Ludwig-Maximilians-Universität München
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DAAD-Preis

Versiert im Labor und am Ball

München, 11.01.2013

Er absolvierte zwei Bachelor-Studiengänge parallel, kümmerte sich um ausländische Studenten, leitete daneben noch Tutorien – und das alles in einer Fremdsprache. Nun ehrt der DAAD den bulgarischen Physikstudenten Marin Bukov.

Physikstudent Marin BukovBrennende Leidenschaft für sein Fach, eine unkomplizierte Art, Neuem zu begegnen, eine neugierige, offene Haltung – diese Eigenschaften sind es unter anderem, die Marin Bukov den mit 1000 Euro pro Hochschule dotierten DAAD-Preis eingetragen haben. Der Preis wird einmal im Jahr an ausländische Studierende vergeben, die sich durch besondere fachliche Leistungen und soziales Engagement auszeichnen.

Marin Bukov hat keine deutschen Verwandten und auch keine deutschen Vorfahren – und doch interessierte er sich schon als Kind für Deutschland: In seiner Heimatstadt Sofia besuchte er ein zweisprachiges Gymnasium und legte dort neben der bulgarischen Matura auch ein deutsches Abitur ab. Ebenfalls während der Schulzeit entdeckte er seine brennende Neugier auf Fragen der Physik:  „Als Kind hat mich begeistert, dass man damit Dinge, die einem vollkommen unnormal vorkommen, erklären kann“, erzählt Marin. So faszinierte ihn zum Beispiel die Frage, weshalb es Flüssigkeiten gibt, die man nicht umrühren kann, und welche, die von selbst aus einem stehenden Glas fließen, wenn darunter ein günstigeres Energieniveau liegt.

Je mehr er beobachtete, experimentierte und las, desto mehr wollte er wissen, und je mehr er wusste, desto schwieriger wurden seine Fragen. „Physik hat eine philosophische Komponente“, sagt er. „Und gerade auf die metaphysischen Fragen, zum Beispiel Phänomene der Quantenmechanik, hat man immer noch keine Antworten gefunden.“ Kein Wunder also, dass ihn die Disziplin, als er sie einmal entdeckt hatte, nicht mehr losließ.

2008 kam er nach München und begann sein Bachelor-Studium. „Ich wusste, dass es hier tolle Wissenschaftler gibt, die sich mit den Sachen befassen, die ich lernen wollte“, sagt er. Die Idee, sich zusätzlich zur Physik auch für ein Mathestudium einzuschreiben, kam ihm während des ersten Semesters. „Sowas kann man nicht planen“, meint Marin. „Es hat sich einfach ergeben, dass es gut zusammenpasste. Das konnte ich erst sehen, als ich schon angefangen hatte.“

Mentor und Tutor für andere Studierende
Vielleicht ist es kein Zufall, dass sein physikalisches Fachgebiet Phasenübergänge sind. Weil er genau weiß, wie aufregend und manchmal turbulent Umbrüche verlaufen können, betreute er für das International Office der LMU ausländische Studierende bei ihrer Ankunft in Deutschland – er holte sie vom Flughafen ab und half ihnen bei der Eingewöhnung in München. Außerdem leitete er Tutorien an seinem Department. „ Dabei habe ich gemerkt, dass es ein riesiger Unterschied ist, ob man eine Sache verstanden hat oder ob man sie auch erklären kann“, sagt Marin.

Nachdem er in nicht einmal sechs Semestern zwei Bachelor-Studiengänge in Mathe und Physik abgeschlossen hatte, war ihm klar, dass er noch einen Master machen wollte. Der Studiengang „Theoretische und Mathematische Physik“, der zum Bayerischen Elitenetzwerk gehört, passte genau zu seinen Interessen – und begeistert ihn vor allem wegen der kollegialen Atmosphäre, die dort herrscht. „Es ist wie eine Art Klassenverband“, erzählt er, „wir kennen uns gut und können uns über alles austauschen“. Mit vielen seiner Kommilitoninnen und Kommilitonen haben sich gemeinsame Projekte ergeben.

„Für Freizeit bleibt immer Zeit“
Vielleicht hat sein Tag 36 Stunden – denn neben seinem fachlichen und sozialen Einsatz findet er auch noch Zeit für Hobbys. „Egal, was man macht, für Freizeit bleibt immer Zeit“, sagt Marin. An Wochenenden widmet sich der Physikstudent der Dynamik von 400 Gramm kugelförmiger Masse: Er spielt Fußball, manchmal einfach nur mit Freunden im Park, manchmal aber auch im Team seines Studiengangs.  Im Sommer will er den Master beendet haben und promovieren. An welcher Universität und in welchem Land er dann sein will, hat er noch nicht entschieden. Amerika wäre für ihn ein Traum. Und danach? „Keine Ahnung“, sagt Marin und lacht. „So weit in die Zukunft hinein denke ich nicht. Ich vertraue einfach darauf, dass irgendwie schon eins zum anderen kommen wird.“ Mit Übergängen kennt er sich schließlich aus.

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