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Ingolstadt (1472 - 1800)

Herzog Ludwig der Reiche von Bayern-Landshut 1472 gründete mit päpstlicher Genehmigung in Ingolstadt die erste Universität in Bayern. Sie startete mit vier Fakultäten, wobei das Studium an der Artistenfakultät (die spätere Philosophische Fakultät) obligatorisch war und somit eine Art Grundstudium darstellte: Ihr Besuch berechtigte erst zum Studium in den drei Fakultäten Medizin, Jurisprudenz oder Theologie.

Bekannte Namen wie Peter und Philipp Apian, Konrad Celtis oder Johannes Aventin prägten die Universität in der Zeit des Deutschen Humanismus. Sie spielten eine wichtige Rolle in der Reformationszeit auf der Seite der Gegner Martin Luthers. Vor allem Johannes Eck, der hier Theologie lehrte, profilierte sich als Disputationsgegner Luthers. Das blieb für den Lehrbetrieb nicht folgenlos: 1549 wurden erstmals an einer deutschen Universität in Ingolstadt Lehrstühle mit Jesuiten besetzt. Bis zur Aufhebung des Ordens 1773 nahm die Societas Jesu starken Einfluss auf Entwicklung und Ausrichtung der Hochschule, die damit zu einer der wichtigsten im katholischen Teil Deutschlands wurde.

Im Verlauf des 18. Jahrhunderts zog zusehends der Geist der Aufklärung in die Universität ein. In der Philosophischen und Medizinischen Fakultät kam es zu einer Aufwertung der empirisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen durch Labor- und Institutsgründungen, bei der Theologie wurde die Pastoraltheologie im Interesse einer Intensivierung der Seelsorge aufgewertet und die Juristen erhielten „moderne“ Lehrpläne. 1799 entstand mit dem neuen Institut für Kameralwissenschaften die Keimzelle der späteren Staatswirtschaftlichen Fakultät.

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