Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neuberufen in 2020

Prof. Dr. Simon Ringgaard

bislang Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie Marburg, ab 01.09.2020 W2-Professor für Zelluläre Mikrobiologie, Fakultät für Biologie der LMU.

Prof. Dr. Laurent Frantz

bislang Queen Mary University London (UK), ab 01.09.2020 W2-Professor für Paläogenomik der Haustiere, Tierärztliche Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Benedikt Sabaß

bislang Forschungszentrum Jülich, ab 01.08.2020 W2-Professor für Biophysik pathogener Organismen, Tierärztliche Fakultät der LMU.

Prof. Dr. David Anthony Keays

bislang Research Institute of Molecular Pathology, Wien, ab 01.08.2020 W3-Professor für Organismische und Entwicklungsneurobiologie, Fakultät für Biologie der LMU.

Prof. Dr. Arthur Liesz

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.08.2020 dort W2-Professor für Schlaganfall-Immunologie.

Prof. Dr. Berenika Szymanski-Düll

bislang Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU, ab 01.07.2020 dort W2-Professorin für Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften.

Prof. Dr. Hans-Henning Kunz

bislang Washington State University (USA), ab 01.07.2020 W3-Professor für Biochemie und Physiologie der Pflanzen, Fakultät für Biologie der LMU.

Prof. Dr. Lisandra Flach

bislang Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU, ab 01.07.2020 dort W3-Professorin für Volkswirtschaftslehre: Ökonomik der Globalisierung.

Prof. Dr. Peter Zentel

bislang Pädagogische Hochschule Heidelberg, ab 01.06.2020 W3-Professor für Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Pädagogik bei geistiger Behinderung einschließlich inklusiver Pädagogik, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Prof. Dr. Ivana Ivanovic-Burmazovic

bislang Universität Erlangen-Nürnberg, ab 01.06.2020 W3-Professorin für Bioanorganische Chemie und Koordinationschemie, Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU.

Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha

bislang Eberhard Karls Universität Tübingen, ab 01.04.2020 W3-Professor für Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Weiterbildung liegt im Trend. Seit Beginn der Weiterbildungsstatistik
Ende der 70er-Jahre haben Fortbildungsaktivitäten in- und außerhalb
des Jobs stetig zugenommen. „1979 lag die Weiterbildungsquote von
Erwerbstätigen in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 20 und
30 Prozent, 2019 bei 50 Prozent und damit leicht über dem EU-Durchschnitt“,
sagt Professor Bernhard Schmidt-Hertha, der im April 2020
als Nachfolger von Professor Rudolf Tippelt auf den Lehrstuhl für Allgemeine
Pädagogik und Bildungsforschung an der LMU berufen wurde.
Er führt das auch darauf zurück, dass sich das Paradigma vom „lebenslangen
Lernen” auch in der jüngeren Generation zunehmend verfestigt
hat. „Die meisten Menschen, die heute eine Ausbildung aufnehmen,
gehen davon aus, dass sie sich auch danach weiter fortbilden müssen”,
so Schmidt-Hertha.
Der Anstieg der Weiterbildungszahlen sei auf den ersten Blick natürlich
eine positive Entwicklung. Nur täuschten die Zahlen darüber hinweg,
dass viele Weiterbildungen abgebrochen würden. Genau hier setzt
die Arbeit von Bernhard Schmidt-Hertha an, die unter anderem von
der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Er untersucht
Zeitpunkt, Gründe und die Folgen von Weiterbildungsabbrüchen. Basis
seiner Untersuchungen sind in erster Linie Befragungen von Teilnehmenden
an Fortbildungsmaßnahmen, aber auch von Kursleitungen und
Programmplanerinnen und -planern in den Weiterbildungseinrichtungen
selbst.
Die Gründe für den Abbruch einer Weiterbildungsmaßnahme seien vielfältig,
weiß Bernhard Schmidt-Hertha. „Es können etwa Veränderungen
in Lebensbereichen wie ein Jobwechsel oder eine familiäre Krise sein”,
so der Bildungsforscher. Bei berufl icher Weiterbildung sei ein Abbruch
zumeist dann wahrscheinlich, wenn sich die berufl iche Situation ändere
und ein Kurs nicht länger relevant sei. Eine weitere Gruppe breche ab,
wenn das Kurskonzept, der Dozent oder die Inhalte nicht passen würden.
„Das sind zumeist Leute, die einen Weiterbildungskurs aus privatem
Antrieb besuchen. Bei dieser Gruppe ist die zwischenmenschliche
Komponente sehr wichtig.”
Eine kleinere Gruppe schließlich seien arbeitssuchende Teilnehmende,
die von der Arbeitsagentur angebotene oder fi nanzierte Kurse besuchen.
„Die beenden eine Weiterbildung in der Regel dann, wenn sie eine Arbeit
gefunden haben.” Ähnliches gelte auch für Integrationskurse.
Prinzipiell, so Schmidt-Hertha, sei die Abbruchwahrscheinlichkeit höher,
je länger ein Kurs dauere. „Ein Angebot, das an einem Wochenende
stattfi ndet, wird eher selten vorzeitig beendet. Die Hemmschwelle, einen
Kurs abzubrechen, ist zudem viel höher im Fall von berufl icher Weiterbildung,
die vom Arbeitgeber fi nanziert oder an deren Ende ein Zertifi kat
ausgegeben wird, das wichtig für die berufl iche Karriere ist.”
Der Bildungsforscher untersucht zudem, wie sich ein Abbruch auf das
Weiterbildungsverhalten auswirkt. „Es gibt eine relativ große Gruppe, die
danach komplett aussteigt und keine Kurse mehr besucht”, konstatiert er.

Bernhard Schmidt-Hertha war zuletzt Professor an der Universität Tübingen.
Mit der Annahme des Rufs an die LMU ist er nun
an die Universität zurückgekommen, an der er seine akademische
Ausbildung bis hin zur Habilitation durchlaufen hat.
Er kennt also die Strukturen und das enorme Renommee
seiner Alma Mater. Da war es für ihn klar, dass er den Ruf an
eine andere Universität abgelehnt und den nach München
angenommen hat. Denn die LMU ist eine, vielleicht die herausragende
Universität in Deutschland.“

Vor allem die internationale Ausrichtung und das große
Angebot an internationalen Studiengängen reizen ihn sehr:
„Wir haben zum Thema Bildung in der zweiten Lebenshälfte
bereits ein gutes Netzwerk mit Institutionen in Australien,
Kanada und Neuseeland”, freut sich Schmidt-Hertha. „Diese
Zusammenarbeit wollen wir stärken und weiter ausbauen.”
Auch seine neuen Forschungsprojekte möchte Professor
Schmidt-Hertha an der LMU vorantreiben. In einem, für das
gerade ein Antrag beim Bundeswissenschaftsministerium
(BMBF) läuft, will er untersuchen, was Studienabbrecher im
Anschluss an das nicht vollendete Studium machen. Hierfür
wird er intensiv mit den Industrie- und Handelskammern
zusammenarbeiten, die in solchen Fällen gezielte Beratung
anbieten.
Ein weiterer Schwerpunkt, mit dem sich der gebürtige Burghausener
beschäftigt und für den er besonderes Kooperationspotenzial
an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik
der LMU sieht, ist der Einsatz von Medien im Bildungskontext,
insbesondere in Hochschul- und Weiterbildung. „Wir
untersuchen, welche Qualifi kationen Lernende und Lehrende
haben müssen, um Medien gezielt und gut einzusetzen.
Zudem sind wir an einem BMBF-Konsortialprojekt beteiligt,
in dem wir Zusatzqualifi kationen im Bereich der Künstlichen
Intelligenz in technischen und kaufmännischen Berufen entwickeln
und evaluieren. Und gerade hat das BMBF seinen
Zuschlag für ein neues Projekt zu Abbrüchen in Grundbildungs-
und Alphabetisierungskursen gegeben.

Prof. Dr. Irene Holzer

Prof. Dr. Irene Holzer

bislang Universität Hamburg, ab 01.04.2020 W2-Professorin für Musikwissenschaft, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

Trotz ihres ganz und gar selbstverständlichen Gebrauchs in der Musik haben Noten etwas Faszinierendes: Kundige Musiker können vom Blatt die Melodie eines Liedes oder einer Komposition ablesen, sie brauchen nicht einmal ein Instrument, um nachzuvollziehen, wie sie klingt. Und mehr noch: Durch die schriftliche Fixierung bewahren Notensysteme die rasch verklingende Musik über Jahrhunderte.
„Im Mittelalter entstanden die ersten europäischen Notationssysteme im Kontext der kirchlichen Liturgie“, sagt die Musikwissenschaftlerin Irene Holzer, die seit April als Professorin für Musikwissenschaft an der LMU forscht und lehrt. Die Kirche sei der Kulturträger im Mittelalter gewesen und das Bedürfnis, klare Notationen für kirchliche Musik zu entwickeln, war groß – schließlich waren Choräle oder Psalmen eine Form des Gebets, das korrekte Wiedergabe und Intonation erforderte. Vor allem die Zeit der Karolinger im 9. Jahrhundert bildet hier einen wichtigen Bezugspunkt, denn in dieser Zeit entstanden zahlreiche Notensysteme. Genau hier setzt die Arbeit von Holzer an: Sie untersucht diese komplexen Systeme. Ihre Forschung hat einen starken paläografi schen Ansatz, denn es gilt zunächst zu verstehen, welche Zeichensysteme den Notationen – beispielsweise den sogenannten Neumen oder der Mensuralnotation – zugrunde liegen und wie die Musik auf dieser Basis einerseits visualisiert und andererseits auch wiedergegeben werden kann. „Wir sind mit einer Vielzahl von Notensystemen konfrontiert, die mit der Standardisierung in unserer modernen Welt nichts zu tun haben“, betont Holzer. „Das Lesen dieser unterschiedlichen Systeme ist bisweilen mit der Entzifferung von Hieroglyphen vergleichbar.“ Dies wiederum sei nur mit dem Einsatz von Transkriptionsquellen möglich. Holzer bedauert, dass Notationen lediglich aus dem Bereich der geistlichen Musik überliefert seien. Die Popularmusik des Mittelalters sei hingegen nur in Ausnahmefällen schriftlich erfasst worden und daher schwer rekonstruierbar. „In der geistlichen Musik konnte man eben nicht einfach singen, wie man wollte. Deswegen war ihre Verschriftlichung unabdingbar.“
Notationssysteme sind lebendige Systeme, die immer wieder Änderungen erfahren haben, erklärt die aus dem Salzburger Land stammende Musikwissenschaftlerin. Erst ab etwa dem 15. Jahrhundert begann langsam eine Entwicklung hin zu einer Standardisierung, die allerdings im 20. Jahrhundert auch wieder hinterfragt wurde. „Zahlreiche zeitgenössische Komponisten kreierten individuelle Modelle mit der Maxime, die standardisierte Notation wieder fl exibler zu gestalten.“
Irene Holzer hat in Salzburg und Newcastle, Vereinigtes Königreich, studiert und unter anderem an der UCLA Berkeley, USA, sowie in Basel in der Schweiz geforscht. Zuletzt war sie als Juniorprofessorin an der Universität Hamburg tätig. Zwar liegt das Hauptforschungsfeld der „musikwissenschaftlichen Mediävistin“, als die sie sich selbst sieht, im Mittelalter, doch interessieren sie auch größere Linien in der Musikgeschichte – insbesondere, wenn es um die Untersuchung von Musik als Medium der Kommunikation geht. So hat sie etwa zum Beethovenzeitgenossen Anton Diabelli geforscht. Der österreichische Komponist und Musikverleger hat sich im 19. Jahrhundert vor allem der Aufgabe gewidmet, Kompositionen berühmter zeitgenössischer Komponisten gleichsam für den Hausgebrauch zu übersetzen. Dazu bearbeitete er entsprechende Partituren etwa für die Gitarre oder auch den heute vergessenen Czakan – eine in einen Gehstock eingebaute Flöte – und machte sie für musikalische Laien spielbar. „Musik galt als wichtiges gesellschaftliches Kommunikationsmittel und die Musikalität in den verschiedenen Kulturen war immer sehr groß“, sagt sie. Ein weiteres Phänomen, das damit einhergehe, sei auch die sukzessive Ausdifferenzierung der Musik in „populäre Musik“ und „Kunstmusik“ sowie die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Musik und das Entstehen eines Gelehrtentums, das gerade der Popularmusik zumeist sehr reserviert gegenübergestanden habe. „Das spiegelt ehemals hegemoniale Strukturen und einen Anspruch auf Deutungshoheit wider.“
Ein weiterer Fokus von Holzers Arbeit liegt auf der Musikgeschichtsschreibung seit den 1970er-Jahren. „Mir geht es darum, herauszuarbeiten, wie Geschichtskonzepte in zeitgenössischer Musik entwickelt und Fiktionen konstruiert werden“, erklärt die Wissenschaftlerin. Hierbei arbeitet sie über die 1970 gegründete Hamburger Folkrock und Mittelalter-Musikband „Ougenweide“, die als Pionierin dieser Musikrichtung gilt. „Durch die Verwendung insbesondere von Modal- und Mollsystemen, die beim Hörer fremdartig wirken, kann ein Geschichtsbild von einer heilen Welt konstruiert werden, das als Ideal gegen eine als problematisch empfundene Gegenwart eingesetzt wird, obwohl dieses Geschichtsbild tatsächlich nichts mit der historischen Realität zu tun hat.“
Irene Holzer versteht sich als interdisziplinär arbeitende Forscherin, deren Themen Schnittstellen zur Historiografie und Soziologie haben. Besondere Chancen sieht sie in München an der LMU nicht nur in dieser Hinsicht, sondern auch im Bereich der Digitalisierung. „Im Feld der Zeichentheorie und Notation strebe ich eine stärkere Auseinandersetzung mit Digitalisierungsformaten an. Damit ist aber nicht das Einscannen von notierten Quellen gemeint. Ich möchte vielmehr herausfinden, wie solche Formate die Denkformen im Hinblick auf Visualisierung von Musik beeinflussen.“ Hier sieht sie starke Anknüpfungspunkte zur Informatik an der LMU sowie dem neuen Feld der Künstlichen Intelligenz.
Für die LMU hat sich Irene Holzer, die selbst Klavier, Flöte und Zither spielt, wegen des hervorragenden wissenschaftlichen Umfelds entschieden. „Die LMU ist eine hervorragende Universität, welche für meine Forschungsgebiete zahlreiche Schnittstellen zwischen Kunst, Kultur und modernen Technologien bietet“, betont sie. Einziger Wermutstropfen: Dass sie bisher noch keine Präsenzveranstaltungen halten konnte.

Prof. Dr. Joachim Schiedermair

bislang Universität Greifswald, ab 01.04.2020 W3-Professor für Nordische Philologie, Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Juliane Prade-Weiss

bislang Yale University, New Haven, USA, ab 01.04.2020 W2-Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Komparatistik), Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Svetlana Efimova

bislang Humboldt-Universität zu Berlin, ab 01.04.2020 W 1-Professorin für Slavische Literaturwissenschaft und Medien, Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Annika Hoyer

bislang Deutsches Diabetes-Zentrum Düsseldorf, ab 01.04.2020 W2-Professorin für Biostatistik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Sebastian Theurich

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 02.02.2020 dort W2-Professor für Krebs- und Immunmetabolismus.

Prof. Dr. Marina Krstic Marinkovic

bislang Trinity College Dublin (IRL), ab 01.01.2020 W2-Professorin für Theoretische Hochenergiephysik, Fakultät für Physik der LMU.

Prof. Dr. Ludwig Christian Giuseppe

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.01.2020 dort W2-Professor für Medizinische Informatik.

Prof. Dr. Lars Lindner

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.12.2019 dort W2-Professor für Sarkomtherapie.

Prof. Dr. Korbinian Schneeberger

bislang Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung, Köln, ab 01.09.2019 W2-Professor für Bioinformatik der Genetik und Genomik, Fakultät für Biologie der LMU.