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Schulprojekt „Klimawandel“

Klimaschutz beginnt im Klassenzimmer

München, 07.02.2019

Selbst auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos wird der Klimawandel als „das größte Risiko“ bezeichnet. Das Schulprojekt „Der Klimawandel: Verstehen und Handeln“ der Fakultät für Physik unterstützt nun Lehrer dabei, Klimaschutz bereits in der Schule zu thematisieren.

Foto: Andreas Edelmann / adobestock.com

„Der Klimawandel ist ein Phänomen voller Physik und geht uns alle etwas an“, sagt Dr. Cecilia Scorza von der Fakultät für Physik. Neben der Klimaforschung an der LMU hat es sich die Fakultät für Physik jetzt mit dem Schulprojekt „Klimawandel“ zum Ziel gemacht, Lehrer und Schüler für den Klimaschutz zu sensibilisieren. Am 20. Februar übernimmt Umweltminister Thorsten Glauber die Schirmherrschaft des Projektes.

Bei den Workshops des Projektes lernen Lehrer, wie Schüler an das Thema Klimawandel herangeführt und passende Experimente in den Unterricht eingebaut werden können. Schüler wiederum bekommen bei Veranstaltungen wie dem Tag der Physik einen Einblick in die Auswirkungen des Klimawandels: „Der Workshop ‚Die Erde 2050‘ kam besonders gut an. Die Schüler wurden mit zwei Szenarien konfrontiert: Wir tun alles, um die CO2 Emission zu stoppen und schaffen es, oder der Mensch macht weiter als bisher. Die Vorstellung von einer Erde, die unbewohnbar wird, hat viele Schülerinnen und Schüler berührt.“

Klimawandel verstehen mit dem Klimakoffer

Das Herzstück des Projektes ist der Klimakoffer und das dazugehörige Handbuch. „Im Klimakoffer sind Anleitungen und Hilfsmittel für verschiedene Experimente enthalten, die den Klimawandel im Unterricht greifbar machen“, erklärt Scorza. Die Schüler können anhand der Experimente verstehen, wie CO2 Wärme absorbiert, wie stark Eis die Sonnenstrahlung reflektiert und was passieren würde, wenn die Gletscher und Polkappen abschmelzen. Eine Besonderheit des Projektes liegt in der Verknüpfung von Physik und Ethik, die es so bis jetzt im Lehrplan noch nicht gibt. Das spricht auch Lehrkräfte anderer Fachbereiche an. „Neben Physiklehrern nahmen auch Chemie-, Geographie- und Ethiklehrkräfte an unseren Workshops teil“, berichtet Scorza.

„Die Resonanz der Teilnehmer unserer Workshops ist durchweg positiv. Gerade die Schüler wollen nicht nur rumsitzen und passiv abwarten.“ Deswegen möchte Scorza das Projekt noch weiter ausbauen und auch andere Landkreise von Bayern mit Lehrer- und Schülerworkshops unterstützen: „Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Bayern sind herzlich dazu eingeladen am Schulprojekt mitzuwirken.“ Neue Möglichkeiten wird auch die Schirmherrschaft von Umweltminister Thorsten Glauber ermöglichen. Hierzu wird am 20.02. das „Lehrernetzwerk Klimawandel“ gegründet. Im Rahmen des Netzwerks sollen Unterrichtsmaterialien und Projekte für verschiedene Jahrgänge und Fächer erarbeitet werden. Auch der Klimakoffer soll weiter reproduziert und verbreitet werden.

 

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