sich der Frage, welche Bedeutung Investoren der Dividende als Informationssignal über die Performance eines Unternehmens beimessen. An Unternehmen mit in der Vergangenheit schwacher Gewinnperformance werden Investoren eher niedrige Erwartungen an die zukünftige Entwicklung haben. Umgekehrt sind Unternehmen mit in der Vergangenheit starker Gewinnperformance hohen Erwartungen der Investoren ausgesetzt. Wie die Studie zeigt, reagieren Investoren dann besonders stark auf eine angekündigte Dividendenerhöhung, wenn sie im Vorhinein weder an eine geringe noch eine hohe Unternehmensperformance geglaubt haben. Im ersten Fall widersprechen sich ihre eigene Einschätzung und das Dividendensignal, während im zweiten Fall die Dividende nicht viele neue Informationen bietet. Dieser Zusammenhang gilt, solange der Anteil der Dividendenänderung an der Gewinnänderung nicht zu groß ist und es sich damit um ein nicht sehr starkes Dividendensignal handelt. Bei sehr starken Dividendensignalen ignorieren Investoren ihre Erwartungen und reagieren auch bei Diskrepanz zwischen ihren Erwartungen und dem Dividendensignal sehr stark.

Die Ergebnisse der Studie können beispielsweise Investoren helfen, Dividendensignale besser zu deuten. (Contemporary Accounting Research 2018)