Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Auslandssemester in Hongkong

„Semester vorzeitig eingestellt“

München, 27.11.2019

Viele deutsche Universitäten raten ihren Studierenden in Hongkong, das Auslandssemester abzubrechen. Einige europäische Universitäten holten diese sogar aktiv zurück. Wie ist das an der LMU? Studentin Johanna berichtet über ihre Erfahrung in Hongkong und International-Office-Mitarbeiterin Nicola Hillmer erzählt, wie sie in solchen Fällen vorgeht.

hongkong_535
Politikstudentin Johanna in Hongkong

„Wir stehen bereits seit längerer Zeit in Kontakt mit den Studierenden vor Ort und informieren uns, wie es ihnen geht. Zusätzlich informieren wir uns immer beim Auswärtigen Amt über die Situation vor Ort – zum Beispiel gibt es in Hongkong mittlerweile Ausweispflicht“, sagt Hillmer, die für die Studierenden in der Region zuständig ist. Das ist auch sinnvoll, denn erst vor Kurzem wurden zwei deutsche Studierende dort festgenommen, weil sie keinen Ausweis dabei hatten.

Politikstudentin Johanna ist seit August in Hongkong an der Lingnan University und hat nun ihren Aufenthalt abgebrochen. „Die Situation ist einfach chaotisch geworden, vor den Eingängen zu den Hörsälen wurden Barrikaden errichtet. Es gab keinen verlässlichen öffentlichen Verkehr mehr, und auch keine Informationen. Am Montag dann informierte die Universität, dass das Semester vorzeitig eingestellt wird“, erzählt sie. Vorher waren die Proteste in Hongkong zwar präsent, aber man konnte sie soweit umgehen. „Nur einmal sind wir direkt aus dem Kino gekommen und mitten in einer Demo gelandet, in der auch Tränengas geworfen wurde.“

Ereignisse wie diese gibt es natürlich immer wieder – wie zum Beispiel der Taifun in Japan oder den Anschlag von Paris – in denen Studierende betroffen sein können, die gerade vor Ort ein Auslandssemester machen. In der Regel kontaktieren die Mitarbeiter des International Office dann die Studierenden. „Uns sind zwei Dinge sehr wichtig: Erstens, dass die Studierenden selbst entscheiden können, ob sie abbrechen möchten oder nicht. Und zweites sollten aufgrund dieser Entscheidung keine finanziellen und akademischen Nachteile entstehen“, erzählt Hillmer. Johanna, die sich auf ein Jahr Auslandsaufenthalt eingestellt hatte, überlegt nun, wie es weitergeht. Am liebsten möchte sie ihren Auslandsaufenthalt woanders fortsetzen, verderben lassen möchte sie sich die Freude daran von ihrer Erfahrung in Hongkong nicht. Die Fristen dafür sind aber abgelaufen. „Wir versuchen gerade, unsere Studierenden unter diesen Umständen doch noch irgendwo unterbringen zu können“, sagt Hillmer. "Für zwei haben wir bereits Plätze gefunden." Jana hat Glück. Sie darf ihren Auslandsaufenthalt bald in Seoul, Korea, fortsetzen.