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"Der größte Unsicherheitsfaktor bei Klimavorhersagen"

München, 12.02.2020

Professor Bernhard Mayer war für eine der größten Messkampagnen der Welt eine Woche auf Barbados. Dort untersuchten sie die Eigenschaften von Wolken, denn die Rätsel der weißen Riesen sind heute noch der größte Unsicherheitsfaktor in Klimamodellen. Dank seines Instagram-Takeovers war die LMU live dabei.

Sommer, Sonne, Strand und Meer - was auf den ersten Blick nach Urlaub aussieht, ist eigentlich harte Arbeit. "Noch vor Sonnenaufgang beginnt mein Arbeitstag", erzählt Wolken-Forscher Professor Bernhard Mayer. Während seines Forschungsaufenthaltes in Barbados sammelte Mayer zusammen mit seinen Kollegen Daten, um das Wesen der Wolken zu verstehen und Klimaprognosen künftig zu verbessern. Alle Bilder und Stories auf @lmu.takeover gibt es bei Klick auf die Bildbeschreibungen.

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lmu.takeover Hallo! Mein Name ist Bernhard Mayer. Ich bin Professor für Experimentelle Meteorologie an der LMU. Die nächsten sechs Tage sind wir auf Meßkampagne in Barbados unterwegs. Das wissenschaftliche Ziel der Aktion: Wolken - das Thema was mich und meine Arbeitsgruppe fasziniert und antreibt. Wir sind nicht alleine unterwegs. Das Projekt heisst EUREC4A. Das ist eine der größten Messkampagnen zum Thema Wolken und Dynamik jemals. Mit dabei sind vier Flugzeuge und fünf Schiffe, und wir fliegen unser Meßgerät "specMACS" auf dem Forschungsflugzeug HALO. Zunächst müssen wir aber erst mal mit einer Linienmaschine nach Barbados. Mit dabei ist eine Doktorandin, Veronika Pörtge. In der Hand hat sie nicht unser Meßgerät, sondern eine ganz normale Handy-Kamera. Und damit fotografiert sie eine "Glorie". Das ist der unscheinbare bunte Ring auf einem der Fotos. Die Glorie ensteht durch Lichtstreuung in Wassertropfen und wird in diesem Projekt noch eine wichtige Rolle spielen, denn sie kann uns viel über Wolken verraten. #lmumuenchen #meinelmu #lmumunich #universityofmunich #ichbineinlmuler #eurec4a

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lmu.takeover 5:30 Uhr morgens auf Barbados. Jetlag. Weil ich sowieso schon wach bin, mache ich mich auf den Weg zum Strand, um meine Zeitrafferkamera aufzustellen. Sieben Briten, die nach und nach vorbeikommen, bestätigen mir, dass der heutige Sonnenaufgang ganz besonders "beautiful" ist. Der Grund für die heutige beautiful-ness ist Wüstensand. Das kann man an der bräunlichen Färbung des Himmels zu erkennen. Der Sand stammt aus der Sahara und wurde einige tausend Kilometer vom Passatwind über den Atlantik transportiert. Und dort beeinflusst er die Wolken. Das sollten wir in unseren Messungen eigentlich sehen können. Kaum zu glauben, dass Staub aus der Sahara Wolken und Wetter in Barbados beeinflussen soil. Tut er aber! #lmumuenchen #meinelmu #lmumunich #universityofmunich #ichbineinlmuler

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lmu.takeover "The Eagle has landed". Kleiner Scherz :) Wer genau hinschaut, kann erkennen, dass D-ADLR das Kennzeichen von HALO ist. HALO steht für "High Altitude Long Range Research Aircraft". Damit fliegen wir während EUREC4A jeden zweiten Tag ungefähr 9 Stunden lang. An Bord sind eine Reihe von Instrumenten zur Fernerkundung von Wolken: Radar, Lidar, Mikrowellenradiometer, Infrarot-Spektrometer und unser specMACS. Fernerkundung bedeutet, dass wir die Wolken aus 12 km Höhe sondieren. specMACS besteht aus zwei Komponenten, einem hyperspectral push-broom scanner und einem polarimetric imager. Alles klar? Man könnte auch einfach sagen, dass es sich um eine ziemlich coole Kamera mit 1000 Farbkanälen (statt3) und einigen anderen tollen Features handelt. Auf den Fotos ist HALO gerade gelandet. specMACS schaut unten aus dem Flugzeug raus. Tobi Kölling, der das Instrument in seiner Doktorarbeit gebaut hat, prüft ob das Fenster auch sauber ist. #lmumuenchen #meinelmu #lmumunich #universityofmunich #ichbineinlmuler #eurec4a

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lmu.takeover Gestern war „unser“ Flug. Ich war als Mission-PI (Principle Investigator) dabei und Linda Forster als specMACS Scientist. Als Mission-PI ist man für die Planung und Durchführung des Fluges zuständig. Als Instrument Scientist kümmert man sich um ein oder mehrere Instrumente, die regelmässig „gestreichelt" werden wollen. Start war um 4:15, das heisst um 3 Uhr aufstehen. Aber für diesen Sonnenaufgang würde ich das jederzeit wieder tun. Die Crew besteht neben den zwei Piloten und dem Techniker aus sieben Wissenschaftlern. Der Flug dauert 9 Stunden — in dieser Zeit käme man locker über den Atlantik. Tut man aber nicht. Man startet und landet auf Barbados. Wozu tut man das gleich wieder? Genau, um was über Wolken zu lernen. Das haben wir getan, zunächst allerdings erst mal in Form von 10 Terabyte Daten, die ausgewertet werden wollen. Ausserdem mehr als 10000 Fotos, die meine private Zeitraffer-Kamera aufgenommen hat. Stay tuned! Hier schon mal als Beispiel ein sehr schöner „cold pool“, der bei der Entwicklung tropischer Konvektion eine wichtige Rolle spielt. #lmumuenchen #meinelmu #lmumunich #universityofmunich #ichbineinlmuler #eurec4a

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lmu.takeover Nach dem Flug ist vor dem Flug. Zwei Stunden bevor der Flug startet, kümmern sich fleissige Heinzelmännchen (in diesem Fall Linda Forster und ich) darum, dass die Geräte beim Start laufen. Während des Fluges und direkt danach werden sogenannte "quicklooks" erzeugt, das ist eine Vorschau der Daten. Hier ist ein sehr schöner "cloudbow" zu sehen. Das ist das Äquivalent zum Regenbogen, nur entsteht der eben durch Lichtstreuung an kleinen Wolkentröpfchen statt an Regentropfen. Während der cloudbow mit dem blossen Auge schwer zu erkennen wäre (links), kann ihn unsere Polarisationskamera sichtbar machen (rechts). Daraus leiten wir später die Grösse der Wolkentröpfchen ab. Der cloudbow ist zwar schön anzuschauen, aber wissenschaftlich interessanter sind natürlich die Tröpfchen, die so typischerweise 1/100 Millimeter groß sind. Veronika Pörtge und Tobi Kölling freuen sich über die Daten. #lmumuenchen #meinelmu #lmumunich #universityofmunich #ichbineinlmuler #eurec4a

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lmu.takeover Ich bin nach einer Woche auf Barbados wieder in München angekommen. Schade eigentlich. Die Kampagne dauert insgesamt 4 Wochen, vom 18. Januar bis zum 18. Februar. Aber auf mich warten sehnsüchtig die Studenten, denn sie wollen geprüft werden. Auch wenn erst 3/4 der Kampagne rum sind, kann man jetzt schon sagen, dass die Messungen ein voller Erfolg waren. specMACS und die anderen Instrumente haben ganze Arbeit geleistet. Die 100 Terabyte Daten werden uns noch eine Weile beschäftigen, und ich freue mich auf jede Menge neue Erkenntnisse zum Wolken, Wetter und Klima! "Cloud feedbacks continue to be the largest uncertainty" in Klimavorhersagen, sagt das Intergovernmental Panel on Climate Change. Und das wollen wir doch ändern! Nach der Kampagne ist vor der Kampagne. Wir planen 2021 mit unserem Instrument in der Arktis dabei zu sein, und 2022 möglicherweise wieder in den Tropen. Mehr Bilder und Filme von EUREC4A gibt's nach und nach auf @bernhard_mayer_66 #lmumuenchen #meinelmu #lmumunich #universityofmunich #ichbineinlmuler #eurec4a

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Dr. Schurkus@lmu.takeover
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In eisige Höhen und entlegene Steppen geht es zusammen mit dem Ethnologen Martin Saxer. Für ein Forschungsprojekt dokumentierte er, wie Alltagsgegenstände an abgelegenen Orten zweckentfremdet werden und ihnen so neues Leben eingehaucht wird. Recycling mal anders.

 

 

marta_260_200_web@lmu.takeover
Mit Marta auf Verbrecherjagd
CSI LMU. Die Forensikerin Marta Diepenbroek ermöglichte bei ihrem Takeover einen Blick hinter die Kulissen der Kriminalarbeit. Spoiler: Es ist nicht alles so, wie es im Fernsehen aussieht.

 

 

 

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