Ludwig-Maximilians-Universität München
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Tenure Track an der LMU

Die LMU hat ihr Tenure-Track-Modell vor mehr als zehn Jahren eingeführt und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel dieses Modells ist, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern frühzeitig einen attraktiven Karriereweg für eine dauerhafte Professur an der LMU zu eröffnen. Gegenwärtig durchlaufen mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen dieses Modells ein Tenure-Track-Verfahren oder haben dieses Verfahren bereits abgeschlossen.

Eckpunkte einer Tenure-Track-Professur

Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler können sich an der LMU auf eine Tenure-Track-Professur bewerben (siehe "Bewerbung auf eine Tenure-Track-Professur"). Dabei handelt es sich um eine W2-Professur auf Zeit, die auf 6 Jahre befristet ist. Jede dieser Professuren ist mit einer Stelle unterlegt, steht also dauerhaft und langfristig zur Verfügung. Mit der Berufung auf eine solche Tenure-Track-Professur wird eine Bewerberin bzw. ein Bewerber Professorin bzw. Professor an der LMU mit vollen Rechten und Pflichten. Im Vergleich zu US-amerikanischen Universitäten wie der UC Berkeley entspricht die Tenure-Track-Professur an der LMU der Position etwa eines Assistant Professors.

Der erfolgreiche Abschluss des Tenure-Verfahrens (siehe "Das Tenure-Verfahren") bedeutet die Übernahme als W2-Professor bzw. -Professorin auf Lebenszeit. Diese Position entspricht etwa der eines Associate Professors (with tenure) an US-amerikanischen Universitäten.

Bewerbung auf eine Tenure-Track-Professur

Zum einen werden von den 18 Fakultäten der LMU regelmäßig Professuren ausgeschrieben, auf die sich interessierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bewerben können.

Zum zweiten bietet die LMU seit 2014 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die einen internationalen, hochangesehenen Nachwuchspreis für die LMU eingeworben haben, eine W2-Tenure-Track-Professur an. Dieses neue Programm konzentriert sich bisher auf den ERC Starting Grant als Nachwuchspreis, soll in Zukunft aber auch andere Nachwuchspreise einbeziehen. Das Programm wird an der LMU regelmäßig bekannt gemacht und beworben.

Berufung auf eine Tenure-Track-Professur

Bei einer erfolgreichen Bewerbung auf eine Tenure-Track-Professur hat eine Wissenschaftlerin bzw. ein Wissenschaftler die Möglichkeit, mit der LMU Berufungsverhandlungen zu führen. Im Rahmen dieser Verhandlungen werden die

  • Höhe der Bezüge und die
  • Ausstattung der Professur

festgelegt. Im Rahmen der Berufung werden die Kandidatinnen und Kandidaten auch über das weitere Verfahren des Tenure Track informiert.

Was die Kriterien für die spätere Tenure-Entscheidung betrifft, gibt es seit 2008 einen Katalog von Leistungskriterien für die Tenure-Entscheidung, der regelmäßig überprüft wird. Allgemein richten sich die Leistungskriterien für Tenure auf die Bereiche

  • Leistungen in der Forschung
  • Leistungen in der Lehre und
  • weitere Leistungen.

Über diese Kriterien und über die weiteren Schritte des Tenure-Verfahrens werden die Kandidatinnen und Kandidaten im Einzelnen informiert. Außerdem werden spezifische Fragen des individuellen Tenure-Falls im Rahmen der Berufung geklärt.

Nach Abschluss der Berufungsverhandlungen erfolgt die Ernennung zur W2-Professorin bzw. zum W2-Professor auf Zeit für 6 Jahre. Zugleich beginnt damit die eigentliche Tenure-Track-Phase.

Die Tenure-Track-Phase

In der Tenure-Track-Phase soll eine Wissenschaftlerin bzw. ein Wissenschaftler die eigene wissenschaftliche Leistung weiterentwickeln und das eigene Profil stärken. Auf diese Weise sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um dann das Tenure-Verfahren (siehe "Das Tenure-Verfahren") erfolgreich zu absolvieren. Die LMU bietet eine ganze Reihe von Leistungen und Maßnahmen an, um die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in der Tenure-Track-Phase gezielt zu unterstützen:

  • Begleitung und Beratung in der Tenure-Track-Phase
    Bei der Ernennung als Tenure-Track-Professorin bzw. -Professor ist ein Willkommensgespräch mit einem Mitglied der Hochschulleitung vorgesehen, in dem die weiteren Karriereschritte und das künftige Tenure-Verfahren besprochen werden. In den ersten beiden Jahren führt die Kandidatin bzw. der Kandidat je ein Supportgespräch mit der Dekanin bzw. dem Dekan der Fakultät, in dem Fortschritte und Leistungen bei der wissenschaftlichen Entwicklung und das weitere Vorgehen diskutiert werden sollen.
  • Unterstützung in der Tenure-Track-Phase
    Tenure-Track-Professorinnen und -Professoren haben die Möglichkeit, an der LMU durch Anträge beim Nachwuchsförderungsfonds und dem Investitionsfonds eine attraktive finanzielle Förderung zu erhalten, um extern geförderte Forschungsvorhaben einzuwerben. Neben der direkten finanziellen Förderung ist es dabei möglich, auch das individuelle Lehrdeputat zu reduzieren. Darüber hinaus können Kandidatinnen und Kandidaten auch Forschungsfreisemester beantragen, um zusätzlich Freiraum für die eigene Entwicklung der Forschungsleistung zu gewinnen.
  • Weitere Beratungsangebote
    Die LMU verfügt in ihren Fakultäten und auf zentraler Ebene über vielfältige weitere Beratungsmöglichkeiten und Veranstaltungsangebote für den wissenschaftlichen Nachwuchs, beispielsweise in den Bereichen Vernetzung, Forschungsförderung, Lehrkonzepte und -methoden sowie Personalführung.

Das Tenure-Verfahren

Das Tenure-Verfahren an der LMU beschreibt den Prozess, mit dem anhand klarer, transparenter Leistungskriterien über die Entfristung (Tenure) einer Kandidatin bzw. eines Kandidaten entschieden wird.

Das Tenure-Verfahren wird auf Antrag der Kandidatin bzw. des Kandidaten eröffnet und kann frühestens 3 Jahre nach der Ernennung zur Entfristung führen. Auf diese Möglichkeit werden die Kandidatinnen und Kandidaten auch im Rahmen eines Informationsschreibens im Laufe der Tenure-Track-Phase noch einmal gesondert hingewiesen. Spätester Zeitpunkt zur Eröffnung des Tenure-Verfahrens ist der Beginn des fünften Jahres der Tenure-Track-Phase.

Nach dem Tenure-Antrag einer Bewerberin oder eines Bewerbers wird in der Fakultät eine Fakultätskommission eingerichtet, die die Erfüllung der Leistungskriterien auf Grundlage von mindestens zwei externen Gutachten beurteilt. Der Tenure-Antrag und das Votum der Fakultät werden dann an die universitätsweite Tenure-Kommission weitergeleitet, die eine Stellungnahme zu dem Tenure-Verfahren abgibt. Die Hochschulleitung entscheidet dann auf Grundlage der Beratung dieser Gremien über den Tenure-Antrag.

Bei einer positiven Tenure-Entscheidung erfolgt die Übernahme der Kandidatin bzw. des Kandidaten auf eine W2-Lebenszeitprofessur. Zusätzlich ist für Neuberufungen ab Mitte 2018 vorgesehen, die persönlichen Bezüge mit der Verstetigung um einen festen Betrag anzuheben.

Wird ein Tenure-Antrag abgelehnt, wird der abgelehnten Kandidatin bzw. dem abgelehnten Kandidaten eine Auslauffinanzierung angeboten, die genügend Zeit bietet, nach einer neuen Beschäftigung zu suchen.

Karriereperspektiven an der LMU nach der Tenure-Entscheidung

Mit der Tenure-Entscheidung und der Übernahme auf eine Lebenszeitposition erreicht eine Wissenschaftlerin bzw. ein Wissenschaftler eine Position, die etwa der eines Associate Professors (with tenure) an einer US-amerikanischen Universität entspricht. An der LMU gibt es insgesamt rund 350 Professuren, die auf Dauer für solche Associate Professorships vorgesehen sind.

Mit einer W2-Professur auf Lebenszeit sind alle Rechte und Pflichten einer Professorin bzw. eines Professors verbunden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Fördermöglichkeiten und Angebote wie den Investitionsfonds. Bei herausragenden wissenschaftlichen Leistungen oder Übernahme von weiteren Aufgaben besteht zudem die Möglichkeit, eine Erhöhung der Bezüge zu erhalten. In Ausnahmefällen ist auch die Anhebung auf eine W3-Professur möglich, die im Vergleich zu den USA etwa der Position eines Full Professors entspricht.