Ludwig-Maximilians-Universität München
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Philosophie

Professor Thomas Ricklin verstorben

München, 14.10.2016

Prof. Dr. Thomas RicklinThomas Ricklin wurde am 6. Mai 1963 im schweizerischen Zürich geboren. Nach dem Abitur studierte er ab 1984 Philosophie sowie protestantische und katholische Theologie in Zürich beziehungsweise in Freiburg im Üechtland. Dort war Ricklin von 1992 bis 1997 als diplomierter und von 1997 bis 2001 als promovierter Forschungsassistent am Lehrstuhl für Geschichte der mittelalterlichen Philosophie bei Professor Ruedi Imbach tätig. In der Zwischenzeit reiste er für jeweils ein Semester als Gastdozent an die Pariser École pratique des hautes études in Frankreich und an die Università La Sapienza in Rom, Italien. Von 1997 bis 1999 nahm er Lehraufträge an den Universitäten Luzern und Freiburg im Üechtland an. Mit 37 Jahren war Ricklin Gastforscher am Warburg-Institute London bei Professor Ch. Burnett, Gastdozent an der italienischen Università del Salento in Lecce, Professeur boursier FNS an der schweizerischen Universität Neuenburg, Lehrstuhlvertretung in Freiburg im Üechtland und zusammen mit Professor Imbach Leiter der Sommerakademie der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Exempla philosophorum.

Im Jahr 2005 wechselte Ricklin als Professor für Geistesgeschichte und Philosophie der Renaissance an die LMU. Ein Jahr später war er Wissenschaftlicher Beirat beim Philosophischen Jahrbuch, ab 2007 Vorstand des Zentrums für Mittelalter und Renaissance (ZMR) der LMU sowie Mitglied des Bureau der Société Internationale pour l’Étude de la Philosophie Médiévale (SIEPM) und ab 2009 Mitglied der Società Internazionale per lo Studio del Medioevo Latino (SISMEL). 2010 wurde Professor Rickling zum Studiendekan der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft ernannt.

Nach seinen Arbeiten zur philosophischen Anthropologie im 12. Jahrhundert, zur lateinischen Rezeption der Naturphilosophie des Aristoteles und zu den „Opere minori“ Dante Alighieris – unter anderem war er Herausgeber und Übersetzer des „Convivio“ und des Schreibens an Cangrande della Scala – hat sich Professor Ricklin hauptsächlich der italienischen Renaissance des 15. Jahrhunderts zugewandt. Im Rahmen des von ihm geleiteten Teilprojekts des Münchener Sonderforschungsbereichs 573 „Pluralisierung und Autorität“ hat er sich mit dem frühen humanistischen Interesse an zuvor wenig präsenten philosophischen Schulen der klassischen Antike befasst. Für seine Arbeit erhielt der gebürtige Schweizer bereits 1995 zusammen mit Francis Cheneval und Dominik Perler den Preis des Fürsten Franz Josef II. von Lichtenstein und mehrere Stipendien der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. 2011 wurde ihm die Ehrenmedaille Medaglia d’argento della Società dantesca italiana überreicht. Professor Ricklin verstarb am 23. September 2016 im Alter von nur 53 Jahren.