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Spenden-Aktion

Alle Register ziehen – für eine neue Orgel

München, 03.07.2012

Im Lichthof des Hauptgebäudes der LMU gibt es nicht nur zahlreiche Büsten, Mosaiken und Reliefs zu entdecken - unter dem Dach versteckt sich auch eine Orgel, die nun mithilfe von Spenden wieder restauriert werden soll.

  Orgel - Foto: Simon Kirner / LMU

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Die Orgel wurde vorsorglich abgebaut und eingelagert. Das raumfüllende Gerüst steht schon. Denn umfangreiche Sanierungsarbeiten laufen derzeit im Hauptgebäude der LMU, unter anderem werden die Kuppel im Lichthof, das Glasdach im Audimax und weitere umliegende Räume des Hauptgebäudes in den nächsten Monaten renoviert. Wenn alles fertig ist, soll auch die sogenannte „Weiße-Rose-Orgel“ restauriert und neu aufgebaut werden. Die Restaurierung des Instruments, das vor allem zu feierlichen Anlässen wie der jährlichen Gedenkfeier für die Widerstandsgruppe Weiße Rose gespielt wurde, lässt sich jedoch nur mit Spenden realisieren. Sollte das gelingen, ist unter anderem eine Konzertreihe mit dem renommierten Münchener Organisten Stefan Moser in Kooperation mit der LMU geplant. „Für Organisten ist diese Orgel auch deshalb interessant, weil sie nicht in einem sakralen Raum steht“, erklärt Matthias Fahrmeir, Leiter der Dezernats Liegenschaften an der LMU, „so können hier auch Stücke gespielt werden, die in Kirchen nicht aufgeführt werden.“

Mahnmal für den Widerstand

Die Orgel wurde 1960 eigens für die LMU gebaut und an der Stelle angebracht, die zuvor das Mosaik „Der Brunnen der Wissenschaften“ zierte, das im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Der damalige Rektor Professor Joseph Pascher ließ die Orgel als Mahnmal für die Widerstandskämpfer der „Weißen Rose“ anbringen. Ihm schien dafür nichts geeigneter als die „Königin der Instrumente“. Bei der Einweihung der Orgel im Rahmen der Gedenkfeier für die „Weiße Rose“ am 23. Februar 1961 erläuterte er, die Orgel solle die Botschaft der Weißen Rose weitertragen: „Worauf es aber im letzten Verstand ankommt, ist der Widerhall in unseren Herzen, ihre Prägung und ihre Stimme, die nie verstummen soll wie einst.“

Neuer Klang für die Orgel

Doch über die Jahre hat die Orgel gelitten und war nur noch teilweise bespielbar, wie zuletzt mehrere Spielversuche gezeigt haben. Bei der zwei bis drei Tonnen schweren Orgel müssen in erster Linie Verschleißteile wie brüchiges Leder sowie zerbröselnder Schaumstoff in den Dichtungen der Luftwege erneuert werden. „In der Grundsubstanz ist das Instrument sehr gut erhalten und absolut restaurierungswürdig“, sagt Orgelbauer Markus Harder-Völkmann. Schwieriger wird die klangliche Überarbeitung des Instruments, die einige Wochen dauern und nachts im Lichthof erfolgen wird.

„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass wir diese Orgel wieder instand setzen können“, sagt Matthias Fahrmeir. „Mittel für Forschung und Lehre stehen dafür nicht zur Verfügung, deshalb sind wir auf Spenden angewiesen.“ Rund 50.000 Euro wird die Restaurierung kosten. Diese beinhaltet auch eine zeitgemäße Erweiterung um zusätzliche, spezifische Klangmöglichkeiten, die die Orgel zu einem echten Unikat machen.

Deshalb hat Fahrmeir zusammen mit der Weiße Rose Stiftung e.V. eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Hildegard Kronawiter, Vorsitzende der Stiftung, weiß, dass auch damals die Orgel aus Spenden finanziert wurde: „Die Weiße-Rose-Orgel ist ein ganz besonderes Mahnmal für die Erinnerung an die studentische Widerstandsgruppe. Als Instrument symbolisiert sie die große Affinität der Gruppe für Musik und Kunst.“

 

Die Weiße Rose Stiftung e.V. hat für die Restaurierung der Orgel ein Spendenkonto eingerichtet:

Konto 1700116006
BLZ 700 202 70
HypoVereinsbank
Zweck: Weiße-Rose-Orgel

 

Weitere Informationen:

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