Landshut (1800 - 1826)
Im Jahr 1800 verlegte Kurfürst Max IV. Joseph (ab 1806 König Maximilian I. von Bayern) die Universität nach Landshut. Nach ihm und nach Ludwig dem Reichen trägt die Universität seit 1802 den Namen Ludwig-Maximilians-Universität. Grund für den Umzug war die Bedrohung Ingolstadts durch die Franzosen. Gleichzeitig wurde die Verlegung zum Anlass genommen, die jesuitisch geprägten, konservativen Gelehrtenzirkel zu erneuern.
Obwohl die Universität nur rund ein Vierteljahrhundert in Landshut blieb, hatte diese Periode ihren eigenen Charakter. Gemeinsam mit den bayerischen Landesuniversitäten Würzburg und Erlangen überstand die LMU die Napoleonischen Kriegswirren. Vor allem in Landshut setzte der Minister Maximilian Graf Montgelas mit seinen Reformkonzepten wissenschafts- und bildungspolitisch neue Akzente im jungen Königreich Bayern. Wesentlich war dabei die Umwandlung der Universität von einer privilegierten Gelehrtenkorporation hin zur staatlich dirigierten Hochschule, wenn auch manches davon nur vorübergehend wirksam blieb. 1825/26 belief sich die Studentenzahl auf nahezu 1000. Die Landshuter Hochschule zählte damit nach Leipzig, Göttingen, Halle und Berlin zu den größten in Deutschland.
