Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Mosaik Jugendpreis

Zwei LMU-Studierende ausgezeichnet

München, 25.04.2016

Zwei LMU-Studierende und ein Rapper gehörten zu den zwei Erstplatzieren im Rahmen des „Mosaik Jugendpreis – Mit Vielfalt gegen Rassismus“, der bereits zum zweiten Mal vergeben wurde.

Kenny Lartey (rechts) nimmt den Mosaik-Preis entgegen. Bild: Michael Drebinger/Menschenrechtsbüro Nürnberg

Kenny Lartey und Fiona Schweizer, Studierende des Faches Deutsch als Fremdsprache an der LMU, besuchen zusammen mit dem Augsburger Rapper Sen-dla (Michael Hofmann) Deutschkurse von unbegleiteten jungen Flüchtlingen. Sie wollen den jungen Menschen Themen wie Geschlechterrollen, Liebe, Freundschaft und Kommunikation näherbringen, wobei eine Beispielgeschichte als Grundlage bildete: Der eritreische Flüchtling Aman und die Münchener Studentin Anna lernen sich in der U-Bahn kennen.
Die Story ist so aufgebaut, dass immer wieder „offene Enden“ entstehen, die in Gruppenarbeit von den Teilnehmenden weitergedacht werden. Als sprachlicher Input dienen neben dem Text Karten mit aufgemalten und beschrifteten „Sprechblasen“. Die Gruppen diskutieren, lachen und schreiben. Der so entstandene Dialog wird der Klasse mit Handpuppen vorgespielt. „Das kommt bei den jungen Leuten sehr gut an“, sagt Lartey. Wichtiges Kriterium ist für ihn und seine beiden Teamkollegen die Interkulturalität. Sen-dla hat zum Projekt einen passenden Song beigesteuert, der deutlich macht, dass es trotz einer großen kulturellen Vielfalt beim Kennenlernen auch viele Parallelen gibt.

Kenny, Fiona und Michael möchten mit dem Abbau von Vorurteilen sowie der Reflexion von Unterschieden und Gemeinsamkeiten verschiedener kultureller Hintergründe zu einer positiven Welt ohne Rassismus beitragen. Die Jury überzeugte vor allem, dass das Projekt der drei ganz auf eigene Initiative und ohne institutionellen Rahmen realisiert wurde. Das Preisgeld von 3.000 Euro wollen die beiden Studierenden und der Rapper in einem Film zum Projekt investieren.

Der „Mosaik Jugendpreis – Mit Vielfalt gegen Rassismus“ wurde bereits zum zweiten Mail vergeben. Neben Kenny Lartey, Fiona Schweizer und Michael Hofmann wurden weitere Preisträgerinnen und -träger ausgezeichnet. Der Preis wurde im Gedenken an die bayerischen Opfer der rechtsextremen terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ins Leben gerufen. Nürnberg und München vergeben ihn im jährlichen Wechsel. Die beiden Städte wollen mit dem interkulturellen Jugendpreis einen Beitrag dazu leisten, dass die menschenverachtenden Verbrechen des NSU weiter im öffentlichen Blick bleiben. Der interkulturelle Jugendpreis hat auch das Ziel, einen Beitrag zur Prävention zu leisten und dabei vor allem die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Initiativen zu betonen, öffentlich zu würdigen und zur Nachahmung anzuregen. Mit dem Mosaik Jugendpreis ausgezeichnet werden Projekte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in München und Nürnberg bis zum Alter von 25 Jahren. Neben Familienangehörigen der fünf bayerischen Opfer wurden drei Jugendliche aus München und zwei aus Nürnberg in die Jury berufen. Denn wer kann die Wirkung von Jugendprojekten besser beurteilen als Jugendliche selbst? Zudem gehören jeweils eine Vertretung des Ausländerbeirates München und des Integrationsrates Nürnberg der Jury an.