Ludwig-Maximilians-Universität München
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1472-2012

Die LMU wird 540

München, 22.06.2012

Seit 540 Jahren schreibt die LMU Wissenschaftsgeschichte. Im Juni erinnert sie mit dem alljährlichen Stiftungsfest an ihre Gründungsfeierlichkeiten – die allerdings nicht in München stattfanden.

  1472-2012 - LMU wird 540

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Bei den Gründungsfeierlichkeiten im Juni 1472 in Ingolstadt hielt der Doktor der Rechte, Martin Mair, die Festrede. Im Beisein von Universitätsgründer Herzog Ludwig IX. dem Reichen von Niederbayern-Landshut beschwor Mair die „Perle der Wissenschaft“ gegenüber der Vergänglichkeit von Macht und Herrschaft: Die Wissenschaft allein eröffne den Weg zu einem guten und seligen Leben und mache den Menschen Gott ähnlich…

Die „Perle der Wissenschaft“ heißt heute – etwas weniger pathetisch aber nicht weniger bedeutsam – Exzellenzuniversität. Dies wurde erst vor wenigen Tagen eindrucksvoll bestätigt: In der zweiten Phase der bundesweiten Exzellenzinitiative konnte die LMU regelrecht „abräumen“: Alle Anträge der Universität für Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und das Zukunftskonzept wurden bewilligt.

Der Grundstein für diese Erfolgsgeschichte wurde bereits bei der Gründung der „Hohen Schule“ in Ingolstadt gelegt. Sie entwickelte sich mit landesherrlicher Unterstützung zu einer herausragenden Ausbildungsstätte in den klassischen Disziplinen Theologie, Jurisprudenz und Medizin und – als Vorbereitung auf das Studium der drei Fächer – den „Artes liberales“.

Politische und gesellschaftliche Herausforderungen

Allerdings waren die mehr als drei Jahrhunderte in Ingolstadt von großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen geprägt: So konstituierte sich die Hohe Schule im 16. Jahrhundert etwa als Hort der Gegenreformation, eine Rolle, die unter der Führung des Jesuitenordens verfestigt wurde – bis im 18. Jahrhundert aufklärerische Tendenzen den religiösen Einfluss nach und nach zurückdrängten.

Eine erste tief greifende Zäsur war der Umzug der Universität von Ingolstadt nach Landshut im Jahr 1800, wo sie zwei Jahre später durch König Maximilian I. Joseph den Namen bekam, den sie noch heute trägt: „Ludovico-Maximilianea“ – Ludwig-Maximilians-Universität. Der König setzte damit dem Universitätsgründer und sich selbst als großem Förderer der Universität ein Denkmal.

Die LMU in München

Sein Nachfolger auf dem Thron, König Ludwig I. von Bayern, ebenfalls ein großer Freund und Förderer der Wissenschaften, entschied aber schon bald: Die Landesuniversität gehört in die Residenzstadt! So trat die LMU ihre Reise nach München an: Seit 1826 gehört sie zum festen Erscheinungsbild der Metropole. Vor allem sorgte der König – trotz eigentlich fehlender Mittel – dafür, dass die Universität nicht länger auf vorhandenen Baubestand zurückgreifen musste, wie das Pfründnerhaus in Ingolstadt oder das Dominikanerkloster in Landshut, sondern – nach weiteren, provisorischen Jahren im Jesuitenkolleg St. Michael – ein eigenes Gebäude bekam: das Hauptgebäude, dessen Grundsteinlegung sich im Jahr 2010 übrigens zum 175. mal jährte.

In München durchlief die Ludwig-Maximilians-Universität das in ihrer Geschichte wohl dunkelste Kapitel: Ihre Gleichschaltung nach der nationalsozialistischen Ideologie unter der Ägide eines „Führer-Rektors“ führte dazu, dass seriöse Forschung und Lehre insbesondere in ideologieanfälligen Disziplinen zusehends zurückgedrängt wurde.

Es gab aber auch mutige Studierende, die dem NS-Regime Widerstand entgegensetzten, dies allerdings mit ihrem Leben bezahlen mussten: an der LMU wurden die Geschwister Scholl bei ihrer Flugblattaktion verhaftet und schließlich hingerichtet – wie viele Mitglieder der „Weißen Rose“ mit und nach ihnen.

Nach Krieg und Gewaltherrschaft folgten Jahre des Aufbaus der weitgehend zerstörten Universitätsgebäude und die LMU konnte schließlich wieder zu einer exzellenten Bildungs- und Forschungseinrichtung mit großem nationalen und internationalen Ansehen werden.

So behielt der Doktor Martin Mair in seiner Gründungsrede Recht, denn Macht und Herrschaft verschwanden – die „Perle der Wissenschaft“ blieb und entwickelte sich immer weiter.

Weitere Informationen:

Zur Geschichte des Hauptgebäudes in München:

Weitere Publikationen zur Geschichte der LMU:

Stiftung Herzogliches Georgianum

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