Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neuberufen in 2019

Prof. Dr. Matthias Garschagen

bislang United Nations University Bonn, ab 01.04.2019 W3-Professor für Anthropogeographie mit dem Schwerpunkt Mensch-Umwelt-Beziehungen, Fakultät für Geowissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Frank Niklas

Prof. Dr. Frank Niklas

bislang Universität Augsburg, ab 01.03.2019 W2-Professor für Pädagogische Psychologie und Familienforschung, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Frank Niklas ist seit März 2019 Professor für Pädagogische Psychologie und Familienforschung an der LMU. Der Psychologe hat im Jahr 2018 zusammen mit der LMU einen der renommierten Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben. In seinem ERC-Projekt mit dem Titel „App-based Learning for Kindergarten Children at Home“ wird Frank Niklas untersuchen, ob Vorschulkinder mithilfe digitaler Lernprogramme ihre sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten verbessern können.


Frank Niklas forscht bereits seit seiner Promotion über vorschulische und schulische Fähigkeiten von Kindern und untersucht, inwieweit Eltern ihre Kinder bei der Kompetenzentwicklung unterstützen können. Im Rahmen des ERC-Projekts wird der Psychologe mit 500 Familien zusammenarbeiten und ihnen Tablets mit Lern- Apps zur Verfügung stellen, die er dafür gezielt auswählt und entwickelt. Mit seinem Team wird er die Familien über mehrere Jahre begleiten und so erstmals in einer Längsschnittsstudie untersuchen, inwiefern Kinder mit digitalen Lernanwendungen Kompetenzen trainieren können. Ziel des Projekts ist es, herauszufinden, inwiefern sich dadurch Kinder bildungsferner Familien unterstützen lassen und welche Mechanismen genau dazu beitragen, ob sich ihre schulischen Kompetenzen verbessern. Dafür nutzt Frank Niklas bewusst die Möglichkeiten der neuen Medien. „Smartphones sind inzwischen in 99 Prozent aller Familien verbreitet, Tablets bei zwei Drittel aller Familien vorhanden. Die Tablets haben auch den Vorteil, dass Kinder sie attraktiv finden. Zudem können wir alle Apps in einem Gerät zur Verfügung stellen, was sehr praktikabel ist, und die Nutzung anschließend genau auswerten.“


Frank Niklas stammt aus Fürth in Bayern. Er studierte Psychologie an der Universität Würzburg und war dort anschließend von 2007 bis 2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie im Projekt „Schulreifes Kind“. 2010 promovierte er mit einer Arbeit über das Thema Schulfähigkeit. Von 2013 bis 2015 war Frank Niklas Postdoc an der University of Melbourne, Australien, und im Anschluss wieder Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Würzburg, von wo er im Juni 2018 als Akademischer Rat an die Universität Augsburg wechselte. An die LMU hat Frank Niklas das Angebot auf eine Tenure-Track-Professor gezogen, die mit dem Einwerben eines ERC-Projekts verbunden ist. Auch die Infrastruktur und mögliche interdisziplinäre Zusammenarbeit hat ihn überzeugt. So ist Frank Niklas bereits mit Professor Heinrich Hußmann vom Lehrstuhl für Informatik und Medieninformatik für die Entwicklung neuer Lern-Apps in Kontakt.

Prof. Dr. Tobias Dreischulte

bislang University of Dundee (UK), ab 01.02.2019 W2-Professor für Klinische Versorgungsforschung, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Bianca Schaub

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.02.2019 dort W2-Professorin für Umwelt und immunologische Toleranzentwicklung.

Prof. Dr. Guillaume Landry

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 15.01.2019 dort W2-Professor für Bildgeführte Strahlentherapie.

Prof. Dr. Fabian Kosse

Prof. Dr. Fabian Kosse

bislang , ab 01.01.2019 W2-Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt angewandte Ökonomie, der LMU.

Wenn es um Untersuchungen zur sozialen Ungleichheit geht, gelten in der Wissenschaft zumeist monetäre Aspekte als Messkriterium. Fabian Kosse hält diesen Ansatz für nicht ausreichend und eine steuerliche Umverteilung zur Abmilderung dieser Ungleichheit auch nur für eine „Reparaturmaßnahme“. „Wir gehen davon aus, dass auch die eigene Persönlichkeitsentwicklung eine wichtige Rolle dabei spielt, ob jemand benachteiligt ist und bleibt oder nicht“, sagt der zum Januar an die LMU berufene VWL-Professor. Kosse bezieht deswegen vor allem auch entwicklungspsychologische Aspekte bei der Untersuchung sozialer Ungleichheit mit ein. So etwa in einer derzeit laufenden randomisierten kontrollierten Studie, die er und sein Team mit Grundschulkindern unterschiedlicher sozialer Herkunft durchführen: Mentoren – zumeist Studierende, die sich dafür ehrenamtlich engagieren – nehmen sich Schülerinnen und Schülern aus wirtschaftlich eher benachteiligten Elternhäusern an. Sie treffen sich regelmäßig und lernen voneinander; die Schüler bekommen von ihren Mentoren wichtige Tipps, um ihren Weg im „Dschungel des Lebens“ zu finden. Erste Auswertungen ergaben, dass sich die so betreuten Schüler signifikant höhere soziale Fähigkeiten angeeignet haben gegenüber Schülern aus gleichen sozialen Verhältnissen ohne Mentoring. Mehr noch: Die durch das Mentoring erworbenen sozialen Fähigkeiten entsprechen auch dem Level an Fähigkeiten von Schülern aus sozial privilegierteren Verhältnissen, die quasi von Haus aus höhere „social skills“ mitbringen. Auch ergab eine im größeren zeitlichen Abstand durchgeführte Folgestudie, dass betreute Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu den in privilegierten Elternhäusern aufgewachsenen Kindern aufgeschlossen haben, was ihre sozialen Fähigkeiten angeht. Ein Potenzial, das auch auf dem späteren Bildungsweg und auf dem Arbeitsmarkt hilfreich sein kann. Fabian Kosse möchte vor allem das große Potenzial an der LMU im Bereich der Bildungsökonomik und der Entwicklungspsychologie nutzen, um seine Forschung auszuweiten und hofft hier auf gute Vernetzungsmöglichkeiten. „Eine starke Volkswirtschaftslehre und eine starke Psychologie waren ein Grund, warum ich an die LMU gekommen bin“, betont Kosse, der vorher an der Universität Bonn geforscht hat.

Der aus Freiburg im Breisgau stammende Ökonom studierte Volkswirtschaftslehre in Mannheim und an der University of Miami, Florida, USA. 2015 wurde er in Bonn mit der Arbeit Individual Heterogeneities, Social Environment and Life Outcomes mit summa cum laude promoviert.