Ludwig-Maximilians-Universität München
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Domagk-Preis

Thomas Grünewald ausgezeichnet

München, 25.01.2016

Dr. Thomas Grünewald, Ph.D., Assistenzarzt und Arbeitsgruppenleiter am Pathologischen Institut der LMU, ist mit dem Gerhard-Domagk-Preis 2015 ausgezeichnet worden.

Von Links nach Rechts: Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Münster, Professor Wilhelm Schmitz, Preisträger Dr. Thomas Grünewald, Ph.D., Rektorin der Universität Münster Professor Ursula Nelles, die Stiftungsvorsitzende Professor Eva Wardelmann, Gastredner Professor Heribert Jürgens und Professor Dirk Domagk

Der Preis wird von der Stiftung „Krebsforschung Prof. Dr. Gerhard Domagk“ ausgeschrieben und in Kooperation mit der Universitätsgesellschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster deutschlandweit vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und zeichnet hervorragende Humanmedizinerinnen und -mediziner für exzellente medizinische Forschungsergebnisse und den erfolgreichen Transfer bzw. die Nutzung in der medizinischen Praxis aus.

Dr. Thomas Grünewald, Ph.D., Arbeitsgruppenleiter am von Professor Thomas Kirchner geleiteten Pathologischen Institut der LMU, forscht zum Ewing Sarkom, einem bösartigen Knochenkrebs, der vor allem bei Kindern und Jugendlichen auftritt.

In einer im vergangenen September in Nature Genetics publizierten und jetzt mit dem Gerhard-Domagk-Preis ausgezeichneten Arbeit hat das Team um Thomas Grünewald entdeckt, dass eine bestimmte Suszeptibilitäts-Variante in der Keimbahn-DNA von Ewing Sarkom-Patienten von entscheidender Bedeutung ist, damit die zusätzliche somatische Treibermutation EWSR1-FLI1, die nur in den Tumorzellen vorkommt, ihre volle Wirkung entfalten kann. „Unsere Arbeit ist die erste formale Dokumentation einer spezifischen und direkten Interaktion einer somatischen Treibermutation mit einer krankheitsbegünstigenden Keimbahnvariation“, sagt Thomas Grünewald.

In ihrer Laudatio zur Preisverleihung am vergangenen Freitag zitierte Professor Eva Wardelmann, Direktorin des Gerhard-Domagk-Instituts für Pathologie des Universitätsklinikums Münster und Stiftungsvorsitzende, den weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet der Ewing Sarkom-Forschung, Dr. Olivier Delattre vom Institut Curie in Paris. Dieser bescheinigte Grünewald „enormen Enthusiasmus, Motivation und Unabhängigkeit“.

Im vergangenen Jahr erhielt Grünewald den Internationalen Forschungspreis der Sarkomkonferenz 2015, nachdem er bereits im Februar vergangenen Jahres ein mit 40.000 Euro dotiertes Forschungsstipendium der Daimler und Benz Stiftung in Kooperation mit der Reinhard Frank-Stiftung erhalten hatte.

Der am vergangenen Freitag vergebene Gerhard-Domagk-Preis erinnert an den Wissenschaftler, der im Jahr 1937 als erster und bislang einziger deutscher Pathologe den Nobelpreis für seine Verdienste in der Bekämpfung von Infektionserkrankungen erhalten. Ein weiteres zentrales Forschungsthema war die Krebsforschung, welche ihm zeitlebens ein großes Anliegen war. Er hat daher die Stiftung „Krebsforschung Prof. Dr. Gerhard Domagk“ ins Leben gerufen, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Themenfeld zu fördern. Der Preis wurde erstmals 1963 vergeben und soll die Forschung zur Bekämpfung des Krebses fördern.