Ludwig-Maximilians-Universität München
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Drei millionenschwere ERC-Grants für LMU-Wissenschaftler

München, 31.01.2012

Die LMU-Professoren Peter Becker (Adolf Butenandt Institut, Lehrstuhl für Molekularbiologie), Roland Beckmann (Genzentrum und Department für Biochemie) und Hermann Gaub (Lehrstuhl für Angewandte Physik und Center for NanoScience) wurden vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit einem Advanced Investigator Grant ausgezeichnet. ERC Advanced Grants sind mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotierte Auszeichnungen für europäische Forscherinnen und Forscher, die bereits herausragende Leistungen erbracht haben und für neue hoch innovative Forschungsvorhaben die nötigen Freiheiten erhalten sollen.

Das Projekt von Peter Becker: Bei der Taufliege Drosophila sind, wie bei vielen Lebewesen, die Geschlechtschromosomen ungleich verteilt: Die Weibchen verfügen über zwei X-Chromosomen, die Männchen nur über ein einziges. Auf diesem liegen aber zahlreiche Gene, in denen die Baupläne für Proteine festgelegt sind. Die Männchen gleichen diesen Mangel aus, indem dank der sogenannten Dosis-Kompensation alle Gene auf dem X-Chromosom doppelt aktiviert werden. Peter Becker untersucht mit seinem Team, wie dieser für die Männchen lebenswichtige Prozess funktioniert.

Das Projekt von Roland Beckmann: Ribosomen sind die Proteinfabriken der Zelle. In diesen großen Molekülkomplexen werden Tausende von Bausteinen zu Proteinen zusammengesetzt. Beckmanns Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Aufklärung von Struktur und Funktion dieser komplexen Zellmaschinerie. Hierfür machen die Wissenschaftler die fragile Architektur der Ribosomen mithilfe der Kryo-Elektronenmikroskopie sichtbar und untersuchen Strukturänderungen in verschiedenen Stadien der Proteinproduktion.

Das Vorhaben von Hermann Gaub: Biokraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen werden künftig als Energiequelle immer wichtiger. Allerdings enthalten sie viel sogenannte Lignocellulose, die enzymatisch nur schwer aufgespalten und abgebaut werden kann. Der Biophysiker Hermann Gaub will maßgeschneiderte Enzyme designen, die Lignocellulose effektiv abbauen können. Mithilfe eines Rasterkraftmikroskops will er Lignocellulose abbauende Enzyme verschiedener Spezies auf einem Chip als Montagefläche platzieren und mit Nanokatalysatoren kombinieren. So entstehen künstliche Molekülkomplexe, deren Effektivität mithilfe von Fluoreszenzmessungen überprüft werden kann.

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