Ludwig-Maximilians-Universität München
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Kunst am CAS

Der letzte Schrei

München, 30.10.2019

Das Center for Advanced Studies zeigt Bilder der Künstlerin Beate Passow und lädt zur Diskussion über weibliche Stereotype in der Kunst.

Beate Passow: Monkey Buisness. Knossos (Tapisserie 2017)

Beate Passow führt scheinbar Unvereinbares zusammen. Die Künstlerin hat in ihrem Zyklus „Wanted“ Fahndungsaufrufe nach Terroristen auf Leinwände gestickt, nach der Terroristin Ulrike Meinhof ebenso wie den Mördern von der NSU. Die heimische Handwerkstechnik rühre an die Frage, wie Terror aus dem Innern eines Landes entstehen kann, schrieb der Tagesspiegel. Für ihr „Geschichtsverständnis“ und ihre „kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen und politischen Bedingungen der Gegenwart“ wurde Beate Passow, Absolventin der Akademie der bildenden Künste, 2017 mit dem renommierten Gabriele Münter Preis ausgezeichnet. „Beate Passow arbeitet gegen das Vergessen“, schrieb der Kunsthistoriker Helmut Friedel und frühere Direktor des Lenbachhauses über ihre Werke.

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TRADE MADE, La Biennale di Venezia und Art Basel, Stickerei auf Seide, 2009: Auch hier dient das Medium der Stickerei als Bildträger – Beate Passow porträtiert eine imaginierte Kunstsammlerin durch ihre Kreditkartenauszüge.

Das Center for Advanced Studies (CAS) arbeitet in diesem Semester mit Beate Passow zusammen. Ihre Ausstellung „Der letzte Schrei“ am CAS gilt Stereotypen von Weiblichkeit. Zu sehen sind Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensperioden. Sie alle spielen auch mit der Darstellung weiblicher Rollenbilder, einem Thema, dem sich Beate Passow seit einigen Jahren verstärkt widmet. Am CAS zeigt sie neben einer Arbeit aus dem Zyklus „Wanted“ unter anderem Arbeiten aus ihrer Bilderserie über Burkaträgerinnen sowie aus der Serie Shangri-La, mit der sie fotografisch verbotene Bilder von Prostituierten in Tibet festhält.

Am 27. November 2019 wird die Künstlerin an einer Podiumsdiskussion am CAS zu „Stereotypen von Weiblichkeit in der Kunst“ teilnehmen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „What About Art?“ statt.