Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wilhelm Freiherr von Pechmann-Preis 2018

Rebecca Scherf erhält Preis für ihre Dissertation

München, 12.02.2018

Dr. Rebecca Scherf, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Kirchengeschichte II von Professor Harry Oelke an der Evangelisch-Theologischen Fakultät, ist für ihre Dissertation mit dem renommierten Wilhelm Freiherr von Pechmann-Preis ausgezeichnet worden.

In ihrer Dissertation Evangelische Kirche und Konzentrationslager von 1935 bis 1945 befasst sich Scherf mit dem Verhältnis der evangelischen Kirche zum KZ-System. Dabei stehen Aspekte wie die Seelsorgetätigkeit der Kirche in den Konzentrationslagern, die inhaftierten Geistlichen, deren Hafterfahrungen sowie die Reaktionen auf ihre Verhaftungen im Vordergrund. Sie konnte in ihrer Arbeit zeigen, wie die Einstellung und Haltung der Kirche gegenüber dem KZ-System entlang der politischen Entwicklung einem sukzessiven Wandel unterlag. Erstmals werden dabei auch Quellen autobiografischer Erinnerung von ehemals gefangenen Geistlichen in Bezug auf deren persönliche Erfahrungen und theologische Deutung der KZ-Haft in großem Stil ausgewertet. Das Buch erscheint 2018 bei dem Verlag Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen. Mit ihrer Arbeit leistet Scherf für die kirchliche Zeitgeschichtsforschung eine Pionierarbeit.

Der von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ausgeschriebene Wilhelm Freiherr von Pechmann-Preis fördert die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus. Der Namensgeber Freiherr Wilhelm von Pechmann (1859-1948) war der erste gewählte Präsident der Landessynode der bayerischen Landeskirche und im Hauptberuf Direktor der Bayerischen Handelsbank. Er hat sich durch sein couragiertes, christlich motiviertes Eintreten für Humanität und Recht sowie für die Juden verdient gemacht.
Der in diesem Jahr mit 15.000 Euro dotierte Preis verteilt sich auf fünf Preisträger und -trägerinnen.