Ludwig-Maximilians-Universität München
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Maša kocht… gefüllte Zucchini (Punjene tikvice)

Gefüllte Zucchini gibt es heute. Punjene tikvice heißen sie auf Serbisch. Maša, die im 2. Semester Physik an der LMU studiert, steht in der Küche ihres Wohnheims und bereitet die Füllung aus Hackfleisch und Gemüse vor.

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„Typisch serbische Gerichte sind immer mit viel Fleisch“, erklärt Maša. „Oder man kocht Eintöpfe. Und dafür ist es heute einfach zu heiß.“ Maša kocht oft für ihre Kommilitonen und Freunde, die heute jedoch ein wenig schlapp von der Hitze in der Wohnheimküche sitzen und ihr beim Kochen zusehen. „Ich bin es gewöhnt, alleine zu kochen“, wehrt Maša das Angebot, ihr zu helfen ab. „In Serbien ist es so: Die Gäste kommen, essen – und gehen wieder. Dort denkt niemand daran, mitzuhelfen oder etwa hinterher den Tisch abzuräumen. Und als Gastgeber erwartet man das auch gar nicht.“ 

Heute Abend hat die Physikstudentin auch ihren Mentor vom P2P-Mentoringprogramm für Erstsemester eingeladen. „Ich finde, das ist eine schöne Gelegenheit, um ‚Danke‘ zu sagen. Und er hat mir am Anfang wirklich viel geholfen“, erzählt Maša während die Zucchini kochen und es in der Küche immer mehr nach Fleisch und Knoblauch duftet. Ihr Mentor Philipp weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, in eine fremde Stadt zu ziehen und erst einmal niemanden zu kennen. Der 20-jährige hat in Holland sein Studium begonnen und ist erst später nach München gewechselt. „Am Anfang hatte ich einfach keine Ahnung, wie alles hier funktioniert. Ich wusste nicht, wie man in der Bibliothek Bücher ausleiht, wo man in München billig essen kann oder wie man eine Mensakarte bekommt“, berichtet er. „Deswegen wollte ich Studenten, die nach München gezogen sind und sich am Anfang nicht zurechtfinden, helfen. Meist sind es ja auch wirklich die kleinen Dinge, die einem den Studienanfang erleichtern.“

Als die gefüllten Zucchini dann endlich duftend auf den Tisch kommen, sind auch Mašas Gäste wieder hellwach. Und es riecht nicht nur gut, es sieht auch toll aus. „Fast wie bei einem Sternekoch“, lobt Philipp. „Und so schmeckt es auch.“ 

Einen Nachtisch hat Maša auch noch zubereitet: Himbeer-Gries-Schnitten. „Das ist auch typisch serbisch“, betont sie. „Bei uns in der Region sind Himbeeren das, was hier in Deutschland die Äpfel sind – es gibt sie einfach immer.“ Serbische Gäste seien sogar enttäuscht, wenn man „nur“ etwas mit Himbeeren koche. Einen Namen hat dieses Dessert eigentlich nicht. „Ich nenne ihn immer Julias Kuchen“, fügt Maša noch hinzu. „Denn das Rezept habe ich von meiner Freundin Julia bekommen.“
cdr

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