Ludwig-Maximilians-Universität München
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Projekt zu Umweltgefahren

Kulturelles Erbe in den Alpen schützen

München, 18.12.2018

Am Rachel Carson Center startet ein EU-Projekt, mit dem LMU-Wissenschaftler dazu beitragen, Kulturdenkmäler vor drohenden Naturkatastrophen zu bewahren.

Die Alte Saline in Bad Reichenhall wurde im Jahr 1837 erbaut. (Foto: Alte Saline, Südwestdeutsche Salzwerke AG)

Am Rachel Carson Center geht unter der Leitung von Institutsdirektor Christof Mauch ein neues Projekt an den Start, das sich möglichen Auswirkungen von Naturgefahren in den Alpen stellt. „Naturkatastrophen stellen im Alpenraum angesichts des Klimawandels eine zunehmend große Bedrohung für das kulturelle Erbe in der Region dar“, sagt Christof Mauch.

Das länderübergreifende Projekt mit dem Akronym CHEERS (Cultural HEritagE. Risks and Securing activities) wird von der EU gefördert. Ziel des Projekts ist es, das Bewusstsein für die Gefährdung kulturellen Erbes zu erhöhen, gefährdete Kulturdenkmäler zu identifizieren und Lösungsvorschläge zur Verringerung der Vulnerabilität beziehungsweise zur Verlagerung von Kulturobjekten zu entwickeln. „In einer ersten Runde sichten wir den bayerischen Alpenraum um Berchtesgaden und Traunstein, wo die Gefahren, etwa durch Lawinen, Flutungen und Erdrutsche relativ hoch sind“, sagt der Umwelthistoriker Christof Mauch. „Unsere Arbeit stößt vor Ort auf Interesse, da viele Einrichtungen von Naturgefahren bedroht sind. Bislang hat sich das Katastrophenmanagement in den Alpen vorrangig auf den Schutz von menschlichem Leben und Infrastruktur gerichtet, weniger auf Kulturdenkmäler.“

Seit November unterstützt der Geograf und RCC-Mitarbeiter David Stäblein das Projekt. „Bei den Objekten, auf die sich unser Fokus richtet, handelt es sich um so unterschiedliche Einrichtungen wie die Saline in Bad Reichenhall, das Bergbaumuseum Achthal oder die Glockenschmiede in Ruhpolding, mit denen wir eng zusammenarbeiten.“

Am CHEERS-Projekt sind insgesamt zwölf Partner aus sechs Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz, Slowenien) beteiligt. Auf Konferenzen einigen sich die Projektpartner auf gemeinsame Forschungsfragen und auf Maßnahmen zur Gefahrenverringerung. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren; die Veröffentlichung erster Ergebnisse ist für Ende 2020 geplant. Finanziert wird das Projekt vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit insgesamt rund 1,7 Millionen Euro.

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