Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wissenschaftliche Tagung

Ehrung für das Multitalent

München, 03.12.2018

Max von Pettenkofer gilt als Pionier der Hygieneforschung. Das von ihm gegründete Institut an der LMU feiert Pettenkofers 200. Geburtstag mit einem dreitägigen Symposium.

Max von Pettenkofer an seinem Institut für Hygiene (Foto: Johannes Hamböd)

Es ist für das Max von Pettenkofer-Institut eine besondere Woche. Am Montag, dem 3. Dezember 2018, jährt sich der Geburtstag Max von Pettenkofers zum 200. Mal. Und von Donnerstagabend an wird das Institut den berühmten Hygieniker mit einem Festakt und einem Symposium würdigen. „Viele wissenschaftliche Erkenntnisse des Namensgebers und Gründers des Instituts begleiten uns in der Wissenschaft und im täglichen Leben bis heute“, schreiben die beiden heutigen Vorstände des Instituts, die Professoren Sebastian Suerbaum und Oliver T. Keppler, in ihrer Einladung. „Der Name Max von Pettenkofer steht für die Erkenntnis, dass Umweltfaktoren einen entscheidenden Einfluss auf Ausbruch und Verlauf von Infektionskrankheiten haben.“ Von Pettenkofer war, so heißt es weiter, „ein Pionier der wissenschaftlichen Hygiene.“

Pettenkofer, bei dem Chemiker Justus von Liebig in Gießen ausgebildet, wurde 1847 zunächst zum Professor für medizinische Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität ernannt, im Jahre 1865 erhielt er dort den ersten Lehrstuhl für Hygiene in Deutschland. 1879 schließlich konnte er ein für damalige Verhältnisse üppig ausgestattetes Institut für Hygiene einrichten – das Institut, das heute an der LMU seinen Namen trägt. Pettenkofer, so sagt Oliver T. Keppler, Inhaber des Lehrstuhls für Virologie, war „ein Multitalent und kraftvoller Streiter für seine Überzeugungen“. Er habe „stets das gesundheitliche Wohlbefinden der von Industrialisierung, Hygienemängeln und Infektionskrankheiten gebeutelten Menschen im Blick“ gehabt. „Er war der Kristallisationskern und Motor einer ersten ,Denkfabrik’ im Bereich der wissenschaftlichen Hygiene.“

„Pettenkofer hatte einen seiner Zeit weit vorausgehenden Blick auf die Medizin, auf das Leben der Menschen, und er hatte einen wirklich globalen Ansatz“, sagt Sebastian Suerbaum, Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene an der LMU. „Ich denke, das ist eine Perspektive, die auch heute für die Wissenschaft und ihre Rolle in der Gesellschaft noch sehr angemessen ist.“ Mit dem Symposium, das nach Festakt und Empfang am Donnerstagabend, mit zahlreichen Fachvorträgen am Freitag, 7. Dezember 2018 beginnt, will das Institut zeigen, wie es diesen Anspruch einlöst und welche Themen heute auf der Agenda der wissenschaftlichen Hygiene, der medizinischen Mikrobiologie und der Virologie stehen – von der Bekämpfung des krebsauslösenden Erregers Helicobacter pylori und anderer Keime wie Salmonella und Campylobacter bis hin beispielsweise zu der Frage, wie der AIDS-Erreger HIV im menschlichen Körper überdauert, ohne dass die Krankheit ausbricht.

 

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