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Burnout-Syndrom

„Burnout“ wird als Stressreaktion auf andauernde Belastungen im beruflichen Alltag verstanden, die sich als ausgeprägte emotionale Erschöpfung bei reduzierter Leistungsfähigkeit äußert.

Grundsätzlich kann das Burnout-Syndrom in jeder Berufsgruppe und auf jeder Hierarchieebene auftreten. Als besonders gefährdet gelten jedoch Beschäftigte in sozialen Berufen.

Das Burnout-Syndrom ist bislang keine Diagnose im medizinischen Sinne. Aber die Lebensqualität von betroffenen Personen ist stark eingeschränkt und das Risiko, eine psychische Erkrankung (Depression, Angst-, Suchterkrankung) zu entwickeln, ist deutlich erhöht.

Die Angaben zur Häufigkeit des Burnout-Syndroms variieren stark, da bislang keine einheitlichen Diagnosekriterien vorliegen.  Alle vorliegenden Zahlen zeigen jedoch eine steigende Tendenz an: immer mehr Menschen fühlen sich ausgebrannt und die dadurch bedingten Krankheitstage steigen stetig an.

Die Bedeutung dieses chronischen Erschöpfungszustandes hat also für die Volkswirtschaft und das Gesundheitssystem in den letzten Jahren erheblich zugenommen.

 

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Anzeichen des Burnout-Syndroms

Das Burnout-Syndrom entwickelt sich schleichend, oft über mehrere Jahre hinweg. Der Verlauf lässt sich in drei Phasen unterteilen:

  • Phase 1: Die Betroffenen sind meist beruflich sehr engagiert und sehen im beruflichen Erfolg ein wichtiges Lebensziel. Die Aufgabenfülle und der Zeitdruck im beruflichen Alltag nehmen zu, während Bedürfnisse nach Erholung und Abschalten kaum mehr wahrgenommen werden. Soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten werden vernachlässigt.
  • Phase 2: Das berufliche (Über-)Engagement wandelt sich langsam in einen Erschöpfungszustand. Die Betroffenen fühlen sich weniger leistungsfähig, sind chronisch müde, aber können sich in der Freizeit kaum mehr erholen. Es treten Gereiztheit, innere Unruhe und Stimmungsschwankungen auf.
  • Phase 3: Die chronische Erschöpfung mündet in einen Zustand der Niedergeschlagenheit mit einer starken Resignationstendenz sowie Gefühlen der Minderwertigkeit, Entfremdung und Gleichgültigkeit.

Die Betroffenen sind antriebslos und ihre Leistungsfähigkeit ist deutlich reduziert.

Neben den psychischen Symptomen treten auch oft körperliche Beschwerden auf, wie z.B. häufige Infekte aufgrund einer geschwächten Immunabwehr, Schlafstörungen und Kopfschmerzen.

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Ursachen des Burnout-Syndroms

Es gibt nicht eine Ursache für die Entstehung eines Burnout-Syndroms, sondern es ist immer eine Wechselwirkung mehrerer Faktoren, nämlich den Arbeitsbedingungen und den persönlichen Eigenschaften.

Grundsätzlich kann man sagen, dass ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen (beruflicher) Belastung und den eigenen Ressourcen zu einem Burnout-Syndrom führen kann. Im subjektiven Erleben reichen die vorhandenen Kompetenzen nicht mehr aus, um die äußeren und/oder inneren Anforderungen zu bewältigen.

Ob und in welchem Ausmaß bestimmte Arbeitsbedingungen als belastend erlebt werden, ist individuell sehr verschieden. Wenn folgende Situationen dauerhaft gegeben sind, werden diese jedoch von der Mehrzahl der Menschen als erhöhte Belastung empfunden: immer neue und v.a. rasch wechselnde Anforderungen, Unüberschaubarkeit der Arbeitsabläufe, wenig Einfluss auf die Arbeitsgestaltung, hohes Arbeitspensum bei geringer Planbarkeit, Termindruck, wenig Unterstützung und Anerkennung durch Vorgesetzte, schlechte Kommunikation mit Kollegen, Schichtarbeit, Unsicherheit des Arbeitsplatzes.

Als persönliche Eigenschaften, die die Entwicklung eines Burnout-Syndroms begünstigen können, sind u.a. zu nennen:

  • der Selbstwert wird in erster Linie über Leistung und die damit verbundene Anerkennung definiert
  • eine  hohe Identifikation mit der erfolgreichen Erfüllung einer beruflichen Aufgabe
  • die Tendenz zur Selbstüberforderung
  • das Streben nach Perfektion

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Vorbeugung und Behandlung des Burnout-Syndroms

Dem Burnout-Syndrom kann zum einen vorgebeugt werden, indem die oben genannten Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag so gering wie möglich gehalten werden. Hier sind Führungskräfte und Mitarbeiter/-innen in ihrem jeweiligen Aufgabenbereich gleichermaßen gefordert, z.B. indem alle Beteiligten in notwendige Umstrukturierungen der Arbeitsabläufe einbezogen werden oder indem Wert auf eine gutes kollegiales Miteinander gelegt wird.

Zum anderen kann jeder in seiner persönlichen Lebensführung dem „Ausgebranntsein“ vorbeugen. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die Balance zwischen dem beruflichen Engagement und der Verwirklichung von Zielen im privaten Bereich. Dadurch wird eine einseitige Ausrichtung auf den beruflichen Erfolg verhindert. Rückschläge oder auch nicht ausreichende Anerkennung im Beruf können so besser bewältigt werden. Auch eine gesunde Lebensführung mit ausreichend Schlaf, einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung hat eine präventive Wirkung, da nur so der Körper und die Psyche immer wieder ausreichend regenerieren können.

Die Behandlung eines Burnout-Syndroms richtet sich danach, in welcher Phase des Verlaufs sich der Betroffene befindet und welche Symptome ihn am meisten belasten. Da die chronische Erschöpfung meist ein Hauptsymptom ist, sollte grundsätzlich eine körperliche Erkrankung durch eine ärztliche Untersuchung ausgeschlossen werden.
In der frühen Phase eines Burnout-Syndroms können folgende Methoden hilfreich sein, um den Teufelskreis aus Überlastung und Zeitdruck zu durchbrechen: Entspannungsverfahren, Techniken zum verbesserten Zeitmanagement und ein „Genusstraining“ zur Förderung der Wahrnehmung eigener Bedürfnisse.

Ist die Entwicklung des Burnout-Syndroms schon weiter fortgeschritten, so ist in der Regel eine psychotherapeutische Behandlung erforderlich. Hier kann der Betroffene sich mit den Belastungen seiner Arbeitssituation auseinandersetzen. Und es besteht die Möglichkeit, Zusammenhänge zwischen dem „Ausbrennen“ und der Selbsteinschätzung sowie den eigenen Wertvorstellungen zu erarbeiten. Konkrete Veränderungen am Arbeitsplatz können ebenso wie die Veränderung der inneren Einstellung zur Arbeit die eigenen Ressourcen stärken und die Lebensfreude wiederkehren lassen.

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