Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neuberufen in 2019

Prof. Dr. Kiran Klaus Patel

bislang Maastricht University (NL), ab 01.10.2019 W3-Professor für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Katja Bertsch

bislang Universität Heidelberg, ab 01.10.2019 W2-Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Prof. Dr. Jovica Ninkovic

bislang der LMU, ab 01.10.2019 dort W2-Professor für Regeneration und Plastizität des ZNS.

Prof. Dr. Ulrich Haltern

bislang Universität Freiburg, ab 27.09.2019 W3-Professor für Öffentliches Recht und Europarecht, Juristische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Lilia Diamantopoulou-Hirner

bislang Universität Wien (A), ab 01.09.2019 W2-Professorin für Neogräzistik, Fakultät für Kulturwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Kristin Weingart

bislang Universität Tübingen, ab 01.09.2019 W3-Professorin für Altes Testament I (Geschichte und Literaturgeschichte), Evangelisch-Theologische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Gabriele Vogt

bislang Universität Hamburg, ab 01.08.2019 W3-Professorin für Japanologie, Fakultät für Kulturwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Monika Aidelsburger

bislang Fakultät für Physik der LMU, ab 01.07.2019 dort W2-Professorin für Künstliche Quantenmaterie.

Prof. Dr. Stylianos Michalakis

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 25.06.2019 dort W2-Professor für Gentherapie von Augenerkrankungen.

Prof. Dr. Carolin Daniel

bislang Helmholtz Zentrum München, ab 05.06.2019 W2-Professorin für Immunmodulation, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Daphne Merkus

bislang Erasmus University Rotterdam (NL), ab 24.05.2019 W3-Professorin für Großtierforschung in der translationalen Medizin, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Eric Hesse

Prof. Dr. Eric Hesse

bislang Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, ab 01.05.2019 W3-Professor für Molekulare Muskuloskelettale Forschung, Medizinische Fakultät der LMU.

Professor Eric Hesse ist zum 1. Mai 2019 an die Medizinische Fakultät der LMU berufen worden. Hier wird er ein neues Institut für Molekulare Muskuloskelettale Forschung aufbauen, dem er auch als Direktor vorstehen wird. Hesse studierte Humanmedizin und Molekulare Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover und ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Ferner absolvierte er eine mehrjährige Postdoc-Phase an den Universitäten Yale und Harvard, beide USA. Zuletzt war er am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig, wo er als W3-Heisenberg-Professor eine internationale Forschungsgruppe leitete. Zudem war er Forschungsdirektor der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie sowie oberärztlicher Leiter der Hochschulambulanz für Knochenstoffwechselerkrankungen.


Einrichtungen wie das im Entstehen begriffene neue Institut gibt es in der Bundesrepublik nur sehr wenige. Und dies, obwohl der Bedarf auch aufgrund einer immer stärker alternden Gesellschaft stetig steigt: „Altersbedingter Schwund von Knochenmasse und Muskelkraft sowie die Zerstörung des Skeletts durch Metastasen sind wesentliche medizinische Herausforderungen der Zukunft“, sagt Eric Hesse. Ebenso würden Muskuloskelettale Erkrankungen und Verletzungen weltweit zu den Hauptursachen für chronische Schmerzen und körperliche Behinderungen zählen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des neuen Instituts für Molekulare Muskuloskelettale Forschung beschäftigen sich mit Mechanismen, die dem natürlichen sowie dem gestörten Knochenstoffwechsel zugrunde liegen. „Im Fokus steht ebenfalls die Biologie der Muskulatur und ihr Funktionsverlust im Alter und bei Krankheit. Neben altersbedingten Erkrankungen des Bewegungsapparates spielen auch Tumorerkrankungen, insbesondere die Mechanismen der Metastasierung in den Knochen etwa bei Brustkrebs, eine Rolle. Wir möchten neben dem Erkenntnisgewinn auch zur Entwicklung neuer therapeutischer Konzepte beitragen“, erläutert Eric Hesse. Zusätzlich zum Institut wird Hesse eine Spezialsprechstunde für seltene Erkrankungen des Muskuloskelettalen Systems und Knochenstoffwechselerkrankungen leiten. Die Behandlung von Patienten ergänzt die Forschungsaktivitäten in idealer Weise im Sinne einer translationalen Medizin und fügt sich hervorragend in die bestehende Landschaft des Klinikums ein. Dadurch ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte zur Orthopädie, Unfallchirurgie, Endokrinologie, Geriatrie, Frauenheilkunde und Onkologie sowie zu anderen Einrichtungen der LMU und darüber hinaus.

Prof. Dr. Matthias Echternach

bislang Universität Freiburg, ab 08.04.2019 W2-Professor für Phoniatrie und Pädaudiologie, Medizinischen Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Matthias Garschagen

bislang United Nations University Bonn, ab 01.04.2019 W3-Professor für Anthropogeographie mit dem Schwerpunkt Mensch-Umwelt-Beziehungen, Fakultät für Geowissenschaften der LMU.

„Wir wollen herausfinden, welche zukünftigen Risikotrends an der Schnittstelle von Klimawandel und Urbanisierung zu erwarten sind, vor allem in dynamischen Küstenräumen“, sagt Matthias Garschagen. Er ist seit dem 1. April 2019 Professor am Department Geographie der LMU und Inhaber des Lehrstuhls für Anthropogeographie mit dem Schwerpunkt Mensch-Umwelt- Beziehungen. Im Fokus seiner Forschung stehen vor allem Städte in sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern, in denen der Urbanisierungsdruck besonders hoch ist. „Wir untersuchen beispielswiese welche Auswirkungen das Flächenwachstum von Städten oder auch die Veränderung ihres wirtschaftlichen Profils auf zukünftige Schadenspotenziale hat, etwa bei Wirbelstürmen oder Hochwasserereignissen. Gleichzeitig betrachten wir, wie sich die Möglichkeiten der betroffenen Städte und ihrer Bewohner ändern, Risiken effektiv entgegenzuwirken. Daraus leiten wir Handlungsoptionen beispielsweise für den Katastrophenschutz und die Stadtplanung ab, wobei wir mögliche Maßnahmen vergleichend evaluieren. Auch die Frage, was eigentlich eine erfolgreiche Klimawandelanpassung ausmacht, spielt eine zunehmende Rolle in unserer Arbeit.“

Gerade kleinere Städte seien in Asien und Afrika von besonders schnellem Wachstum gekennzeichnet und hätten das Dilemma, langfristige Klimawandelerwägungen und unmittelbare Notwendigkeiten zur Bereitstellung von sozialer und technischer Infrastruktur unter einen Hut bringen zu müssen. So würden häufig etwa Landflächen, die wegen zunehmender Hochwassergefahren eigentlich frei gehalten werden sollten, doch bebaut. Garschagen betont in diesem Zusammenhang, dass bei der Betrachtung zukünftiger Risikoszenarien die Reduzierung allein auf den Klimawandel nicht ausreiche. „Wir müssen viel stärker auch den gesellschaftlichen Wandel in den Blick nehmen. Es gibt zum Beispiel demographische oder sozioökonomische Entwicklungen, die massive Auswirkungen nicht nur auf die gesellschaftliche Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel haben – Stichwort Hitzewellen –, sondern auch auf die Kapazitäten, mit Klimawandelfolgen umgehen zu können, etwa durch die Weiterentwicklung und Akzeptanz von Versicherungslösungen.“

Matthias Garschagen kommt von der United Nations University (UNU) in Bonn, wo er die Abteilung für Verwundbarkeitsabschätzungen und Risikomanagement leitete. Der aus Köln stammende Wissenschaftler studierte von 2002 bis 2007 Geografie, Ethnologie und Volkswirtschaftslehre an der dortigen Universität sowie an der Simon Fraser University in Vancouver, Kanada. Er ist Honorarprofessor am Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT), Australien.

In den vergangenen Jahren wurde Garschagen wiederholt zum Lead Author im „Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)“ berufen, einem im deutschen Sprachraum als Weltklimarat bekannten Gremium der Vereinten Nationen. Der nächste, sechste IPCC-Sachstandsbericht (AR6) soll politikrelevante Informationen zur Unterstützung der Entscheidungsprozesse von Regierungen und anderen politischen Stakeholdern im Umgang mit Klimawandelfolgen liefern. „Risiken sind so komplex, weil sie miteinander verbunden sind“, so Garschagen. Es sei eine Herausforderung, sektoren- sowie regionenübergreifend und integrativ zu denken. Aber für Entscheidungsträger sei dies von hoher Relevanz.

Übergreifende und integrative Forschung sind auch ein Grund, warum er sich für München und die LMU entschieden hat. Hier sieht Garschagen vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten etwa im eigenen Department und der Fakultät, mit dem Rachel Carson Center von LMU, dem ifo-Institut, der der Technischen Universität München und besonders mit der Versicherungswirtschaft: Mit der Munich RE hat das größte deutsche Rückversicherungsunternehmen seinen Sitz in München. „Ich hoffe, dass es uns in dieser Konstellation gelingt, das hiesige Cluster weiter zu stärken und exzellente Leute nach München zu holen.“

Prof. Dr. Katrin Lohrmann

Prof. Dr. Katrin Lohrmann

bislang Pädagogische Hochschule Freiburg, ab 01.04.2019 W3-Professorin für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Katrin Lohrmann ist seit April 2019 Inhaberin des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik. Sie forscht darüber, welche Rolle Emotionen beim Lernen spielen und wie Lernprozesse von Kindern ermöglicht und unterstützt werden können.
„Ich möchte durch Forschung und Lehre einen Beitrag dazu leisten, dass alle Kinder einen guten Schulstart haben“, sagt Katrin Lohrmann. „Die Forschung zeigt, wie wichtig die ersten Schuljahre für weiteres Lernen sind. Jedes Kind sollte in der Schule positive Lernerfahrungen machen. Was in der Grundschule nicht gelingt, lässt sich, wenn überhaupt, nur schwer nachholen.“

Ein Forschungsschwerpunkt von Katrin Lohrmann sind Lernemotionen, insbesondere schulische Langeweile, womit sie sich seit ihrer Dissertation an der Universität Bayreuth beschäftigt. „Ich war überrascht: Schon Erstklässler berichten wenige Wochen nach Schulbeginn von Langeweile und ihren Strategien im Umgang damit. Der Unterricht erreicht die Schülerinnen und Schüler oft nicht.“ Sie fühlen sich unter- oder überfordert, berichten von methodischer Eintönigkeit, wünschen sich mehr selbstbestimmtes Lernen. Auch bei Wiederholungen schalten viele ab. „Doch etwas neu Gelerntes zu üben und zu verfestigen, ist entscheidend für den Lernprozess. Daher sollten Kinder im Unterricht vielmehr angeregt werden, das Neue im schon Bekannten zu entdecken.“

Forschungen zu Unterrichtsqualität bilden einen weiteren Schwerpunkt von Katrin Lohrmann. Im Rahmen eines DFG-Projekts hat sie zum Beispiel untersucht, wie sich die Abstraktionsfähigkeit von Kindern im naturwissenschaftlichen Unterricht fördern und dadurch der Erwerb und die Anwendung von Wissen verbessern lassen. „In der Schule werden Abstrahierungsprozesse oft nur mit einem einzelnen Beispiel angeregt. Das reicht aber nicht, damit Kinder die abstrakte Struktur durchdringen und den Transfer auf andere Beispiele leisten können. Um ein grundlegendes Prinzip wie das Hebelgesetz zu verstehen, braucht es mehrere Beispiele, damit sie daran das Gemeinsame entdecken.“ Guter Unterricht knüpft an das Vorwissen der Kinder an. Die diagnostische Kompetenz von Lehrkräften zählt deshalb zu den zentralen Voraussetzungen für gelingende Lernprozesse. „Kinder kommen mit ganz unterschiedlichem, durchaus auch falschem Vorwissen in den Unterricht. Lehrkräfte müssen die Vorstellungen kennen, nur dann können sie Schülerinnen und Schüler im Unterricht adäquat unterstützen.“ Im Rahmen eines interdisziplinären Forschungskollegs untersucht Katrin Lohrmann, wie angehende Grundschullehrkräfte diagnostische Fähigkeiten erwerben und weiterentwickeln können.

Katrin Lohrmann hat ein Lehramtsstudium absolviert und als Grundschullehrerin gearbeitet, bevor sie in die Wissenschaft wechselte. Seitdem interessiert sie sich für Fragestellungen, die einen direkten Bezug zu unterrichtlichem Lernen haben, und untersucht diese empirisch. Nachdem sie im Jahr 2007 an der Universität Bayreuth promoviert wurde, arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik an der Universität Augsburg. Von 2010 bis 2019 war sie Professorin für Empirische Unterrichtsforschung mit Schwerpunkt Grundschule an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. „Meine Forschung ist interdisziplinär ausgerichtet, das war für mich einer der Gründe, nach München zu kommen. Die LMU ist ein optimaler Standort, um solche Kooperationen aufzubauen und in Forschungsverbünden zusammenzuarbeiten.“ Die ersten Monate an der LMU seien voller positiver Herausforderungen gewesen. „Viele interessante Menschen kommen auf mich zu und suchen den Kontakt und die Kooperation – darüber freue ich mich sehr!“ In der Lehre ist der neu berufenen LMU-Professorin wichtig, dass die Studierenden die Relevanz von Forschungsbefunden für die Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht verstehen. „Deshalb darf man nicht im Abstrakten bleiben, sondern muss die Theorie mit konkreten Beispielen füllen.“

Prof. Dr. Claudia Olk

bislang Freie Universität Berlin, ab 01.04.2019 W3-Professorin für Englische Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt in der Frühen Neuzeit, Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU.

Professorin Claudia Olk ist zum 1. April 2019 auf den Lehrstuhl für Englische Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt in der Frühen Neuzeit an die Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften berufen worden.
Sie war zuvor Lehrstuhlinhaberin am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität (FU) Berlin und dort vier Jahre Dekanin der Fakultät für Philosophie und Geisteswissenschaften. Im Bereich der Literaturwissenschaften hat die Komparatistin einen weiten Fokus, der die Zeit von den Anfängen der englischsprachigen Literatur bis zur Gegenwart umfasst sowie weitere europäische Literaturen miteinschließt. In ihrer Dissertation, mit der sie 1999 als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promoviert wurde, untersuchte sie die Entwicklung von Fiktionalität in narrativen Reisedarstellungen insbesondere des Spätmittalters und der Renaissance. In ihrer vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft geförderten Habilitationsschrift stand die Ästhetik des Sehens im Werk von Virginia Woolf im Mittelpunkt.
Ein wichtiges Arbeitsgebiet von Claudia Olk, die auch in zweiter Amtszeit Präsidentin der Deutschen Shakespeare- Gesellschaft ist, ist die Auseinandersetzung mit dem Werk des englischen Dramatikers aus einer transkulturellen und diachronen Perspektive, die die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Kontexten des Literatur- und Kunstbetriebes und verschiedenen zeitlichen Zusammenhängen aufzuzeigen versucht. In interdisziplinären Kooperationen zum Beispiel mit der Philosophie, will sie die Transformationsprozesse deutlich machen, die Shakespeares Dramatik unter anderem im Kontext der Weimarer Klassik – auf deren Exponenten der englische Dichter entscheidenden Einfluss ausgeübt hat – genommen hat: die Abkehr etwa von einer strikten Regelpoetik oder von einem Handlungsverlauf mit „Happy End“, was auf deutschen Bühnen des 18. Jahrhunderts als absolute Besonderheit galt. Ihre Forschung führt Olk unter anderem im Rahmen des Exzellenzclusters „Temporal Communities“ der FU Berlin durch. Hier soll „Weltliteratur“ nicht aus einer quantitativen Perspektive gesehen, sondern als transkulturelles, in der Zeit und durch die Zeit wirkendes Phänomen wahrgenommen werden.

An der LMU, wo sie bereits 2009/2010 den Lehrstuhl von Professor Christoph Bode vertrat, möchte Claudia Olk auch die internationale und interdisziplinäre Vernetzung, vor allem mit Universitäten wie Harvard und Oxford – hier nimmt sie derzeit auch ein Research Fellowship wahr –, Tel Aviv oder Haifa in Israel, vorantreiben. „Ohne internationale Zusammenarbeit sind Forschungsprojekte, wie wir sie betreiben, kaum durchführbar“, ist sich Claudia Olk sicher. Den Ausbau von grenzüberschreitender Forschung und Austausch begreift sie auch als ein Zeichen gerade in Zeiten politischer Herausforderungen, die die Rahmenbedingungen der Wissenschaft stark beeinflussen können. Für die LMU hat sie sich entschieden, „weil diese eine der interessantesten Universitäten Deutschlands ist“, erzählt sie und betont die guten Vernetzungsmöglichkeiten etwa mit anderen Literaturwissenschaftlern, Philosophen oder Historikern und natürlich die internationalen Kooperationen, die gute Anknüpfungspunkte böten. Zudem gehören die LMU und München neben Washington, Sidney, Birmingham und Weimar zu den fünf Standorten weltweit, die eine Shakespeare-Bibliothek unterhalten. Ihre Lehre möchte die Professorin eng mit ihrer Forschung verknüpfen. „Ich möchte hier neben der Theorie auch wichtige Forschungspraktiken vermitteln, die zum Beispiel die Arbeit mit historischen Quellen betreffen“, sagt sie. Im kommenden Sommersemester plant sie zudem eine Ringvorlesung zu Jüdischen Wissenskulturen und allgemeiner Literaturwissenschaft.

Prof. Dr. Dominik Sachs

bislang Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU, ab 15.03.2019 dort W2-Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Finanzwissenschaft.

Prof. Dr. Claude Becker

bislang GMI - Gregor-Mendel-Institut für Molekulare Pflanzenbiologie, Wien (A), ab 15.03.2019 W2-Professor für Genetik der organismischen Interaktion, Fakultät für Biologie der LMU.

Prof. Dr. Frank Niklas

Prof. Dr. Frank Niklas

bislang Universität Augsburg, ab 01.03.2019 W2-Professor für Pädagogische Psychologie und Familienforschung, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Frank Niklas ist seit März 2019 Professor für Pädagogische Psychologie und Familienforschung an der LMU. Der Psychologe hat im Jahr 2018 zusammen mit der LMU einen der renommierten Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben. In seinem ERC-Projekt mit dem Titel „App-based Learning for Kindergarten Children at Home“ wird Frank Niklas untersuchen, ob Vorschulkinder mithilfe digitaler Lernprogramme ihre sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten verbessern können.


Frank Niklas forscht bereits seit seiner Promotion über vorschulische und schulische Fähigkeiten von Kindern und untersucht, inwieweit Eltern ihre Kinder bei der Kompetenzentwicklung unterstützen können. Im Rahmen des ERC-Projekts wird der Psychologe mit 500 Familien zusammenarbeiten und ihnen Tablets mit Lern- Apps zur Verfügung stellen, die er dafür gezielt auswählt und entwickelt. Mit seinem Team wird er die Familien über mehrere Jahre begleiten und so erstmals in einer Längsschnittsstudie untersuchen, inwiefern Kinder mit digitalen Lernanwendungen Kompetenzen trainieren können. Ziel des Projekts ist es, herauszufinden, inwiefern sich dadurch Kinder bildungsferner Familien unterstützen lassen und welche Mechanismen genau dazu beitragen, ob sich ihre schulischen Kompetenzen verbessern. Dafür nutzt Frank Niklas bewusst die Möglichkeiten der neuen Medien. „Smartphones sind inzwischen in 99 Prozent aller Familien verbreitet, Tablets bei zwei Drittel aller Familien vorhanden. Die Tablets haben auch den Vorteil, dass Kinder sie attraktiv finden. Zudem können wir alle Apps in einem Gerät zur Verfügung stellen, was sehr praktikabel ist, und die Nutzung anschließend genau auswerten.“


Frank Niklas stammt aus Fürth in Bayern. Er studierte Psychologie an der Universität Würzburg und war dort anschließend von 2007 bis 2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie im Projekt „Schulreifes Kind“. 2010 promovierte er mit einer Arbeit über das Thema Schulfähigkeit. Von 2013 bis 2015 war Frank Niklas Postdoc an der University of Melbourne, Australien, und im Anschluss wieder Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Würzburg, von wo er im Juni 2018 als Akademischer Rat an die Universität Augsburg wechselte. An die LMU hat Frank Niklas das Angebot auf eine Tenure-Track-Professor gezogen, die mit dem Einwerben eines ERC-Projekts verbunden ist. Auch die Infrastruktur und mögliche interdisziplinäre Zusammenarbeit hat ihn überzeugt. So ist Frank Niklas bereits mit Professor Heinrich Hußmann vom Lehrstuhl für Informatik und Medieninformatik für die Entwicklung neuer Lern-Apps in Kontakt.

Prof. Dr. Tobias Dreischulte

bislang University of Dundee (UK), ab 01.02.2019 W2-Professor für Klinische Versorgungsforschung, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Bianca Schaub

Prof. Dr. Bianca Schaub

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.02.2019 dort W2-Professorin für Umwelt und immunologische Toleranzentwicklung.

Professor Bianca Schaub, die im Februar 2019 im Rahmen einer Heisenberg-Professur an die LMU berufen wurde, ist Oberärztin und stellvertretende Leiterin der Abteilung für Allergologie an der Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital. Sie untersucht die Bedeutung der frühen Immunentwicklung im Kindesalter für die Entstehung allergischer Erkrankungen. Fokus ihrer Forschung sind die Untersuchung der Umwelt und die Entwicklung der immunologischen Toleranz von der Geburt bis zur Allergieentstehung im Kindesalter. Dies wird in verschiedenen Geburts- und Querschnitts-Kohorten von Kindern mit erhöhtem Allergierisiko oder Schutz vor Allergien untersucht. Um molekulare Mechanismen der verschiedenen Phänotypen zu charakterisieren, werden unter anderem Methoden der „Computational Medicine“ verwendet. Die Identifikation von Biomarkern für spezifische Therapiestrategien bei allergischen Erkrankungen im Kindesalter soll zukünftige Präventionsstudien sowie klinische Studien mit neuen Biologika ermöglichen.

Schaub studierte Medizin in München, Dundee, Schottland, Melbourne, Australien, und Denver, USA. Von 2002 bis 2004 war sie Research Fellow am Brighams and Women’s Hospital der Harvard University, USA.

Die Heisenberg-Professur, benannt nach dem Physiker Werner Heisenberg, fördert herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach dem Kriterium der wissenschaftlichen Exzellenz und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergeben.

Prof. Dr. Guillaume Landry

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 15.01.2019 dort W2-Professor für Bildgeführte Strahlentherapie.

Prof. Dr. Fabian Kosse

Prof. Dr. Fabian Kosse

bislang , ab 01.01.2019 W2-Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt angewandte Ökonomie, der LMU.

Wenn es um Untersuchungen zur sozialen Ungleichheit geht, gelten in der Wissenschaft zumeist monetäre Aspekte als Messkriterium. Fabian Kosse hält diesen Ansatz für nicht ausreichend und eine steuerliche Umverteilung zur Abmilderung dieser Ungleichheit auch nur für eine „Reparaturmaßnahme“. „Wir gehen davon aus, dass auch die eigene Persönlichkeitsentwicklung eine wichtige Rolle dabei spielt, ob jemand benachteiligt ist und bleibt oder nicht“, sagt der zum Januar an die LMU berufene VWL-Professor. Kosse bezieht deswegen vor allem auch entwicklungspsychologische Aspekte bei der Untersuchung sozialer Ungleichheit mit ein. So etwa in einer derzeit laufenden randomisierten kontrollierten Studie, die er und sein Team mit Grundschulkindern unterschiedlicher sozialer Herkunft durchführen: Mentoren – zumeist Studierende, die sich dafür ehrenamtlich engagieren – nehmen sich Schülerinnen und Schülern aus wirtschaftlich eher benachteiligten Elternhäusern an. Sie treffen sich regelmäßig und lernen voneinander; die Schüler bekommen von ihren Mentoren wichtige Tipps, um ihren Weg im „Dschungel des Lebens“ zu finden. Erste Auswertungen ergaben, dass sich die so betreuten Schüler signifikant höhere soziale Fähigkeiten angeeignet haben gegenüber Schülern aus gleichen sozialen Verhältnissen ohne Mentoring. Mehr noch: Die durch das Mentoring erworbenen sozialen Fähigkeiten entsprechen auch dem Level an Fähigkeiten von Schülern aus sozial privilegierteren Verhältnissen, die quasi von Haus aus höhere „social skills“ mitbringen. Auch ergab eine im größeren zeitlichen Abstand durchgeführte Folgestudie, dass betreute Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu den in privilegierten Elternhäusern aufgewachsenen Kindern aufgeschlossen haben, was ihre sozialen Fähigkeiten angeht. Ein Potenzial, das auch auf dem späteren Bildungsweg und auf dem Arbeitsmarkt hilfreich sein kann. Fabian Kosse möchte vor allem das große Potenzial an der LMU im Bereich der Bildungsökonomik und der Entwicklungspsychologie nutzen, um seine Forschung auszuweiten und hofft hier auf gute Vernetzungsmöglichkeiten. „Eine starke Volkswirtschaftslehre und eine starke Psychologie waren ein Grund, warum ich an die LMU gekommen bin“, betont Kosse, der vorher an der Universität Bonn geforscht hat.

Der aus Freiburg im Breisgau stammende Ökonom studierte Volkswirtschaftslehre in Mannheim und an der University of Miami, Florida, USA. 2015 wurde er in Bonn mit der Arbeit Individual Heterogeneities, Social Environment and Life Outcomes mit summa cum laude promoviert.