Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neuberufen in 2017

Prof. Dr. Susanne Katja Lauer

bislang Veterinary Surgical Center, Portland, USA, ab 01.04.2018 W2-Professorin für Kleintierchirurgie, Tierärztliche Fakultät der LMU.

Susanne Lauer ist seit April 2017 Professorin für Kleintierchirurgie an der Chirurgischen und Gynäkologischen Kleintierklinik der LMU. Damit kehrt sie an ihre Alma Mater zurück, an der sie von 1985 bis 1991 Tiermedizin studiert hat und 1994 mit einer Dissertation CO2/ O2-Anästhesie bei der routinemäßigen Kastration von Ferkeln promoviert wurde. Sie arbeitete im Anschluss für zwei Jahre an einer Tierklinik in Nürnberg und ging schließlich in die USA, wo sie 20 Jahre an verschiedenen Universitäten und Tierkliniken tätig war. Unter anderem forschte und arbeitete sie an der University of Georgia, der Louisiana State University oder dem VCA Southeast Portland Animal Hospital. „Was mir zum Schluss gefehlt hat, war die intellektuelle Herausforderung, die Forschung, die an einer Tierklinik wie der in Portland nicht so im Vordergrund steht“, sagt Lauer über die Gründe ihrer Rückkehr nach Deutschland und an die LMU. An der LMU möchte sie unter anderem mit der Finite- Elemente-Methode (FE M) forschen. Ursprünglich für den Maschinenbau entwickelt, können mit dieser Methode auch im Bereich der Biomechanik Spannungen und Verformungen simuliert werden, die bei Bewegungen von Tieren auf Knochen oder Gelenke wirken. In diesem Zusammenhang sucht Susanne Lauer nach Einsatzmöglichkeiten von Sensoren, die etwa bei Hunden messen, welche Kräfte im Bereich einer Verletzung wirken. Die erfassten Daten sollen mittels App auf die mobilen Endgeräte der Halter aufgespielt werden, um diese zu warnen, sollten sich die Tiere zu stark oder falsch bewegen. Weitere Arbeitsbereiche von Professor Lauer sind die Physiotherapie, die Schockwellentherapie oder der sogenannte Fixateur Externe. Bei dieser Methode werden Pins im Knochen verankert und außerhalb des Körpers mit einer starren Vorrichtung (Metallstangen) fest verbunden, um die Knochen nach einer Fraktur ruhig zu stellen und so Heilungsprozess zu beschleunigen. In München freut sich Susanne Lauer auch darauf, ihre Leidenschaften weiterzuverfolgen: Segelfliegen und Kajak-Sport.

Prof. Dr. Michael von Bergwelt-Baildon

bislang Uniklinik Köln, ab 01.12.2017 W3-Professor für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Stefan Maier

bislang Imperial College London, Vereinigtes Königreich, ab 01.10.2017 W3-Professor für Experimentalphysik - Hybride Nanosysteme, Fakultät für Physik der LMU.

Prof. Dr. Georg Dürnecker

Prof. Dr. Georg Dürnecker

bislang Universität Mannheim, ab 01.10.2017 W2-Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Makroökonomie, Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU.

Georg Dürnecker ist seit 1. Oktober 2017 Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Makroökonomie an der Volkswirtschaftlichen Fakultät der LMU. Der gebürtige Österreicher erwarb an der Wirtschaftsuniversität Wien sein Diplom und daran anschließend aus Interesse an der Forschung einen Master am Institut für Höhere Studien in Wien – „die ideale Vorbereitung für die Promotion“, wie er sagt. Sein Doktorvorhaben führte Georg Dürnecker ans Europäische Hochschulinstitut in Florenz, wo er begann, sich auf das Thema der Arbeitsmarktökonomik zu spezialisieren. 2009 wechselte er an die Universität Mannheim, zunächst als Postdoc und seit 2010 als Professor – unterbrochen von einem einjährigen Aufenthalt als Gastprofessor an der Universität in Stockholm. In seiner Forschung widmet sich Georg Dürnecker Theorien des Wirtschaftswachstums und des Arbeitsmarkts. Insbesondere untersucht er, welchen Einfluss der technologische Fortschritt und der strukturelle Wandel der Wirtschaft auf den Arbeitsmarkt haben: Einige Berufe werden von der technologischen Entwicklung quasi überholt, in anderen Jobs steigt dagegen der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Georg Dürnecker sucht eine Antwort auf die Fragen, unter welchen Bedingungen diese Entwicklung nicht zu steigender Arbeitslosigkeit führt, sondern im Gegenteil der Arbeitsmarkt optimal organisiert wäre, sodass jeder Erwerbstätige auch eine Beschäftigung hat. Ein Ansatzpunkt dafür ist der Vergleich der Arbeitsmärkte in Europa und den USA. In Deutschland gelten die Eintrittsbarrieren in den Arbeitsmarkt durch das duale Ausbildungssystem als relativ hoch, während in den USA der Quereinstieg leichter fällt. „Im deutschen Ausbildungssystem haben jungen Menschen früh sehr gute Qualifikationen.“ Doch das könnte zweischneidig sein, wenn sie im Verlauf ihres Berufslebens mit technologischem Wandel konfrontiert werden und eventuell sogar den Beruf wechseln müssen. „Möglicherweise ist das deutsche Ausbildungssystem sehr gut in einer statischen Welt“, sagt Dürnecker. In einer Welt des permanenten Wandels könnten andere Strukturen nötig sein. Um diese Annahme zu überprüfen, vergleicht der Wirtschaftswissenschaftler derzeit die Zugangsbedingungen zu 500 Berufen in den USA und Deutschland und setzt diese auf individueller Ebene in Bezug zu technologischem Wandel, Arbeitslosigkeit und möglichem Berufswechsel. Dadurch erhofft er sich Antworten auf die Frage, welchen Einfluss die Ausbildung auf die lebenslange Beschäftigung hat und wie der Ausbildungsund Arbeitsmarkt bestmöglich strukturiert sein sollte. In München profitiert er von den fachlichen Schnittstellen, die er zu vielen Kollegen an der Volkswirtschaftlichen Fakultät hat, und entwickelt bereits erste Ideen, seine Fragestellung interdisziplinär anzugehen. Die Studierenden erlebt er in seiner Lehre als „oftmals recht ambitioniert. Man kann sie durchaus fordern und sie ziehen dann mit.“ Privat bedeutet der Wechsel nach München derzeit für Georg Dürnecker häufiges Pendeln. Seine Familie lebt noch in Heidelberg, wo seine Frau eine Professur für Soziologie hat.

Prof. Dr. Martin Canis

Prof. Dr. Martin Canis

bislang Universitätsklinikum Göttingen, ab 01.10.2017 W3-Professor für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Medizinische Fakultät der LMU.

Zum 1. Oktober 2017 ist Professor Martin Canis auf den Lehrstuhl für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde des LMU-Klinikums berufen worden. Gleichzeitig übernahm er die Direktion der Klinik und Poliklinik für HNO des Klinikums. Der gebürtige Stuttgarter studierte Humanmedizin in Heidelberg; klinische Aufenthalte führten ihn unter anderem an die Universität Wien, das Baylor College in Houston, Texas, USA , sowie an die Universität St. Gallen, Schweiz. Ab 2004 war Professor Canis Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Klinikum der LMU und habilitierte sich dort im Jahr 2009. Es folgte ab 2010 eine Tätigkeit als Funktionsoberarzt an der HNO-Klinik. Der Anerkennung als Facharzt folgten Zusatzbezeichnungen in Allergologie, Qualitätsmanagement sowie plastische und ästhetische Operationen. 2011 wurde er auf eine W2-Professur an der LMU berufen, lehnte diesen Ruf jedoch ab und wechselte noch im selben Jahr nach Göttingen an die HNO-Klinik der dortigen Universitätsmedizin, wo er die klinischen Schwerpunkte Onkologie, Rekonstruktive Chirurgie sowie Allergologie leitete. 2014 übernahm er die kommissarische Leitung der Göttinger HNO-Klinik. Die Rufe auf einen Lehrstuhl von den Universitäten Göttingen und Regensburg lehnte Canis ab und entschied sich für den Ruf auf den Lehrstuhl an der LMU. Der Fokus seiner Arbeit liegt auf den Bereichen Onkologie und Otologie, also Ohrenheilkunde, sowie der Schädelbasischirurgie. „Hier können wir in besonderem Maße unsere Expertise und die Möglichkeiten, die der Einsatz modernster Operationstechnologien eröffnet, zum Wohle der Patientinnen und Patienten nutzen“, so Canis. Im Bereich der Onkologie möchte Professor Canis vor allem die Erforschung der Tumor-Metastasierung und -Immunologie vorantreiben. Die Ursachen und Ausprägung von Schwerhörigkeit sowie die Entwicklung von Therapiestrategien stehen im Bereich der Audiologie im Zentrum. Martin Canis hat mehr als 100 Publikationen veröffentlicht und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt – etwa mit einem Stipendium der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Damit baute er am Zentrum für Schädelbasischirurgie an der Loyola University, Chicago, USA, seine Expertise in hochspezialisierten chirurgischen und mikrochirurgischen Verfahren aus.

Prof. Dr. Hella Garny

bislang DLR - Institut für Physik der Atmosphäre, ab 01.10.2017 W1-Professorin für Dynamik der mittleren Atmosphäre, Fakultät für Physik der LMU.

Prof. Dr. Steffen Peldschus

bislang Hochschule Furtwangen, ab 01.10.2017 W2-Professor für Forensische Biomechanik, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Annette Peters

bislang Helmholtz Zentrum, ab 01.10.2017 W3-Professorin für Epidemiologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Christine Josenhans

bislang Medizinische Hochschule Hannover, ab 01.10.2017 W2-Professorin für Medizinische Mikrobiologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Roland Wenzlhuemer

bislang Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, ab 01.10.2017 -Professor für Neuere und Neueste Geschichte, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Sabine Jansen

bislang University of Sussex, Vereinigtes Königreich, ab 01.10.2017 W2-Professorin für Angewandte Mathematik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Barbara Schraml

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.10.2017 dort W2-Professorin für Physiologie Inflammatorischer Zellen.

Prof. Dr. Julian Stingele

Prof. Dr. Julian Stingele

bislang Francis Crick Institute London, Vereinigtes Königreich, ab 01.10.2017 W2-Professor für Zelluläre Biochemie, Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU.

Julian Stingele, zum 1. Oktober 2017 an die LMU berufen, forscht zu Mechanismen, die bei der Reparatur von DNA eine Rolle spielen. Der gebürtige Stuttgarter studierte Biologie an der Universität Konstanz und wurde am Max-Planck-Institut für Biochemie in Planegg-Martinsried promoviert. Die DNA ist starken Beanspruchungen ausgesetzt, die sie schädigen und ursächlich sein können für Krankheiten wie Krebs oder ein vorzeitiges Altern. Es sind aber nicht nur externe Einflüsse, die Schäden an der DNA hervorrufen. Auch vom Körper selbst produzierte Substanzen wie Formaldehyd, das in Säugetierzellen beim normalen Stoffwechsel als Zwischenprodukt vorkommt, schädigen die DNA. Als Folge können Proteine mit ihr verkleben – es entstehen sogenannte Crosslinks, die die Replikation der DNA unterbinden. Julian Stingele hat herausgefunden, dass ein bestimmtes Enzym bei der Auflösung dieser Crosslinks eine entscheidende Rolle spielt. Das Enzym, das in Hefe-, aber auch in Säugerzellen vorkommt, spaltet die Proteine und ermöglicht so die Replikation. Zellen, in denen das Enzym fehlt, sterben ab. Eine daraus entstehende Mutation kann zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Stingele wird weiter erforschen, warum das Enzym so essenziell ist und den molekularen Signalweg aufzeigen. Dies wird das Verständnis erweitern, woher Schädigungen der DNA kommen. In einem weiteren Schritt möchte er herausfinden, wie auf dieser Basis Krebs entstehen kann, um Ansätze für die Entwicklung von Medikamenten zu finden. Für die LMU hat sich Stingele entschieden, „weil sie einfach das beste Angebot hatte“. Ein Angebot der University of Cambridge, Vereinigtes Königreich, hat er abgelehnt. Vor allem die Tenure-Track-Option hat Julian Stingele bei der Entscheidung für die LMU gereizt. „Außerdem gibt es in München exzellente Studierende“, so Stingele. Zuvor war er knapp drei Jahre im Londoner Francis-Crick-Institute. Forschungsaufenthalte führten ihn auch in die USA, zudem war er in einer Freiburger BioTech-Firma tätig. „Ich wollte aber auf jeden Fall in die Forschung“, begründet er seine Rückkehr ins akademische Umfeld.

Prof. Dr. Moritz Große-Wentrup

bislang Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Stuttgart, ab 01.10.2017 W2-Professor für Data Science, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Albrecht Schmidt

bislang Universität Stuttgart, ab 01.10.2017 W3-Professor für Informatik mit Schwerpunkt „Human-Centered Ubiquitous Media“, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Albrecht Schmidt ist seit Oktober 2017 Professor am Institut für Informatik der LMU, wo er die Arbeitsgruppe „Human-Centered Ubiquitous Media“ leitet. Für den Informatiker ist es eine Rückkehr: Er war bereits im Jahr 2003 an der LMU, damals als Leiter einer Emmy Noether-Nachwuchsgruppe über „Embedded Interaction“. Albrecht Schmidt forscht über die Interaktion von Mensch und Computer und entwickelt neue Benutzerschnittstellen. Dabei interessiert ihn insbesondere, wie sich menschliche Fähigkeiten durch digitale Technologien verbessern und erweitern lassen. Albrecht Schmidt wurde 1970 in Crailsheim geboren. Er studierte Computerwissenschaften an der Universität Ulm und schloss sein Studium 1997 ab. Ein Jahr zuvor hatte er bereits einen Master an der Manchester Metropolitan University, UK, erworben. Seine wissenschaftliche Karriere führte ihn an die Universität Karlsruhe und die Lancaster University in England, wo er im Jahr 2003 promovierte. Im Jahr 2006 nahm er einen Ruf an die Universität Bonn an. 2007 wechselte er auf den Lehrstuhl für „Pervasive Computing“ an der Universität Duisburg-Essen. Von 2011 bis 2017 leitete er die Forschung zu „Human-Computer-Interaction“ am Institut für Visualisierung und Interaktive Systeme der Universität Stuttgart. Weitere Stationen in seiner beruflichen Laufbahn waren die Universität Cambridge und Microsoft Research. Albrecht Schmidt wurde im Jahr 2016 für seinen Forschungsansatz im Projekt „AMPLIFY“ mit einem hochdotierten Research Grant des Europäischen Forschungsrats ausgezeichnet. Im Rahmen des Projekts untersucht der Informatiker, inwiefern sich die menschliche Wahrnehmung verbessern lässt. Im Vorgängerprojekt „Recall“ wurde unter anderem an einer Art digitaler Gedächtnisprothese geforscht. Im Jahr 2018 wurde er in die CHI Academy der internationalen Organisation Association for Computing Machinery aufgenommen. Zurück an die LMU hat es Albrecht Schmidt vor allem wegen der Größe des Studiengangs Medieninformatik gezogen; seine Sympathie für die Stadt München bestärkte ihn in seiner Entscheidung. An seinem Fach begeistert ihn der große Gestaltungsspielraum und die Möglichkeit, mitzugestalten, wohin die technologischen Möglichkeiten und Entwicklungen die Gesellschaft führen werden. Dafür möchte er auch das Interesse junger Menschen wecken. So wird er im Rahmen des Zentrums Digitalisierung Bayern unter anderem Formate speziell für Schüler anbieten.

Prof. Dr. Stefan Schreieder

bislang Universität Bonn, ab 01.10.2017 W2-Professor für Reine Mathematik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Stefan Schreieder ist seit dem 1. Oktober 2017 Professor für Mathematik an der LMU. Schreieder ist Experte vor allem für Algebraische Geometrie – ein Feld, das sich in den letzten Jahrzehnten besonders weit entwickelt hat. Sie hat ihre Wurzeln in zwei klassischen Gebieten der Mathematik, eben Algebra und Geometrie, und beschäftigt sich mit den Lösungsmengen von algebraischen Gleichungen, wobei Methoden aus Algebra, Analysis und Topologie verwendet werden. Dies eröffnet weitreichende Anwendungsfelder in anderen Gebieten der Mathematik, aber auch in der Physik und in den Ingenieurwissenschaften. Schreieder beschäftigt sich dabei mit Spezialproblemen wie beispielsweise der Hodge-Theorie oder Rationalitätsfragen für algebraische Varietäten. Die Arbeit an solchen Fragen, so Schreieder, lebe von einer „starken intrinsischen Motivation“ und sei strikt auf mathematische Grundlagenforschung ausgelegt. Schreieder, Jahrgang 1987, gehörte schon während seiner Schulzeit in Altötting zum aufstrebenden Mathematiker- Nachwuchs. 2007 war er einer der Bundessieger im Bundeswettbewerb Mathematik. Er studierte Mathematik an der LMU. Nach seinem Master absolvierte er den Part III des Mathematical Tripos, eines hochangesehenen Studiengangs am Trinity College der Universität Cambridge, Großbritannien. Schreieder war Doktorand am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn und wurde an der Universität Bonn promoviert. Während dieser Zeit absolvierte er Studienaufenthalte an der Princeton University und dem Institute for Advanced Study in Princeton, USA. Nach seiner Promotion war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn, bevor er im vergangenen Herbst an die LMU kam.

Prof. Dr. Ivan Huc

bislang Centre national de la recherche scientifique, Frankreich, ab 01.09.2017 W3-Professor für Chemical Biology for Drug Research, Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU.

Ivan Huc ist seit 1. September 2017 Professor für Chemical Biology for Drug Research an der Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU. Huc, 1969 in Besançon in Frankreich geboren, studierte Chemie an der Ecole Normale Supérieure in Paris (ENS) und erwarb seinen Ph.D. im Jahr 1994 an der Université Pierre et Marie Curie (Paris) für seine Arbeit, die er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, USA, und der ENS durchgeführt hatte. Als Postdoc ging er zunächst an die Universität in Straßburg, wo er auch bald im Rahmen der französischen Forschungsorganisation Centre National de la recherche Scientifique (CNRS) forschte. Von 1998 an war er Arbeitsgruppenleiter am Institut Européen de Chimie et Biologie in Bordeaux und zugleich CNRS-Forschungsdirektor, seit 2008 in der Funktion als Co-Direktor des Instituts. Im Jahr 2012 wurde Ivan Huc mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet für sein Projekt Beyond Biopolymers: Protein-Sized Aromatic Amide Functional Foldamers. Ivan Huc entwickelt mit seiner Arbeitsgruppe „Biomimetic Supramolecular Chemistry“ künstliche Moleküle, Foldamere genannt. Diese faltet er gezielt in bestimmte Formen, um damit die Prinzipien natürlicher Moleküle nachzuahmen. So ist es ihm unter anderem bereits gelungen, künstliche Moleküle zu gestalten, die sich – einzeln oder in mehreren Strängen – schraubenförmig in die gewünschte Richtung aufwinden. Diese künstlich gefalteten molekularen Architekturen sind für viele verschiedene Anwendungen interessant. Sie können sowohl bei der Entwicklung neuer Materialien als auch in der medizinischen Forschung eine Rolle spielen. Nach Deutschland und an die LMU ist Ivan Huc wegen der guten Forschungsbedingungen gewechselt, die es ihm ermöglichen, seine Forschung mit der ihm eigenen „Intensität und hohen Geschwindigkeit“ voranzutreiben. „Veränderungen sind gut. Es zahlt sich aus, das damit verbundene Risiko einzugehen“, sagt Huc. Das hat sich bereits bewahrheitet: Allein in der kurzen Zeit, die er an der LMU ist, hat er nicht nur entscheidende neue Ideen für seine Forschung entwickelt, sondern auch wertvolle Kontakte zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, auch anderer Disziplinen, knüpfen können.

Prof. Dr. Marco Riboldi

bislang Politecnico di Milano, Italien, ab 01.09.2017 W2-Professor für Experimentalphysik - Experimentelle onkologische Bildgebung, Fakultät für Physik der LMU.

Prof. Dr. Philip Tinnefeld

bislang Technische Universität Braunschweig, ab 15.08.2017 W3-Professor für Physikalische Chemie, Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU.

Prof. Dr. Christof Osman

Prof. Dr. Christof Osman

bislang University of California San Francisco, USA, ab 01.08.2017 W2-Professor für Zellbiologie der Mitochondrien, Fakultät für Biologie der LMU.

Seit 1. August 2017 ist Christof Osman W2-Professor für Zellbiologie der Mitochondrien an der LMU. Geboren in Gräfelfing, wuchs Osman in Kleve am Niederrhein auf und studierte in Bonn und Köln Biologie. 2005 erhielt er sein Diplom. 2010 promovierte Osman ebenfalls in Köln und ging anschließend an die University of California, San Francisco, USA, wo er bis zu seinem Wechsel an die LMU im Labor des deutsch-amerikanischen Biochemikers Professor Peter Walter tätig war. Ein Forschungsschwerpunkt Osmans ist die Weitergabe des sogenannten mitochondrialen Genoms an Tochterzellen. Mitochondrien sind die Energielieferanten der Zelle. Ohne sie wäre eine Zellarbeit nicht möglich. Um auch die Versorgung einer entstehenden Tochterzelle mit Energie zu gewährleisten, ist die Weitergabe eines intakten mitochondrialen Genoms entscheidend. Wie genau diese Weitergabe funktioniert, ist jedoch bislang weitgehend unverstanden – insbesondere sind die hier wirksamen Mechanismen nicht bekannt. Hier setzt die Forschung von Professor Osman an, der dafür im vergangenen Jahr einen Starting Grant des European Research Council (ERC) einwerben konnte. Er hat eine Möglichkeit gefunden, die Prozesse bei der Bildung einer Tochterzelle sichtbar zu machen. Dazu hat er Fremd-DNA in das mitochondriale Genom eingefügt, an deren Sequenzen Leuchtproteine anbinden. Damit können das mitochondriale Netzwerk und das Muster der Genomweitergabe in lebenden Zellen beobachtet werden. In einem weiteren Schritt will Osman herausfinden, ob und wie die Zelle ein gutes oder schlechtes Genom unterscheiden kann. Als Modellorganismus nutzt Osman die Zellen der Hefe Saccharomyces cerevisiae. Diese sind besonders gut geeignet, da die Vorgänge in Säugerzellen ähnlich ablaufen. Im Gegensatz zu diesen „lässt sich vor allem das mitochondriale Genom in Hefezellen aber viel leichter manipulieren“, so Osman. Die Forschung könnte eine Grundlage für die Entwicklung von Medikamenten bei bestimmten Krankheiten sein sowie auch Prozesse des Alterns beim Menschen verstehbar machen. Die Verleihung des ERC Grant war für Christof Osman ein wichtiges Kriterium, nach Deutschland zurückzukommen. Er freut sich sehr, an der LMU arbeiten zu können, wo mit Professor Walter Neupert einer der wichtigen Experten im Bereich der mitochondrialen Forschung wirkt. Gleichzeitig ist Osman mit dem Wechsel an die LMU auch an den Ort seiner Kindheit zurückgekehrt: Er arbeitet in Martinsried und wohnt mit seiner Familie in Stockdorf – beiden Orte sind nur wenige Kilometer von Gräfelfing entfernt.

Prof. Dr. Antje Grosche

bislang Universität Regensburg, ab 01.08.2017 W2-Professorin für Molekulare Neurophysiologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Rüdiger Veil

Prof. Dr. Rüdiger Veil

bislang Bucerius Law School Hamburg, ab 01.08.2017 W3-Professor für Bürgerliches Recht und Unternehmensrecht, Juristische Fakultät der LMU.

Rüdiger Veil ist zum 1. August 2017 auf den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Unternehmensrecht an der Juristischen Fakultät berufen worden. Veil, Jahrgang 1966, studierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen Jura und absolvierte sein Rechtsreferendariat in Berlin. Dort wurde er 1995 an der Humboldt-Universität mit einer Arbeit zur Umwandlung einer Aktiengesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung promoviert. Anschließend war er kurzzeitig als Anwalt tätig, aber „ich wollte auf jeden Fall in die Forschung zurück“, erzählt Veil. Er kehrte als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Humboldt-Universität zurück und habilitierte sich dort im Jahr 2002. Schon im Jahr darauf folgte er einem Ruf an die private Bucerius Law-School in Hamburg, wo er bis zu seinem Wechsel an die LMU forschte und lehrte. Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt von Professor Veil betrifft das Thema Sustainable Finance. „Hier geht es darum, wie man das Finanzmarktrecht reformieren muss, um die Klimaziele von Paris 2015 zu erreichen“, erklärt er. Konkret gehe es um Transparenzregeln für Unternehmen oder Investoren, mit denen sie gegenüber der Öffentlichkeit oder dem Kapitalmarkt die Klimazielkonformität ihrer Produkte und Leistungen nachweisen. Auch soll herausgearbeitet werden, welche Möglichkeiten es gibt, diesen Nachweis einzufordern – ob lediglich auf Nachfrage hin oder als regelrechte Informationsverpflichtung. Dafür wird Rüdiger Veil ein Gutachten im Rahmen eines einjährigen Forschungsprojekts für das Bundesumweltamt erarbeiten. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschung ist die Arbeit an einem Europäischen Kapitalmarktgesetzbuch, das ähnlich dem Bürgerlichen Gesetzbuch für das Privatrecht die Regularien und Gesetze aus der EU im Bereich des Kapitalmarktrechts in einem zentralen Werk kodifiziert. „Wir wollen die vielen Teilrechtsaspekte, die aufgrund der europäischen Harmonisierung eine hohe Komplexität aufweisen, zusammenführen und vereinfachen“, so der Jurist. Er wird an der LMU zudem ein eigenes Forschungszentrum etablieren, das „Munich Center for Capital Markets Law“, das die interdisziplinären Projekte zusammenführen und das Anfang 2019 die Arbeit aufnehmen soll. Begeistert ist Veil von den Studierenden an der LMU, denen er unter anderem Veranstaltungen zum Thema Green Finance sowie Kurse mit Referenten aus der Praxis anbieten möchte – etwa aus Anwaltskanzleien, Unternehmen oder von der Bayerischen Börse. „So erhalten die Studierenden auch einen ersten Kontakt zu möglichen Praktikums- und vielleicht auch späteren Arbeitgebern“, freut sich Veil.

Prof. Dr. Stefan Schwarzer

bislang IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, ab 10.07.2017 W2-Professor für Didaktik der Chemie, Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU.

Stefan Schwarzer ist seit dem 10. Juli 2017 Professor für Didaktik der Chemie an der LMU. Schwarzer, Jahrgang 1981, studierte Chemie an der Universität Oldenburg, das Promotionsstudium absolvierte er ebenda und an der Monash University in Melbourne, Australien. Da­nach war er Postdoktorand in der Abteilung Didaktik der Chemie am IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel, drei Jahre arbeitete er in dieser Zeit auch als Lehrkraft in Teilzeit an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in Kiel. „Man ist schließlich als Didaktiker gut beraten, wenn man die Schule von innen kennt“, sagt Schwarzer. Von 2016 an leitete er die Nachwuchsgruppe „Fachdidaktische Wir­kungsforschung an Schülerlaboren“ im Kiel Science Outreach Campus (KiSOC) des IPN. Im Wintersemester 2016/17 hatte er die Vertretung der Professur für Didak­tik der Chemie an der LMU inne.
In seiner Forschung widmet Schwarzer sich der Ent­wicklung von theoretischen und experimentellen Che­mieaufgaben für die Lernorte Schule und Schülerlabor. Er erforscht und bewertet, wie sich unter Einsatz ver­schiedener Medien, zum Beispiel Videos, ein authen­tisches Bild von Forschung im schulischen und außer­schulischen Bereich vermitteln lässt. Und er analysiert die Wirksamkeit von außerschulischen Lerngelegen­heiten, zum Beispiel von Schülerlaboren. Vor allem die Nanoforschung und ihre Potenziale, aber auch gesell­schaftlichen Implikationen begleitet Schwarzer mit sei­ner fachdidaktischen Forschung. Er ist an dem nano­wissenschaftlichen Sonderforschungsbereich „Funktion durch Schalten“ (SFB 677) an der Universität Kiel mit einem eigenen Teilprojekt zur Öffentlichkeitsarbeit und Bildung beteiligt, das er nach seinem Wechsel von Mün­chen aus betreut.
Auch an der LMU möchte Schwarzer ein Schülerlabor zu chemischen Fragestellungen etablieren und aktuelle Fachforschung für Schülerinnen und Schüler erfahr­bar machen. Als Lernort taugt eine solche Einrichtung nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sagt Schwarzer: Lehramtsstudenten können hier ihre Erfahrungen im Schülerkontakt ausbauen und Didaktiker wie Schwar­zer können erforschen, wie sich Wissen aus der Chemie interessant sowie möglichst nachhaltig vermitteln lässt.

Prof. Dr. Markus Oliver Gloe

bislang Sozialwissenschaftliche Fakultät der LMU, ab 01.07.2017 dort W2-Professor für Politische Bildung/Didaktik der Sozialkunde.

Prof. Dr. Thorben Cordes

bislang Groningen Universitet, NL, ab 01.07.2017 W2-Professor für Physikalische und Synthetische Biologie, Fakultät für Biologie der LMU.

Prof. Dr. Markus Meissner

Prof. Dr. Markus Meissner

bislang University of Glasgow, UK, ab 01.07.2017 W3-Professor für Experimentelle Parasitologie, Tierärztliche Fakultät der LMU.

Professor Markus Meißner ist seit dem 1. Juli 2017 Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Parasitologie an der Tierärztlichen Fakultät der LMU. Der gebürtige Landshuter studierte nach dem Wehrdienst bis 1997 Biologie an der Universität Regensburg. Er promovierte 2002 am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg. Mit einem Feodor-Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung forschte er als Postdoc am Walter and Eliza Hall Institue of Medical Research, Melbourne, Australien, und bis 2004 am Imperial College London, UK. Mit Gewinn des BioFuture-Preises ging er anschließend an das Uniklinikum Heidelberg, wo er im Bereich der Infektiologie tätig war. Im Jahr 2009 wechselte er an die University of Glasgow, Schottland, wo er bis zu seinem Ruf an die LMU als Professor for Molecular and Cellular Biology tätig war. Der Vater von zwei Kindern hat sich wegen des ausgezeichneten Rufs der LMU für München entschieden, wobei er es auch genießt, nach langen Jahren im Ausland wieder in seine alte Heimat zurückzukehren. An der LMU möchte er vor allem den Bereich der Parasitologie stärken und freut sich auf die Zusammenarbeit mit den „starken Arbeitsgruppen in der Biologie“. Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt Meißners ist der Parasit Toxoplasma gondii. Seine Forschergruppe versucht, die Mechanismen zu verstehen, die beim Eindringen von Toxoplasma in die Wirtszelle wirksam sind. Im Gegensatz zu Bakterien oder Viren benutzt Toxoplasma ein zelleigenes Actin-Myosin-System als „Antrieb“, um in die Wirtszelle zu gelangen. Dieses möchten die Forscher um Meißner in seine Komponenten zerlegen, um die Mechanismen aufzuklären, die die Infektion der Zelle ermöglichen. Ziel der Arbeit ist es, diese abschalten zu können, um das Eindringen von Toxoplasma zu unterbinden. Der Parasit, der vor allem Katzen befällt, aber auch auf den Menschen übergehen kann und vor allem ungeborene Kinder schwer schädigen kann, gehört zu den sogenannten Apikomplexa. Dies sind einzellige Parasiten, von denen ungefähr 5.000 Spezies bekannt sind. Im Gegensatz zu den meisten von ihnen eignet sich Toxoplasma sehr gut für die Forschung, da der Parasit einfach zu züchten, zudem vergleichsweise groß und damit gut für die Untersuchung mittels bildgebender Verfahren geeignet ist. Für seine Forschungsarbeiten wurde Meißner unter anderem mit einem Consolidator Grant des European Research Councils (ERC) im Jahr 2012 sowie dem Bio- Future-Preis (2004) des Bundesforschungsministeriums ausgezeichnet.

Prof. Dr. Jelena Spanjol Deganus

Prof. Dr. Jelena Spanjol Deganus

bislang University of Illinois at Chicago, USA, ab 01.06.2017 W3-Professorin für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Innovationsmanagement, Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU.

Professor Jelena Spanjol hat zum 1. Juni 2017 den Lehr­stuhl für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Innovationsmanagement an der LMU übernommen. Die gebürtige Schweizerin absolvierte ihr Bachelorstudium an der University of Illinois, Urbana-Champaign, USA, und promovierte dort im Jahr 2003 im Fach Business Administration mit Vertiefungen im Marketing und in der kognitiven Psychologie. Zwischenzeitlich war sie von 1996 bis 1997 im Software-Unternehmen Wolfram im Business Development und internationalen Marketing in Oxford, UK, und Champaign, USA, tätig. Assistant Profes­sorships führten sie nach ihrer Promotion zunächst an die Texas A&M University in College Station und schließlich an die University of Illinois at Chicago, USA. Hier forschte sie zuletzt als Associate Professor in Managerial Studies zu Innovationsmanagement-Themen. Zeitgleich war sie Asso­ciate Director des Interdisciplinary Product Development (IPD)-Programm, einem fachübergreifenden akademischen Innovationsprogramm, das die Expertise der Ingenieurwis­senschaften, der Betriebswirtschaft, des Designs sowie der Medizin zusammenführt.
In ihrer Forschung verfolgt Jelena Spanjol einen multiper-spektivischen Ansatz, der alle Ebenen berücksichtigt, in de­nen Innovationen entstehen beziehungsweise Auswirkun­gen haben. Sie untersucht unter anderem Motivationen, Po­tenziale, Markteinflüsse sowie Strategien von Unternehmen im Hinblick auf Innovationen, nimmt dabei aber auch die Perspektive der Verbraucher ein, insbesondere hinsichtlich Akzeptanz oder Ablehnung von Innovationen.

Ein wichtiger Schwerpunkt für sie ist das Thema Respon­sible Innovation – in der Innovationsforschung ein relativ junges Thema: Dabei sollen Innovationen nicht allein auf ihre technologischen oder finanziellen Aspekte hin unter­sucht werden, sondern auch hinsichtlich Nachhaltigkeit mit Einschluss gesellschaftlicher, politischer oder auch gesundheitsrelevanter Dimensionen. „Grundsätzlich hat Innovation das Ziel, Herausforderungen auf eine besse­re Art und Weise anzugehen. Dabei muss allerdings das Gesamtbild der Innovationsentstehung sowie deren poten­zielle Auswirkungen, berücksichtigt werden“, hebt Spanjol hervor. Dazu ist es wichtig, die Perspektiven aller benötig­ten Disziplinen zu vereinen. Vor allem möchte sie diesen multiperspektivischen Ansatz, der ihre Forschung bereits in den USA bestimmt hat, auch am neuen Institute for In­novation Management (IIM) an der LMU weiterführen, das sie als Direktorin leitet. „Zahlreiche fachübergreifende Einrichtungen an der LMU, wie etwa das Entrepreneurship Center oder das Munich Center of Health Sciences, bieten ausgezeichnete Schnitt­stellen für das IIM,“ betont Jelena Spanjol. Auch schätzt sie sehr, dass „München auf eine einzigartige Art und Weise Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur vereint.“

Prof. Dr. Andreas Peichl

bislang Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim, ab 01.06.2017 W3-Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomie und Konjunkturforschung, Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU.

Andreas Peichl ist seit Juni 2017 Professor für Volkswirt­schaftslehre, insbesondere Makroökonomie und Finanz­wissenschaft, an der LMU und Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. Peichl, Jahrgang 1979, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Univer­sität Marburg und Volkswirtschaftslehre an der Univer­sität zu Köln, wo er auch promoviert wurde. Sein Dok­torvater war Professor Clemens Fuest, heute Präsident des ifo Instituts und Ordinarius an der LMU.
Danach war Peichl Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn. Von Oktober 2013 an leitete er die Forschungsgruppe Internationale Verteilungsanalysen am Zentrum für Eu­ropäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim und war Professor für Empirische Finanzwissenschaft an der Universität Mannheim. Eine solche Verbindung von Wissenschaft und Politikberatung ist es auch, die ihn an seiner neuen Tätigkeit in München besonders reizt. „Da gibt es nicht so viele Orte in Deutschland, an denen man so arbeiten kann. Und die Kombination von ifo Institut und LMU ist die attraktivste“, sagt Peichl.

Zu Peichls aktuellen Forschungsthemen zählen die Aus­wirkungen wirtschaftspolitischer und finanzpolitischer Maßnahmen auf den Arbeitsmarkt und die Einkom­mens- und Vermögensverteilung sowie die Ausgestal­tung von Steuer- und Transfersystemen im internatio­nalen Vergleich. Wächst in Deutschland tatsächlich die Ungleichheit, werden die Reichen immer reicher und ein großer Rest der Bevölkerung ärmer? Spätestens seit der Finanzkrise und angesichts fortschreitender Globa­lisierung wird diese Frage immer stärker diskutiert. Wie sieht es im internationalen Vergleich aus? Gibt es in Deutschland Chancengerechtigkeit? Wie sehr hängen Einkommen, Vermögen und Bildung vom Elternhaus ab? Und vor allem: Wie misst man Ungleichheit über­haupt? Das sind Fragen, mit denen sich Peichl in seiner Forschung beschäftigt und die er auch an der LMU in Vorlesungen und Seminaren diskutieren und, soweit möglich, beantworten will.

Prof. Dr. Phan Thánh Nam

bislang Masaryk University, Brno, CZ, ab 03.05.2017 W2-Professor für Angewandte Mathematik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Sahana Udupa

bislang Central European University, Budapest, HU, ab 02.05.2017 W2-Professorin für Medienethnologie, Fakultät für Kulturwissenschaften der LMU.

Sahana Udupa ist seit Mai 2017 Professorin für Medienethnologie am Institut für Ethnologie der LMU. In ihrer Forschung setzt sie sich mit globalen Phänomenen wie der Mobilität, dem Medienwandel im Zuge der Digitalisierung und politischen Kulturen auseinander. Dabei untersucht sie insbesondere, wie die neuen Medien politisch genutzt werden und welche Folgen das für das nationale Selbstverständnis und Miteinander in der Gesellschaft hat. In ihren Forschungen verbindet sie die Perspektiven der Ethnologie und der Kommunikationswissenschaften. Ihr regionaler Schwerpunkt ist dabei Südasien. In mehreren Projekten und Veröffentlichungen hat Sahana Udupa unter anderem die Gleichzeitigkeit der Entwicklung von Medienkulturen und der Verstädterung im postkolonialen Kontext am Beispiel von Bangalore untersucht sowie den Medienwandel in Indien. Darin zeigt sie, wie die Logik der Medien in den Alltag einer Stadt hineinwirkt und das Leben ihrer Bewohner und ihre Kultur zu verändern vermag. An die LMU ist Sahana Udupa mit einem Starting Grant des Europäischen Forschungsrats gewechselt. Im Rahmen des Projekts „Faith online: Transnational religious politics on online media“ untersucht sie digitale Mediennutzung und politische Partizipation am Beispiel von Indien und der indischen Diaspora in Europa. Teil des Projekts ist die Onlineplattform www.fordigitaldignity.com, mit der sie einen Raum für politischen Austausch schaffen möchte, der weder von ökonomischen noch politischen Interessen beeinflusst wird. Sahana Udupa erlangte ihren Ph.D. am National Institute of Advanced Studies in Bangalore, Indien, und war als Visiting scholar an der Annenberg School of Communications der University of Pennsylvania, USA. Nach Deutschland kam sie als Postdoktorandin an das Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Anschließend war sie Associate Professor of Journalism and Media Studies an der Central European University in Budapest. Für ihre Rückkehr nach Deutschland ist neben persönlichen Gründen – ihr Sohn wünschte sich, wieder „nach Hause“ zu kommen – vor allem das akademische Umfeld ausschlaggebend. „In Deutschland wird von der Forschung nicht verlangt, dass sie sofort anwendungsbezogen ist. Es ist ein Privileg, an einem Ort zu forschen, an dem kritisches Denken und theoretische Tiefe geschätzt werden.“ Udupa ist unter anderem Research Affiliate am Center for Global Communication Studies der University of Pennsylvania sowie am Center for South Asian Media and Cultural Studies an der Florida State University, beide USA . Außerdem ist sie Mitglied des Advisory Board des Center for Media and Religion an der New York University und Mitinitiatorin des Media Anthropology Networks der European

Prof. Dr. Cornelia Deeg

bislang Philipps-Universität Marburg, ab 01.05.2017 W3-Professorin für Physiologie, Tierärztliche Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Constantin Klein

bislang Universität Bielefeld, ab 01.05.2017 W2-Professor für Spritual Care, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Tim Nicolai Siegel

bislang Julius-Maximilians-Universität Würzburg, ab 01.04.2017 W2-Professor für Molekulare Parasitologie, Tierärztliche Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Johannes-Gerd Jaspersen

bislang Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU, ab 01.04.2017 dort W1-Professor für Behavioral Decision-Making and Insurance.

Johannes Jaspersen ist seit April 2017 Juniorprofessor für Behavioral Decision Making and Insurance an der Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU. Der gebürtige Hannoveraner erlangte seinen Bachelor-Abschluss an der LMU und studierte im Anschluss von 2009 bis 2010 an der London School of Economics and Political Science. Das Studium dort beendete er mit dem Master- Abschluss in Entscheidungswissenschaften. Zurück an der LMU wurde Jaspersen mit der Arbeit Essay in Insurance Demand bei Professor Andreas Richter am Institut für Risikomanagement und Versicherung der LMU promoviert. Anschließend arbeitete Jaspersen als Strategieberater in einem Beratungsunternehmen. Ab Oktober 2015 kehrte er an die LMU zurück und forschte bis zu seiner Berufung zum Juniorprofessor als Akademischer Rat am Institut für Risikomanagement und Versicherung. Johannes Jaspersen forscht unter anderem zum Thema Versicherungsnachfrage. Hier versucht er Modelle zu entwickeln, die Aufschluss etwa darüber geben, warum Menschen sich eher für ökonomisch irrelevante Versicherungen entscheiden – etwa für den Schutz des Mobiltelefons –, statt für wirtschaftlich relevante, wie zum Beispiel Versicherungen gegen Flutschäden besonders in Hochwasserregionen. Sein zweiter Forschungsbereich geht der Frage nach, inwieweit Lernen und Wettbewerb zu Risikopräferenzen führen. Anwendungsbereiche solcher Untersuchungen sind die Innovationsbereitschaft von Unternehmen und die Frage, ob Wettbewerb Innovation begünstigt oder hindert. In einem dritten Schwerpunkt untersucht Jaspersen die Entscheidungsmodelle von terroristischen und extremistischen Vereinigungen. Hier geht er unter anderem der Frage nach, wie relevant erste Anschläge für das spätere Entscheidungsverhalten von Terrororganisationen sind. In allen seinen Forschungsthemen nutzt Jaspersen komplexe mathematische Methoden, um Systematiken und Modelle zu entwickeln, auf deren Basis Aussagen getroffen werden können. An der LMU faszinieren ihn vor allem die Expertise der Forscherinnen und Forscher und die Studierenden. „Sowohl im Bereich der BWL wie auch in der VWL sind hier ganz hervorragende Forscher tätig“, so Jaspersen. Er begrüßt die zahlreichen wissenschaftlichen Schnittstellen etwa mit der VWL, Mathematik oder Informatik. Die Studierenden der LMU sind ihm besonders wichtig. „Ich unterrichte dieses Semester einen Kurs über die mathematische Modellierung von Versicherungsmärkten. Dabei führen wir viele Diskussionen. Für so etwas braucht man schon sehr gute Studentinnen und Studenten. Hier hat man die.“

Prof. Dr. Anatol Dutta

Prof. Dr. Anatol Dutta

bislang Universität Regensburg, ab 01.04.2017 W3-Professor für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung, Juristische Fakultät der LMU.

Professor Anatol Dutta hat seit dem 1. April 2017 den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Juristischen Fakultät der LMU inne. Der Jurist, der 1976 in München geboren wurde, hat sich für eine Rückkehr in seine Heimatstadt und an seine Alma Mater entschieden, weil er vom Renommee der LMU überzeugt ist, die in seinen Forschungsgebieten, dem Internationalen Privatrecht und der Rechtsvergleichung, auf eine 100-jährige Tradition zurückblickt. Dutta studierte von 1997 bis 2002 Rechtswissenschaften an der LMU und von 2002 bis 2003 an der University of Oxford, Vereinigtes Königreich. Es folgte ein Referendariat am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg; zeitgleich war Dutta zunächst Assistent und von 2007 bis 2014 Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in der Hansestadt. 2006 wurde Anatol Dutta promoviert, die Habilitation erfolgte 2012 an der Universität Hamburg. Von 2014 bis zu seinem Wechsel an die LMU war er Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Regensburg. Einen Ruf an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn lehnte er ab. Dutta war unter anderem Visiting Fellow an der University of Cambridge, Vereinigtes Königreich; Gastdozenturen führten ihn etwa an die Adam-Mickiewicz-Universität im polnischen Posen, an die Kyushu-Universität Fukuoka, Japan, und an die Universität Auckland in Neuseeland. Im Zentrum von Duttas Arbeit stehen das Familien- und das Erbrecht. Bei letzterem untersucht er etwa, inwieweit die generationenübergreifende Weitergabe von Vermögen mit dem liberalen Postulat des Leistungsprinzips in Einklang gebracht werden kann, ob der Staat mithilfe seines Erbrechts und Erbschaftssteuerrechts auf eine sinnvolle Unternehmensnachfolge hinwirken kann und welche Funktion allgemein das Vererben in Wirtschaft, Gesellschaft und Familie erfüllt. Im Familienrecht beschäftigt sich Dutta mit den Herausforderungen, die neue Familienformen an das Recht stellen, etwa durch die Entwicklungen der Reproduktionsmedizin, durch Patchworkfamilien und den Rückgang der Eheschließungsrate. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Internationale Privatrecht, also das Recht der grenzüberschreitenden Sachverhalte. Hier stellen sich Fragen wie: Welche Gerichte sind zuständig, wenn Personen in mehreren Staaten betroffen sind? Welches Recht ist auf den Sachverhalt anwendbar? Welche Wirkungen entfalten im Ausland ergangene Entscheidungen im Inland? Die maßgeblichen Regeln, die diese Fragen beantworten, stammen überwiegend aus Brüssel, was zu einem echten europäischen Dialog über die gemeinsamen Regeln geführt hat, zu dem Dutta auch aus München beitragen möchte. „Derzeit ist etwa der Brexit ein wichtiges Thema, denn ein harter Brexit würde bedeuten, dass gerade im Familienrecht zahlreiche Rechtsakte im Verhältnis zum Vereinigten Königreich nicht mehr gelten“, sagt Dutta.

Prof. Dr. Jens Ricke-Laville

bislang Universitätsklinikum Magdeburg, ab 01.04.2017 W3-Professor für Radiologie, Medizinische Fakultät der LMU.