Ludwig-Maximilians-Universität München
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DenkStätte Weiße Rose

Neueröffnung der Dauerausstellung

München, 17.02.2017

Vor 74 Jahren wurden die Mitglieder der Weißen Rose zum Tode verurteilt und hingerichtet. Daran erinnert die DenkStätte Weiße Rose im Hauptgebäude der LMU. Sie ist nun zu ihrem 20-jährigen Jubiläum neu gestaltet worden.

Empathie für die damals Handelnden wecken - auch das ist ein Ziel der DenkStätte. So können Werte, für die die Weiße Rose steht, auch in die Gegenwart wirken.

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„Studentinnen und Studenten! Auf uns sieht das deutsche Volk. Von uns erwartet es, wie 1813 die Brechung des Napoleonischen, so 1943 die Brechung des nationalsozialistischen Terrors aus der Macht des Geistes“, schreiben die Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe Weiße Rose in ihrem sechsten Flugblatt.

Leider haben sie es nicht geschafft, für ihren Widerstand breite Unterstützung durch die Bevölkerung zu bekommen. Die Geschwister Scholl wurden bei der Verteilung der Flugblätter im Lichthof der LMU verhaftet, sie selbst, Christoph Probst, Willi Graf, Alexander Schmorell, Professor Kurt Huber 1943 und Hans Leipelt 1945 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Ihre Geschichte und die der zahlreichen weiteren Mitglieder, die in ganz Deutschland wirkten, zeichnet seit 1997 die DenkStätte Weiße Rose der Weiße-Rose-Stiftung e.V. in der ehemaligen Professorengarderobe am Lichthof der LMU nach – jenem Ort, an dem die Geschwister verhaftet wurden und der heute der Erinnerung an die Weiße Rose gewidmet ist.

Die Ausstellung wurde jetzt inhaltlich und gestalterisch neu konzipiert. Ab kommender Woche ist sie an ihrem Stammplatz wieder zu besichtigen.

Eine junge Zielgruppe im Blick
Ein durchgehendes Glasband in dezentem Blau führt die Besucher durch die Ausstellung. Zahlreiche Bilder und Dokumente veranschaulichen das Entstehen der Weißen Rose, ihr Wirken zwischen Hörsaal und Front; gezeigt werden die sechs Flugblätter, der letzte Flugblattentwurf sowie Dokumente zum Hochverratsprozess in München, zu ihrer Verurteilung und Hinrichtung. Filme mit Zeitzeugenberichten oder zur technischen Herstellung von Flugblättern und deren Verbreitung in Deutschland vermitteln eindrucksvoll die Schwierigkeiten, die die jungen Studierenden bei der Planung ihrer Aktionen zu gewärtigen hatten; Hörstationen geben Einblicke in die Hochverratsprozesse und ein Lesetisch zeigt philosophische, politische oder literarische Werke, die für die Bewusstseins- und Meinungsbildung der Weiße Rose-Mitglieder wichtig waren.

Umfassende bauliche Anpassungen waren nötig, um die von der Braunschweiger Agentur Hinz & Kunst neu konzipierte Ausstellung umzusetzen. Das Ziel war es vor allem, das Wirken der Weißen Rose jungen Menschen nahezubringen, die heute in dem gleichen Alter sind wie die jungen Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus. Deswegen wurden zeitgemäße museumspädagogische Einsichten ebenso berücksichtigt wie die veränderten Sehgewohnheiten gerade von jungen Menschen. So betont auch LMU-Präsident Professor Bernd Huber: „Die Erinnerung an die Weiße Rose und ihr Erbe wollen wir an diesem Ort wach halten und der heutigen und zukünftigen Generationen weitergeben. Deswegen freue ich mich sehr über die gelungene Neugestaltung der Dauerausstellung in der DenkStätte Weiße Rose. Gerade jungen Leuten wird hier in beeindruckender Weise das Schicksal der Mitglieder dieser studentischen Widerstandsgruppe und ein wichtiger Teil der Geschichte der LMU im Nationalsozialismus deutlich."

Die neue Ausstellung löst die alten Stellwände und Hörstationen ab, die während der Umbauphase in der Thomas-Mann-Halle aufgestellt waren. Vor mehr als 20 Jahren ursprünglich als Wanderausstellung geplant, genügen sie nicht mehr dem Anspruch an eine zeitgemäße Ausstellungsgestaltung. Unter der Ägide von Dr. Hildegard Kronawitter, der Vorsitzenden der Weiße Rose-Stiftung e.V. wurde die Neukonzeption vor vier Jahren angegangen und in den letzten Monaten umgesetzt. Dabei wurden neben der Neukonzeption auch die Auffindbarkeit der DenkStätte im Hauptgebäude verbessert; zudem sorgt ab sofort ein Aufzug für den barrierefreien Zugang zur Ausstellung. Für die zahlreichen internationalen Besucher ist die Ausstellung nun auch in englischer Sprache erlebbar. „Unseren Besuchern werden in der Ausstellung keine Antworten vorgegeben. Wir wollen das historische Geschehen im Kontext von NS-Diktatur und mörderischem Krieg vermitteln und zu eigenen Antworten anregen."

Die Kosten übernahmen weitgehend der Freistaat Bayern, vertreten durch die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, die Stadt München sowie die LMU, die vor allem für die baulichen Maßnahmen verantwortlich zeichnete. Eigenmittel der Weiße Rose Stiftung ergänzten das Budget. Durchgeführt und koordiniert wurde die Neugestaltung von der Weiße Rose Stiftung e.V., die fachlich von einem Begleitgremium bestehend aus Vertretern der Förderer, Museumsexperten sowie Vertretern der Familien der Weißen Rose unterstützt wurde.

Ab Montag, den 20. Februar, ist die DenkStätte wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.