Ludwig-Maximilians-Universität München
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Weiße-Rose-Vorlesung 2020

„Die Gefahr erkennt man immer zu spät“

München, 10.01.2020

Professor Michael Brenner, Inhaber des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur hält die diesjährige Weiße-Rose-Gedächtnisvorlesung „Die Gefahr erkennt man immer zu spät. Zum Krisenbewusstsein der deutschen Juden damals und heute“.

„Entscheidet Euch, eh‘ es zu spät ist!“ So endet das fünfte Flugblatt der Weißen Rose vom Januar 1943. Wie kann man aber wissen, wann es zu spät ist? Wann ist der Zeitpunkt gekommen, nicht mehr zu warten, sondern zu handeln? Für die deutschen Juden stellte sich diese Frage bereits in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, als der Antisemitismus, insbesondere in München, immer deutlicher spürbar wurde.

In seiner Weiße-Rose-Gedächtnisvorlesung geht Professor Michael Brenner, Inhaber des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU, der Frage nach, wie die deutschen Juden auf die veränderte Situation nach 1918 und vor allem nach 1933 reagierten. Dabei lautet die Prämisse, dass Geschichte nicht prädestiniert ist und sich auch andere historische Konstellationen hätten ergeben können. Der zweite Teil seines Vortrags beleuchtet die heutige Situation und lotet vor dem Hintergrund der Zunahme antisemitischer Vorfälle die möglichen Handlungsspielräume der deutsch-jüdischen Gemeinschaft aus.

Weiße-Rose-Gedächtnisvorlesung 2020
Professor Dr. Michael Brenner spricht zum Thema:
„Die Gefahr erkennt man immer zu spät.
Zum Krisenbewusstsein der deutschen Juden
damals und heute“ am Montag, 20. Januar 2020, 18.00 Uhr,
Audimax im Hauptgebäude der LMU, Geschwister-Scholl-Platz 1, München.

Im Februar 1943 wurden die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und Studierende an der LMU, zusammen mit ihrem Freund Christoph Probst in Stadelheim hingerichtet. Professor Kurt Huber, Alexander Schmorell und Willi Graf wurden im Juli beziehungsweise Oktober desselben Jahres hingerichtet. Die jährliche Feierstunde im Gedenken an die „Weiße Rose“ erinnert an das Vermächtnis aller Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus. Renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Kultur halten die Weiße-Rose-Vorlesung.