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Lehre@LMU-Preis

„Was? Informatik? Du?“

München, 13.02.2020

Big Data, Algorithmen und Künstliche Intelligenz sind für LMU-Studentin Lisa mehr als angesagte Schlagwörter. In ihrer Bachelorarbeit hat die Informatikerin ein Distanzmaß entwickelt, durch das Zusammenhänge im Datenwust erkennbar werden. Für diese Leistung gab es den Lehre@LMU-Forschungspreis für exzellente Studierende.

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Noch immer trifft Lisa öfter auf das Stereotyp, dass Frauen nicht in der Informatik passen. „Da kommen dann erstaunte Fragen wie: Was? Du? Informatik? Wirklich?“, erzählt Lisa. Dabei liegt der Frauenanteil in der Informatik je nach Studiengang mittlerweile bei 40 Prozent. „In der Uni ist das deshalb kein Thema mehr, auch wenn man bei Gruppenarbeiten gelegentlich die einzige Frau ist.“ Lisas Interesse für Technik und Naturwissenschaften war schon immer groß und ihre Schwester studierte Statistik. Ein Studium an der LMU liegt sozusagen in der Familie.

Lisas Bachelorarbeit: Zusammenhängen auf der Spur
„Mich interessieren Themen wie Big Data und Algorithmen ganz allgemein, nicht nur neue Technologien für Konsumenten. Und das Thema bietet ja auch unzählige positive Anwendungen, nicht nur in der Wissenschaft“, erzählt Lisa. Eine große Herausforderung ist es, in großen Datenmengen Zusammenhänge zu finden. Das geschieht mit Hilfe von sogenannten Clusteringverfahren – und genau das ist Thema von Lisas Bachelorarbeit „Linear Correlation Clustering auf Basis der nächsten Nachbarn“. Lange Zeit hat sie zu Hause am Schreibtisch probiert, selbst Formeln aufgestellt, probiert, verbessert und nochmal probiert. So hat die 23-Jährige ein Distanzmaß entwickelt, das erkennt, ob zwei Elemente zur gleichen linearen Korrelation gehören. Falls mehrere lineare Korrelationen im gesamten Datensatz vorliegen, können diese sogar unterschieden werden, auch wenn sie sich überschneiden. Lisa hat dieses Distanzmaß in zwei Clustering-Algorithmen verwendet und damit echte Grundlagenarbeit im Bereich Datenanalyse geleistet – und das in einer Bachelorarbeit.

Lisas Ziel: in die Wirtschaft gehen
Ihre Arbeiten wurden deshalb sogar auf einer peer-reviewten A-Konferenz des Gebiets als Paper publiziert – klingt nicht nur wichtig, ist es auch. Ihre Arbeit bietet vielfältige Anschlussmöglichkeiten für weitere Forschung. „Ein wenig stolz bin ich schon. Ich wurde aber von meiner Betreuerin Anna Beer auch sehr gut unterstützt“, lächelt Lisa bescheiden. Gerade arbeitet sie weiter an diesem Thema, das sie nicht loslässt. Im dritten Semester ihres Masterstudiums feilt sie ihre Suche nach Zusammenhängen noch weiter aus. Und danach? „Ich würde sehr gerne in die Wirtschaft gehen“, sagt sie. Na dann dürfen sich die Unternehmen jetzt um die junge Informatikerin streiten.

Wer sich für die Bachelorarbeit von Lisa interessiert, findet das Paper dazu hier.  

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