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Lehre@LMU

Mikroplastik – wie Sand am Meer

München, 22.02.2019

In Indonesien wird ein toter Wal an Land gespült. In seinem Magen finden Ranger mehr als sechs Kilo Plastik - über 1.000 Einzelteile. Neben Plastiktüten, -bechern und -besteck gibt es noch eine unsichtbare Gefahr für die Weltmeere und ihre Bewohner: Mikroplastik. Die LMU-Studentinnen Elsa und Lena haben es sich zum Ziel gesetzt, die Auswirkungen der kleinen Plastikpartikel zu erforschen und weiter auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Lena Wilde und Elsa Girard bei der Verleihung der Lehre@LMU Forscherpreise 2018.

„Hauptsächlich werden Tiere erforscht, die man essen kann“, sagt Masterstudentin Elsa mit einem Augenzwinkern. Deswegen hat sie sich mit ihrer Kommilitonin Lena Lebewesen zugewandt, die in der Mikroplastikforschung bis jetzt wenig Beachtung gefunden hat. „Meeresschwämme ernähren sich, indem sie Wasser filtern. Dadurch nehmen sie auch kleinste Plastikteile auf. Wir haben untersucht, ob die Konzentration von Mikroplastik in den Schwämmen nachweisbar ist“, erklärt Lena den Versuchsaufbau. Das Ergebnis hat gezeigt: In Zukunft könnten Schwämme wahrscheinlich als Indikatoren für die Mikroplastikverschmutzung von Gewässern und Korallenriffen genutzt werden.

Auch Professor Gert Wörheide, Lehrstuhlinhaber für Paläontologie und Geobiologie und Betreuer des Forschungsprojektes, sieht darin eine Chance für die Zukunft: „Bis jetzt kann die Konzentration von Mikroplastik in den Weltmeeren nur geschätzt werden. Es wäre ein Fortschritt zum Schutz der Korallenriffe und Meeresbewohner, wenn der Umfang und die Auswirkungen der Mikroplastikverschmutzung umfassender erforscht wird.“ Deswegen schlug Wörheide Elsa und Lena im letzten Jahr für einen Lehre@LMU-Forscherpreis vor, den sie für ihr „innovatives und exzellent durchgeführtes“ Projekt auch erhielten.

Die Sauberkeit der Meere ist den beiden Studentinnen eine Herzensangelegenheit. Lena will sich künftig im Rahmen ihrer Promotion mit dem Thema beschäftigen, während Elsa ihre Masterarbeit über Mikroplastikverschmutzung schreibt. In zwei Wochen brechen Elsa und Lena gemeinsam nach Indonesien auf, um ihre Forschung aus dem Aquarium in den Ozean zu verlagern. In dem Land an dessen Küste der plastikgefüllte Wal für weltweites Aufsehen gesorgt hat, wollen sie die Anwendbarkeit ihres Experimentes prüfen und neue Erkenntnisse unter Realbedingungen sammeln. Bis dahin geben sie sich allerdings auch mit den einfachen Aspekten des Umweltschutzes zufrieden: „Es wäre toll, wenn allgemein weniger Plastik verwendet werden würde. Gerade bei Obst und Gemüse kann man im Alltag leicht auf Verpackungen verzichten.“

Lehre@LMU ist das Programm der LMU im Rahmen des "Qualitätspakts Lehre" von Bund und Ländern. Das Konzept bündelt Maßnahmen von der Förderung studentischer Forschungsprojekte und der Auszeichnung innovativer Lehrkonzepte über den Ausbau von Mentoringprogrammen bis hin zur Unterstützung Studierender in besonderen Lebenslagen.

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