Ludwig-Maximilians-Universität München
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MedR Summer School

Ein Sommer voller Forschung

München, 20.09.2019

Intensivstudium mit viel Praxis: Das Konzept der Summer Schools ist schnell erklärt. Dieses Jahr startete mit der Medical Research Summer School das erste derartige Programm der Medizinischen Fakultät – Studierende und Dozenten sind begeistert.

Dr. Marta Diepenbroek untersucht mit den Studierenden der MedR Kleidung auf Spuren, die auf ein Verbrechen deuten könnten. Foto: Marta Diepenbroek

Wenn die letzte Prüfung geschrieben ist, geht es für viele Studierenden in den Urlaub. Auch Jonathan aus Hong Kong setzte sich in den Flieger und reiste nach München. Doch für ihn und seine Kommilitonen aus der ganzen Welt geht es auf in ein anderes Abenteuer: In der Medical Research Summer School (MedR) der LMU erleben sie einen Monat lang Medizin in all ihren Facetten.

Biomechanik, Forensik oder Data Sciences: Die Möglichkeiten sind für Medizinstudierende vielfältig. Doch die wenigsten nehmen sie während ihres Studiums wahr – zu sehr zielt es auf die Klinik ab. Das weiß auch Lydia Schön von der Medizinischen Fakultät. Sie organisierte die Summer School über ein Jahr hinweg. „Wir wollen Studierenden die Möglichkeit geben, ihre Zukunft anhand ihrer Interessen und Leidenschaften zu planen“, erzählt die Koordinatorin. „Das geht allerdings nur, wenn die Studierenden auch wissen, was sie interessiert.“ Deswegen will sie den Teilnehmern der MedR ermöglichen, sich in Fachbereichen auszuprobieren, die normalerweise nicht auf dem Medizin-Curriculum stehen.

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Jonathan und sein Kommilitone Wilson studieren eigentlich in Hong Kong Medizin. Foto: Laurent Soussana

Die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen, hat auch Jonathan dazu bewogen, sich für die Summer School zu entscheiden. „In meiner Heimatuniversität ist das Medizinstudium sehr theoretisch und verschult“, erklärt der Hongkonger. Deswegen ist er immer auf der Suche nach neuen Perspektiven auf sein Studienfach. Und die hat er bekommen: Insbesondere nach Einblicken in die Forensik könnte er sich gut vorstellen, den Arztkittel gegen einen Laborkittel zu tauschen.


CSI: München

Für ihren Ausflug in die Rechtsmedizin wurden die Studierenden von Marta Diepenbroek empfangen. Die LMU-Forscherin stellte die angehenden Mediziner vor forensische Rätsel: Welche Spuren sind auf einem zerrissenen T-Shirt zu finden? War dieser Gegenstand Teil eines Verbrechens? Gar nicht so leicht, denn die meisten Studierenden kennen solche Fragestellungen nur aus dem Fernsehen. Mit umso mehr Enthusiasmus machten sie sich deswegen an die Untersuchungen. Mindestens genauso viel Spaß wie die Studierenden hatte Diepenbroek selbst: „Die Summer School war die wahrscheinlich aufregendste Zeit meiner Lehre!“

In Ihren Augen verkörpert das Programm die Essenz wissenschaftlichen Arbeitens: „Es wurde viel diskutiert, nachgefragt und sich ausgetauscht. So habe ich viele Dinge aus der Forschung anderer Fachbereiche und Länder gelernt.“ Der internationale Austausch ist erklärtes Ziel der MedR. Viele der Studierenden kommen von Partnerhochschulen und denken darüber nach, einmal für eine längere Zeit an der LMU zu studieren. Dementsprechend nutzten die Gaststudierenden ihre Zeit an der LMU auch, um sich mit der Stadt München und ihrer Geschichte zu beschäftigen.

Auch Medizinethik steht im Fokus der Summer School

Denn für die Teilnehmer der Summer School standen neben Laboren auch Museen und die KZ-Gedenkstätte in Dachau auf dem Programm. Laut Lydia Schön ein Besuch mit großer Relevanz für Mediziner: „Die Geschichte des Dritten Reiches ist auch die einer fehlgeleiteten Medizin. Mir war es sehr wichtig, dass die Ethik der Medizin ebenfalls im Fokus der Summer School steht.“

Diese thematische Mischung hat sicher auch dazu geführt, dass Jonathan und die anderen Teilnehmer die Summer School durchweg positiv bewertet haben. „Das bestärkt mich und das Team, nächstes Jahr noch einmal die Medical Research Summer School anzubieten“, freut sich Schön. Bleibt nur die Frage: Vermissen die Studierenden nicht ihre Sommerferien, wenn sie den Sommer in LMU-Labors verbringen? „Definitiv nicht“, sagt Jonathan. „Für mich heißt Urlaub auch immer, neue Dinge kennenzulernen. Bessere Ferien könnte ich mir also nicht vorstellen.“

Mehr Informationen zur Medical Research Summer School finden Sie hier.


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