Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wo geht's zur Vorlesung?

"Public Displays" und Indoor-Navigation: Lukas Ziegler und Timo Loewe wollten sich für ihre Abschlussarbeiten was Praktisches suchen – und waren dabei innovativ. Ganz nebenbei entwickelten die beiden Informatik-Studenten noch die App LMU Raumfinder. Für dieses Projekt wurden sie mit dem LMU-Forscherpreis von Lehre@LMU ausgezeichnet.

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Die LMU hat über 30.000 Räume auf 83 Standorte verteilt. Es gibt kaum einen Studenten, der sich da auf der Suche nach seiner Vorlesung nicht schon mal verlaufen hat. Die Frage, wie man das ändern kann, stellten sich die beiden Informatik-Studenten Lukas und Timo. Beide hatten den Wunsch, was Praktisches für ihre Kommilitonen zu entwickeln. Das Projekt „LMU Raumfinder“ war geboren. „Es war spannend zu sehen, welche Motivation mir unser Projekt für den Uni-Alltag gab“, sagt Lukas rückblickend. Das sieht man an ihren Abschlussarbeiten – beide mit 1,0 bewertet.

mp_loewe_200Nützlich muss es sein
„Apps haben unser Leben stark verändert“, sagt Timo. „Für mich gab es immer zwei Bereiche, für die Apps den größten Nutzen haben: Kommunikation und Navigation bzw. Orientierung.“ Letzterem, genauer gesagt der „visuellen Positionierung“, widmete er sich in seiner Bachelorarbeit. Sie zeigt ein Verfahren, das Fotos sehr schnell und effizient mit einer sehr großen Menge von Vergleichsbildern abgleichen kann – um daraus die Position zu bestimmen. Die Masterarbeit, die er gerade schreibt, ist ähnlich praktisch aufgebaut, nur dass es um Videos und Positionierung geht. Timo will den Bildfluss in Videos analysieren, um daraus Rückschlüsse auf Schritte und Richtungsänderungen ziehen zu können. Beide Verfahren zielen vor allem auf Bereiche ab, in denen GPS zur Positionierung nicht verfügbar oder zu ungenau ist, wie eben im Indoor-Bereich.

mp_ziegler_200Auch für Lukas stand Nützlichkeit im Fokus. „Ich wollte angewandt und interdisziplinär arbeiten“, sagt der 26-Jährige. Deshalb entschied er sich nach seinem Bachelorstudium Computer Science an der TU für den Masterstudiengang Medieninformatik an der LMU. Thema seiner Abschlussarbeit: „Design and Development of a Public Display Survey Platform“. „Public Displays“ ist ein noch recht junges Forschungsgebiet, das sich unter anderem mit interaktiven Anwendungen in öffentlichen Gebäuden beschäftigt wie zum Beispiel Touch Displays an Flughäfen, Bahnhöfen und Einkaufszentren.

Eine Fragestellung war, inwieweit sich etablierte Nutzungs-Muster wie die bei Smartphones auf größere Bildschirme in der Öffentlichkeit übertragen lassen. Dazu führte er sogar eine Feldstudie durch, wie Umfragen auf Public Displays wahrgenommen werden. Er stellte dabei einen Einfluss der Display-Größe auf die wahrgenommen Privatsphäre beim Ausfüllen des Fragebogens fest.

LMU Raumfinder – vom Praktikum in den Google Play Store
Timo und Lukas trafen im Praktikum „Mobile und verteilte Systeme“ von Professor Claudia Linnhoff-Popien aufeinander fanden schnell einen gemeinsamen Nenner: ihre Vorliebe für praktische Anwendungen. Ein Themenbereich des Praktikums war Indoor-Navigation – ein Feld, dessen Entwicklung noch am Anfang steht, auch wenn Unternehmen wie Google bereits daran arbeiten. „Zunächst entstand eine App mit vielen experimentellen Funktionen. Wir haben uns dann aber entschieden, lieber auf Funktionen wie Indoor-Navigation zu verzichten und dafür eine stabile App zu bauen, die allen Studenten zu Gute kommt“, sagt Lukas. Also haben die beiden Tüftler – in Ihrer Freizeit – die Android-App LMU-Raumfinder weiterentwickelt. Mit der App, seit einem halben Jahr Google Play Store, bekommen Studenten einen Überblick über die Standorte der LMU, können unterwegs schnell auf die Gebäudepläne zugreifen und in den Plänen nach Räumen suchen. Viele Studenten nutzen die App bereits. Lukas und Timo wurden für ihre wissenschaftliche Leistung in diesem Projekt mit dem LMU Forscherpreis von Lehre@LMU ausgezeichnet.

 

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