Ludwig-Maximilians-Universität München
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Stiftungsfest der LMU

Habilitanden und Promovenden ausgezeichnet

München, 01.07.2019

LMU-Präsident Bernd Huber (rechts), die Preisträgerinnen und Preisträger und Professor Peter Höppe, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft (links)

Im Rahmen des Stiftungsfestes der Ludwig-Maximilians-Universität werden sechs Promovenden und zwei Habilitanden mit Förderpreisen der Münchener Universitätsgesellschaft (UG) ausgezeichnet.

Promotionsförderpreise 2019:

Dr. Rainer Franz Kotschy, Volkswirtschaftliche Fakultät, wird für seine Dissertation zum Thema „Long-Run Determinants of Economic Performance and Institutional Quality: Evidence from Demographic and Political Change” ausgezeichnet.

In seiner Dissertation befasst sich Rainer Kotschy mit der Frage, welche Faktoren die individuelle und gesamtwirtschaftliche Einkommensentwicklung treiben und welche Auswirkungen sich daraus ergeben. Dabei untersucht Rainer Kotschy sowohl demographische Prozesse, etwa wie sich Alterung und Gesundheit auf die Wirtschaftsentwicklung auswirken, als auch die wachsende Ungleichheit in der Gesellschaft. Inzwischen wurden bereits mehrere der in der Dissertation enthaltenen Aufsätze hochranging publiziert bzw. zur Veröffentlichung angenommen.

Rainer Kotschy ist Research Assistant am Seminar für Bevölkerungsökonomik an der Volkswirtschaftlichen Fakultät der LMU.

 

Dr. med. Camilla Schinner, Medizinische Fakultät, erhält einen Promotionsförderpreis für ihre Arbeit „Die Rolle von adrenerger Stimulation für die Regulation der Zell-Zell-Haftung im Herzen – positive Adhäsiotropie als neue Funktion des Sympatikus“.

Camilla Schinner untersucht in ihrer Dissertation die Regulation der interzellulären Haftung im Herzmuskel (Myokard). Dabei konnte sie einen ersten Signalweg charakterisieren, der die Haftung von Herzmuskelzellen stimuliert, und zeigen, wie dieser – als positive Adhäsiotropie bezeichnete – Mechanismus zumindest teilweise molekular vermittelt wird. Ihre Erkenntnisse bilden die Grundlage für einen neuen Forschungsbereich und lassen hoffen, möglicherweise einen therapeutisch relevanten Mechanismus identifiziert zu haben. Camilla Schinners Arbeit wurde hochrangig publiziert und mit dem Rolf-Becker-Preis der Medizinischen Fakultät der LMU ausgezeichnet.

Camilla Schinner ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Departement Biomedizin der Universität Basel (Schweiz).

 

Ebenfalls ein Promotionspreis geht an Dr. rer. nat. Janina Maria Jamasbi, Medizinische Fakultät, für ihre Disseration „Vergleich bekannter und Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze zur Hemmung der Interaktion von thrombozytärem Glykoprotein VI mit atherosklerotischem Plaque“.

Janina Jamasbi befasst sich in ihrer Dissertation mit verschiedenen Methoden, mit denen die Bildung arterieller Thrombosen gehemmt werden kann. Übliche antithrombotische Medikamente hemmen die physiologische Thrombozytenaktivierung und damit die Blutgerinnung. Janina Jamasbi hat zwei neue Strategien untersucht und konnte zeigen, dass mithilfe neuer Wirkstoffe die Thrombozytenaggregation effektiv und nebenwirkungsfreier als mit derzeitigen Standardtherapien gehemmt werden kann. In einem zweiten Teil ihrer Arbeit hat sie die Wirksamkeit eines der neuen Wirkstoffe weiter verbessert und konnte zudem den Mechanismus der verbesserten Hemmung aufklären. Mit ihrer Arbeit hat sie einen wichtigen Beitrag zur möglichen Verbesserung derzeitiger antithrombozytärer Therapien für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen geleistet.

Janina Jamasbi ist als Referentin Qualitätskontrolle bei einem Pharma-Unternehmen in Tutzing tätig.

 

Dr. Simon Trixl, Fakultät für Kulturwissenschaften, wird für seine Disseration zum Thema „Zwischen Wandel und Beständigkeit. Die Entwicklung der späteisenzeitlich frührömischen Viehwirtschaft im Alpenraum und dem nördlichen Alpenvorland“ ausgezeichnet.

Simon Trixl untersucht in seiner Dissertation die kulturhistorische Bedeutung der Viehhaltung und menschliche Ernährungsgewohnheiten in den Jahrhunderten vor und nach Christi Geburt im Alpenraum. Durch die archäozoologische Analyse von Schlachtabfällen aus unterschiedlichen zeitlichen und kulturellen Zusammenhängen konnte er unterschiedliche Nutzungsstrategien von Haustieren bei Kelten, Römern und anderen Bevölkerungsgruppen aufzeigen. Seine interdisziplinär angelegte Dissertation, die eine interkulturelle Wirtschaftsgeschichte dieses Zeitraums beschreibt, wird über die Fachgrenzen hinaus Beachtung finden.

Simon Trixl ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Paläoanatomie, Domestikationsforschung und Geschichte der Tiermedizin.

 

Dr. Adrian Dietlein, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik, erhält einen Promotionsförderpreis für seine Arbeit „Spectral properties of localized continuum random Schrödinger operators”.

Adrian Dietlein widmet sich einem Thema aus der Mathematischen Physik. In seiner Dissertation, die inhaltlich weit über das übliche Maß hinausgeht, behandelt er vier Fragestellungen zur operatortheoretischen Analyse von nichtrelativistischen, quantenmechanischen Effekten in der Physik ungeordneter Systeme. Aus jeder dieser Fragestellungen ist eine Veröffentlichung hervorgegangen. Seine Arbeit besticht durch ihre methodische Breite und ihre innovativen mathematischen Ansätze.

Adrian Dietlein arbeitet derzeit als Postdoc am Institute of Science and Technology Austria (IST Austria).

 

Dr. Lukas Milles, Fakultät für Physik, wird für seine Dissertation „Mechanics of Pathogen Adhesion“ ausgezeichnet.

Lukas Milles befasst sich in seiner Dissertation aus dem Bereich der experimentellen Biophysik mit der Entwicklung der sogenannten Einzelmolekül-Kraftspektroskopie. Dabei verfeinerte er die am Lehrstuhl etablierte Technik, mit der die Wechselwirkungskräfte zwischen einzelnen Molekülen bestimmt werden können, bis in einen Bereich, der nur noch durch thermisches Rauschen begrenzt wird. Zudem entwickelte er theoretische Modelle dieser Kräfte, mit denen er die Datenanalyse automatisieren und damit wesentlich effizienter machen konnte. So ist es ihm gelungen, den Mechanismus zu entschlüsseln, mit dem sich ein weit verbreiteter Krankheitserreger an sein Zielmolekül bindet. Die zentralen Arbeiten aus seiner Dissertation wurden bereits in renommierten Fachmagazinen veröffentlicht.

Lukas Milles arbeitet als Postdoc am Lehrstuhl für Angewandte Physik/Biophysik der LMU.

 

Habilitationsförderpreise 2019:

Einen Habilitationsförderpreis erhält PD Dr. med. Louisa von Baumgarten, Medizinische Fakultät, für ihre Arbeit zum Thema „Untersuchungen zur zerebralen Zirkulation bei neuroonkologischen und ischämischen ZNS-Erkrankungen“.

Louisa von Baumgarten untersucht, wie bösartige Tumore im Gehirn entstehen beziehungsweise sich ausbreiten. Ein besseres Verständnis dieser bisher nur schwer behandelbaren Tumore ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung neuer Therapien. Mit modernen mikroskopischen Methoden ist es Louisa von Baumgarten gelungen, sowohl die Ausbreitung von Tumorzellen im Gehirn direkt zu beobachten, als auch deren Vernichtung durch genetisch veränderte Immunzellen im lebenden Organismus in Echtzeit zu verfolgen. Diese Ergebnisse eröffnen der Therapie von Gehirntumoren völlig neue Möglichkeiten. Zusätzlich beschäftigt Louisa von Baumgarten sich intensiv mit den Möglichkeiten der hochauflösenden CT-Bildgebung für Diagnostik und Abschätzung des Therapieerfolgs bei Patienten mit Schlaganfällen. Es ist zu erwarten, dass aus den von ihr etablierten Techniken weitere wesentliche Beiträge sowohl zum Verständnis der Metastasierung im Gehirn als auch zum Verhalten von Lymphomen des Zentralnervensystems hervorgehen werden.

Louisa von Baumgarten ist Fachärztin für Neurologie und leitet an der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Universität München die Arbeitsgruppe „Klinische und experimentelle Neuroonkologie“.

 

PD Dr. Verena Schulz, Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften, wird für ihre Habilitation zum Thema „Historiographical Strategies against Nero and Domitian. The Deconstruction of Imperial Representation in Tacitus, Cassius Dio, and Suetonius“ ausgezeichnet.

Verena Schulz hat in ihrer Habilitationsschrift zentrale historiographische Texte des 2. und 3. nachchristlichen Jahrhunderts neu erschlossen. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die Kaiser Nero und Domitian und deren Darstellung in den Annalen und Historien des Tacitus, im Geschichtswerk des Cassius Dio und in den Biographien des Sueton. Verena Schulz arbeitet literaturgeschichtlich die Aushandlungsprozesse zwischen Senat und Kaisertum heraus und zeigt, wie die Historiographie zu einem Instrument wurde, um dem Kaiser anhand der Darstellung seiner Vorgänger zu zeigen, was der Senat an Machtausübung und Repräsentation zu akzeptieren bereit ist. Die Arbeit wird in der renommierten Reihe „Mnemosyne Monographs“ erscheinen.

Verena Schulz ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Griechische und Lateinische Philologie und Koordinatorin der Graduiertenschule Distant Worlds. Zurzeit vertritt sie den Lehrstuhl für Lateinische Philologie der Antike an der LMU.