Ludwig-Maximilians-Universität München
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Alzheimer-Forschung

Christian Haass erhält den „Brain Prize“

München, 06.03.2018

Die dänische Lundbeck Foundation würdigt den Münchner Wissenschaftler – zusammen mit Kollegen aus Großbritannien und Belgien – für seine „bahnbrechende Forschung zu den genetischen und molekularen Ursachen von Alzheimer“.

Professor Christian Haass

Er gilt als der weltweit bedeutendste Preis für Hirnforschung: In diesem Jahr geht der mit einer Million Euro dotierte „Brain Prize“ an vier Alzheimer-Forscher. Zu den Preisträgern gehört Professor Christian Haass, Inhaber des Lehrstuhls für Stoffwechselbiochemie an der LMU und Sprecher des Münchner Standorts des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). LMU-Forscher Haass teilt sich die Auszeichnung mit den Professoren Bart De Strooper (London und Leuven), Michael Goedert (Cambridge, Großbritannien) und John Hardy (London). Die Wissenschaftler, so heißt es in einer Pressemitteilung der dänischen Lundbeck Foundation, hätten bahnbrechende Beiträge zur Erforschung der Alzheimer-Krankheit und ihrer genetischen und molekularen Ursachen geliefert.

Die Pionierarbeiten der vier europäischen Forscher hätten das Verständnis von Veränderungen im Gehirn, die zu Alzheimer und anderen Formen der Demenz führen, revolutioniert, heißt es in der Erklärung weiter. In Europa sind rund zehn Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt. Alzheimer und andere Erkrankungen des alternden Gehirns bedeuteten erhebliches Leid für die Patienten und ihre Angehörigen und seien eine enorme gesellschaftliche Herausforderung.

Haass, so würdigt die Jury, habe bereits 1990 mit der Erforschung von Alzheimer begonnen, als noch sehr wenig über die molekularen Mechanismen der Demenz bekannt war. Er habe in seinen Arbeiten die Entwicklung vom Amyloid bis zur Bildung der Plaques und der Neurofibrillen verfolgt, die letztendlich Gehirnzellen töten und das Gedächtnis löschen. Er habe früh die Hypothese aufgestellt, dass die Amyloidproduktion normal und nicht notwendigerweise Teil des pathologischen Prozesses sei. Diese Erkenntnis habe entscheidende Akzente gesetzt und seither zu therapeutischen Ansätzen zur Senkung der Amyloidproduktion geführt, schreibt die Lundbeck Foundation. In jüngerer Zeit habe Haass zeigen können, dass die Mikroglia, die Fresszellen im Gehirn, zumindest anfänglich eine schützende Rolle spielen, dass aber auch Mutationen ihre Funktion verändern könnten und dies die Entwicklung der Demenz vorantreibe. Die Aktivität der Mikroglia zu modulieren, biete womöglich einen neuen Therapieansatz.

„Der Brain Prize ist ein Botschafter der Wissenschaft und stellt große Entdeckungen ins Rampenlicht“, sagt Haass. „Wir erleben eine Zeit, in der immer mehr Menschen nicht mehr an die Wissenschaft glauben. Die Wissenschaft mag nicht immer Recht haben, doch sie ist die einzige Möglichkeit für Menschen, die Wahrheit herauszufinden und Fortschritte zu erzielen.“ (LMU/DZNE)

Lesen Sie hier die ausführliche englischsprachige Meldung.

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